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Die wenigsten Startup People werden gründen, weil sie gerne „Chef“ von irgendwem sind. Vielmehr wird im Falle des Erfolgs nach einiger Zeit der Moment kommen, in dem euch klar wird: „Jetzt bin ich plötzlich Chef. Eines Teams, einer Abteilung oder eines ganzen Unternehmens.“

Manche werden mit natürlichen Leadership-Qualitäten geboren, wieder andere bekommen sie in ihrer Unternehmerfamilie vorgelebt. Die meisten von uns werden sie aber ganz einfach lernen müssen.

Welche Leadership-Fähigkeiten braucht ein Startup besonders?

Wir haben uns mal ein paar für euch angeschaut, mit denen ihr euren eigenen Unternehmergeist auf euer Team übertragen und sie zu Mitunternehmern machen könnt, die jeden Tag darüber nachdenken, wie sie noch mehr Wert für eure Kunden erzeugen können.

“It doesn’t make sense to hire smart people and then tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do” — Steve Jobs

Inspiration

Ihr habt eine Idee. Eine Idee, die so groß ist, dass ihr sie nicht alleine umsetzen könnt. Darum braucht ihr ein Team und diesem Team müsst ihr eure Idee vermitteln. Da das Team aber so selbstständig wie nur irgendmöglich arbeiten sollte (sonst macht ihr die Arbeit doch irgendwie für jeden mit) müsst ihr das Team inspirieren. Eine eigene Version eurer Idee in ihnen entfachen, sodass die Idee sich aus eurem Kopf in viele Köpfe fortpflanzt und wächst.

Kreativität

Inspiration bedeutet auch: Kreativität wecken. Das Team dazu bringen über den Tellerrand zu blicken und auf neue Lösungswege zu kommen. Das bedeutet auch: Eure Leute ihr Ding machen zu lassen und sie nicht immer wieder einzubremsen und ihnen eure Art und Weise der Umsetzung aufzudrücken. Gebt Kontrolle und Verantwortung ab, statt sie festzuhalten.

Transparenz

Ehrlichkeit und Transparenz sind vermutlich die wichtigsten Eigenschaften, mit denen ihr die Team-Moral in guten wie in schweren Zeiten hochhalten könnt. So lange alle wissen, woran sie sind und was zu tun ist, kann das Team auch an einem Strang ziehen. Und: Eine offene und ehrliche Kommunikation führt oft dazu, dass aus der Mitte des Teams Lösungen entstehen, auf die ihr nicht kommt, wenn ihr schwierige Informationen zurückhaltet.

Vision

Zu den Themen Vision und Mission haben wir bereits ausführliche Artikel für euch geliefert. Dort könnt ihr noch einmal in die Tiefe gehen. Der wichtigste Punkt ist: Behaltet immer das Warum im Auge und vermittelt euren Leuten immer wieder warum ihr tut, was ihr tut. Warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden. Warum ein bestimmtes Feature ins Produkt eingebaut wird und so weiter. Eure Leute sollen spüren, dass ihr heute schon wisst, was in einigen Jahren zu tun ist. Ohne größenwahnsinnig zu klingen.

Durchsetzungsvermögen und Krisensicherheit

Ihr geht für euer Unternehmen und eure Leute an die Grenzen, reißt Barrieren ein und behaltet auch in schwierigen Situationen die Ruhe und Übersicht. Und dabei schafft ihr es im dauerhaften Veränderungszustand zu leben. Je nachdem wie belastbar euer Team in dieser Hinsicht ist, könnt ihr ihm aber durchaus das Gefühl von Stabilität vermitteln.

Entscheidungen treffen

Vor allem: Schnelle Entscheidungen treffen. Gerade in einer sich ständig verändernden Umgebung müsst ihr oft sehr schnell schwierige Entscheidungen treffen. Bezieht euer Team und seine Expertise mit ein. Fällt und tragt Entscheidungen zusammen. Oder: Und auch das ist legitim: Trefft eine Entscheidung alleine – lasst euer Team aber frühzeitig davon wissen und erklärt das Warum hinter der Entscheidung.

Kommunizieren

Sowohl in Verhandlungen mit Kunden und Investoren als auch in Meetings,  Bewerbungsgesprächen oder auf einer großen Pitch-Bühne: Kommunikation ist die Fähigkeit mit der ihr begeistert, eure Idee vermittelt und Aufmerksamkeit für euer Unternehmen erzeugt. Gerade innerhalb des Teams trefft ihr täglich mit Menschen zusammen, die aus verschiedenen Richtungen kommen, unterschiedliche Fertigkeiten, Stärken und Schwächen haben. Diesen Menschen erklären zu können, wie und warum ihre Arbeit im großen Ganzen zusammen spielt ist unheimlich wichtig.

Aus dem Weg gehen

Wir hatten es weiter oben schon einmal angedeutet. Ihr arbeitet mit euren Team-Members aus einem ganz klaren Grund zusammen: Weil sie die Dinge, für die ihr sie eingestellt habt, besser können als ihr. Also gebt die Verantwortung ab, lasst sie ihren Job machen und kümmert ihr euch um eure eigene Arbeit. Gebt eurem Team das Gefühl dass ihr ihm vertraut und ermächtigt sie, gute Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen.

Zuhören

Die wohl unterschätzteste Fähigkeit von allen: Ob nun im Gespräch mit Investoren, mit Kunden oder mit dem Team: Aktives Zuhören, verstehen und die richtigen Fragen stellen, ist die Königsdisziplin. Anstatt voreilige Schlüsse zu ziehen oder eure Meinung mitzuteilen, versucht in jedem Gespräch genau herauszufinden, was euer Gegenüber meint. Und vor allem: Genau zu erfragen, wie das gesagte euer Unternehmen näher an sein Ziel bringen kann.

Ihr dürft nie vergessen: Euer Team ist (oder sollte zumindest) immer näher am Kunden, den Sales, den Leads und all den anderen Aufgaben im daily Business dran als ihr. Also hört ihnen zu!

Bonustip: Learning by Doing

Führung ist kein Selbstzweck sondern eine Dienstleistung. Euer Team schuldet euch zwar seine bestmögliche Arbeit. Aber: Ihr schuldet eurem Team eure bestmögliche Führungsleistung.

Der Vorteil am Startup-Business ist: Jeder lernt seinen Job ein Stück weit dadurch, dass er ihn tut. Und das ist allen klar. Anders als wenn ihr in einer Corporate befördert werdet und von einem Tag auf den anderen ehemalige Kollegen führen sollt, habt ihr euch für das Team und das Team sich für euch entschieden.

Das gibt euch genau die Freiheit, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und die Führung zu übernehmen.