Wer ein Startup gründet, wird das kaum aus Bierlaune heraus tun, sondern es sich gut überlegt haben. Trotzdem verschwinden sehr viele Jungunternehmen früher oder später in der Versenkung, manche sprechen von einer Scheiternquote von bis zu 90 %. Woran liegt das? Wir nennen zehn der gängigsten Fehler, die erfolgreiche Gründer auf jeden Fall vermeiden sollten.

1. Ein Produkt anbieten, das nicht gebraucht wird
Das sollte eigentlich die erste Frage sein, die sich jeder Gründer stellt: Wird das, was ich anzubieten habe, überhaupt genügend Kunden interessieren? Offensichtlich geschieht das aber viel zu nachlässig, denn bei einer Analyse von 101 Startups-Flops durch das Marktforschungsunternehmen CB Insights war bei 42 % mangelnde Nachfrage ein wesentlicher Grund für das Scheitern. Hauptursachen: Entweder ist die Nachfrage insgesamt zu gering, oder es gibt schon gibt schon genug Anbieter, die sie befriedigen.

2. Ein schlechtes Team an den Start bringen
Viele Investoren behaupten, sie achten bei ihren finanziellen Engagements mehr auf die Zusammensetzung des Gründerteams als auf das Geschäftsmodell, denn letzteres lässt sich im Ernstfall leichter ändern. Teams, deren Mitglieder sich schon länger kennen und die schon gemeinsam schwierige Situationen durchlebt haben, haben bessere Erfolgsaussichten als zufällig zusammengewürfelte. Außerdem: Einzelkämpfer haben es schwerer, Teams mit höherer Diversität (unterschiedliche berufliche Hintergründe, Männer und Frauen usw.) haben es leichter.

3. Nicht genug Geld haben
Logisch, wenn das Geld fehlt, nützt auch die beste Idee nichts. Also, von Beginn an eine realistische Finanzplanung machen und nicht zu viel ausgeben, das erhöht die Lebensdauer und die Erfolgschancen eines Startups.

4. Sich mehr um Investoren als um die Kunden kümmern
Wie gesagt, ohne Geld geht nichts, und deshalb sind Startups immer auf der Suche nach Investoren. Trotzdem muss bei allen Bemühungen in diese Richtung immer der Kunde im Mittelpunkt stehen, er ist es schließlich, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Das es sogar mindestens 18 tödliche Startup-Fehler geben kann, zeigt diese Grafik.

Das es sogar mindestens 18 tödliche Startup-Fehler geben kann, zeigt diese Grafik.

5. Schlechtes Marketing betreiben
Für die beste Marketingstrategie gibt es kein Patentrezept; unbestreitbar ist, dass das beste Produkt nichts nützt, wenn die Öffentlichkeit davon nichts weiß oder darüber falsch informiert wird.Und eins ist sicher: Wer heutzutage die sozialen Medien nicht richtig einsetzt, hat kaum Aussicht auf Erfolg.

6. Den richtigen Zeitpunkt verpassen
Die nächste Frage, die sich nicht pauschal beantworten lässt: Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Launch? Für manche Ideen, mögen sie noch so genial sein, ist die Welt einfach noch nicht reif. Ansonsten gilt: Nicht zu früh an den Start gehen, wenn ein Produkt oder Geschäftsmodell noch nicht durchdacht genug ist, aber auch nicht zu lange warten, denn Perfektion gibt es nicht.

7. Sich an einer Idee festklammern
Manchmal ist der Markt nicht so groß wie gehofft, manchmal kommt das Produkt nicht bei der eigentlich vorhandenen Zielgruppe an – es gibt viele Gründe, warum ein Geschäft ins stocken gerät. Deswegen muss man nicht gleich komplett aufgeben, oft genügen ein paar Änderungen, kleinere oder größere. Nur stur weitermachen wie bisher, das wird garantiert nicht funktionieren.

8. Die falsche Preispolitik wählen
Manchmal stimmen sowohl Produkt als auch Zielgruppe, doch die Umsätze reichen trotzdem nicht aus. Dann liegt es wahrscheinlich an der Preispolitik: Entweder ist man zu teuer oder zu günstig, hat sich bei den potenziellen Werbeeinnahmen verschätzt oder bietet ein Freemiummodell an, das sich zwar großer Beliebtheit erfreut, bei dem aber die Bezahlelemente nicht genutzt werden. Da hilft es, sich ähnliche, erfolgreiche Geschäftsmodelle anzusehen und zu lernen, wie dort das Geld verdient wird.

9. Zuviel Geheimniskrämerei betreiben
Oder einfach mal bei anderen Startups nachfragen, auch bei anderen Problemen. Die Hilfsbereitschaft und Solidarität in der Szene ist nämlich größer als viele denken. Gerade unerfahrene Gründer haben Angst, dass man ihnen ihre Idee klaut, wenn sie zu viel darüber verraten, und wurschteln lieber im Verborgenen vor sich hin. Dabei sind Ideen auf Dauer nicht zu schützen, und viel wichtiger ist sowieso die Umsetzung.

10. Unentschlossenheit
Auch wenn sich einige zu überhastet in ihr Startup-Abenteuer stürzen; der größte Fehler wäre es, es gar nicht erst zu versuchen. Also, im Zweifelsfall: einfach mal machen!

Bild ganz oben: Andrey Popov / 123RF

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