Morgen ist es wieder so weit: Mit „Rogue One“ startet ein weiterer Star Wars-Film. Auch wenn der Hype nicht so groß ist wie bei der Wiederbelebung der Reihe vor einem Jahr, werden die Kinoklassen wieder klingeln. Besonders viele treue Fans hat die Weltraumsaga unter Leuten aus der Startup-Szene. Wir nennen fünf Gründe, warum das so ist.

1. Star Wars bietet Weisheiten für Startups

Besonders beliebt sind die eben so weisen wie verdrehten Sprüche des alten Jedimeisters Yoda. Einer davon ist zum Motto vieler Gründerinnen und Gründer geworden: „Try not. Do. Or do not. There is no try.“. Das beschreibt ziemlich gut eine weit verbreitete Mentalität in der Szene. Es nützt nichts, zu lange auf einer Idee herumzudenken, alle Fürs und Widers abzuwägen und dann eventuell einen halbherzigen Versuch zu wagen. Ganz oder gar nicht, lautet die Devise, Scheitern nicht ausgeschlossen. Aber wie sagte schon Han Solo beim Flug durch ein Asteroidenfeld, angesprochen auf die geringe Wahrscheinlichkeit das zu überleben: „Never tell me the odds!“

2. Eine kleine, verschworene Gruppe gegen das Imperium

Wie Rebellen fühlen sich manche Startups, wenn sie mit einer disruptiven Idee antreten, um es etablierten Unternehmen zu zeigen. Ein kleines, bunt zusammengewürfeltes Team (zwei Männer, eine Frau, zwei Droiden und ein Wookiee) tritt an gegen das böse Imperium und gewinnt am Ende mit Teamgeist, auch wenn dabei Egos aufeinanderprallen. Und mit unkonventionellen Ideen und Lösungsansätzen. Mit einer solchen Geschichte können sich viele identifizieren, die ebenfalls gegen einen übermächtigen Konkurrenten antreten und dabei mit Rückschlägen leben müssen. Zum Glück müssen sie die Mitbewerber nicht in die Luft jagen wie den Todesstern.

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Auch schon legendär und oft kopiert: der Star Wars-Schriftzug (Quelle: Wikipedia)

3. Star Wars ist, was Startups gerne werden möchten: ein moderner Mythos

Okay, das erscheint jetzt vielleicht etwas hoch gegriffen. Die meisten Startups müssen erstmal sehen, wie sie die nächsten sechs Monate überstehen, um dann hoffentlich irgendwann einmal Gewinne zu machen. Die Eroberung der Welt ist da nicht das primäre Ziel. Obwohl; Investoren setzten am liebsten auf Unternehmen und noch mehr auf Persönlichkeiten, die große Träume haben. Dass solche Träume wahr werden können, zeigt nicht nur die Geschichte in den Filmen, sondern auch die der Filme selbst. Die Bosse in Hollywood glaubten zuerst nicht an einen Erfolg. Daher hatten sie auch keine Bedenken, als Star Wars-Erfinder George Lucas auf eine hohe Gage verzichtete und stattdessen die Merchandisingrechte einforderte. Wer würde schon Plastikraumschiffe oder Spielfiguren kaufen wollen? Eine der teuersten Fehleinschätzungen der Filmgeschichte.

4. Produktionsbedingungen wie bei einem Startup

Wie schon gesagt, waren die Geldgeber von Star Wars nicht wirklich davon überzeugt, das diese seltsame Weltraumoper ein größeres Publikum finden könnte. Grünes Licht hatte George Lucas hauptsächlich deshalb bekommen, weil sein letzter Film „American Graffiti“ ein Kassenschlager gewesen war. Klar, es gab ein Budget von immerhin 10 Millionen US-Dollar, aber das reichte trotzdem hinten und vorne nicht, um alle Ideen von Lucas in die Tat umzusetzen. Zumal viele Technologien, die heute selbstverständlich sind, noch in den Kinderschuhen steckten oder gar nicht existierten. Also galt es, einerseits zu improvisieren und andererseits Neues zu erfinden – Alltag noch heute bei vielen Startups.

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Toningenieur Ben Burtt nimmt das Brummen eines Bären für die Stimme des Wookiees Chewbacca auf (Quelle: retrostarwars.com)

In die Kategorie Improvisation gehört es, banale Alltagsgegenstände zu High-Tech-Geräten umzufunktionieren, zumindest optisch. Das war bei Science Fiction-Produktionen schon immer üblich, etwa bei Raumpatrouille oder Star Trek. Auch für Star Wars wurden die Armaturen für Raumschiffcockpits bevorzugt im Baumarkt gekauft. Besonders erfinderisch zeigte sich der Toningenieur Ben Burtt. Er mischte aus den Geräuschen, die ein defekter Fernseher und ein Filmprojektor machten, das legendäre Summen der Lichtschwerter. Auch die Stimmen von R2-D2 und Chewbacca und vor allem die Atemgeräusche von Darth Vader gehen auf Burtts Konto. Vieles, was anfangs nicht mehr als eine Notlösung war, eine Art MVP, ging in die Popkultur ein.

Manches musste auch komplett neu erfunden werden. George Lucas gründete dafür seine eigene Firma, Indusrtial Light & Magic (ILM). Die revolutionierte die Tricktechnik und letztlich das Filmemachen an sich. Ein Beispiel: Für die bahnbrechenden Aufnahmen der Raumschlachten wurde mit Dykstraflex ein völlig neues Kamerasystem entwickelt. Hierfür wurden alte VistaVision-Kameras mit damals modernster Computertechnik kombiniert, was eine passgenaue Kombination mehrerer einzeln aufgenommener Bildelemente ermöglichte.

5. Star Wars kennt fast jeder

Der erste Film (der damals übrigens noch nicht „A New Hope“ hieß) erschien im Jahr 1977. Daher sind fast alle, die sich heute in der Startup-Welt tummeln, mit dem Star Wars-Universum aufgewachsen. Man muss die Filme nicht mögen und noch nicht einmal gesehen haben, um eine ganze Reihe von Anspielungen zu verstehen. Man nehme eine simple Taschenlampe in die Hand, schalte sie ein, mache ein paar Summgeräusche, und schon ist man für einen Moment ein Jediritter mit Lichtschwert. Und wenn irgendwo die ersten Töne vom Imperial March erklingen, denkt man sofort an Darth Vader. Oder das Böse an sich. Reminiszenzen an Star Wars bedürfen keiner Erklärung und tauchen deshalb oft in der Selbstdarstellung oder in den Pitchdecks von Startups auf. Möge die Macht mit ihnen sein!

Bild ganz oben: die Star Wars-Helden als Legofiguren (Foto: Mahmud Hassan / 6iee.com)