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Die meisten Experten sind sich einig: Das Internet der Dinge ist eine tolle Sache – eigentlich. Das Prinzip, alles mit jedem zu vernetzen, bringt allerdings manche Zeitgenossen auf die aberwitzigsten Ideen. Diesen widmet sich hingebungsvoll der Twitter Account – Sprachsensible seien gewarnt! – „Internet of Shit“. Den haben wir uns mal genauer angeschaut und fünf der kuriosesten IoT-Erfindungen herausgepickt.

Die Unterhose gegen Handystrahlen

Was liegt beim Stichwort „Internet of Shit“ näher als eine Unterhose? Okay, das Exemplar, um das es hier geht, passt eigentlich nicht so ganz in unsere IoT-Kategorie. Es ist nämlich gar nicht vernetzt, eher im Gegenteil. Der Stoff aus dem die Herrenschlüpfer von Spartan gemacht sind, besteht aus Baumwolle und Silberfäden. Das klingt nicht nur edel, es soll auch 99 % der Strahlung abhalten, die von Smartphones und Wi-Fi ausgeht. Die beeinträchtigt angeblich die Manneskraft – eine bisher sträflich vernachlässigte Ursache für die schwachen Geburtenraten in Industrienationen. Der Kunde Alexandre G. bedankt sich für die potenzbewahrende Hose auf der Webseite des französischen Unternehmens im Namen seiner zukünftigen Kinder. Wir sind gerührt.

Der Knopfdruckroboter

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Sensationell: ein Knopfdruckroboter, der sich auch per Knopfdruck bedienen lässt (Foto: Screenshot von prota.info)

Eine der kompliziertesten, mühsamsten und erniedrigendsten Tätigkeiten in unserer modernen Welt ist das Drücken von Knöpfen. Dem südkoreanischen Unternehmen Naran und seinem MicroBot Push ist es zu verdanken, dass diese Fron bald der Vergangenheit angehört. Die geniale Erfindung lässt sich per Smartphone oder über eine spezielle Kontrollstation steuern und kann dann tatsächlich Knöpfe drücken. So werden selbst die ollsten Geräte mit vorsintflutlichen Schaltelementen smart und Teil des Internets der Dinge. Der absolute Knüller des MicroBot ist aber eine zusätzliche technische Raffinesse: Er lässt sich sogar per Knopfdruck bedienen!

Die smarte Haarbürste

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Die smarte Haarbürste hat natürlich eine eigene App (Foto: Withings)

Wer ein Superstar werden möchte, posiert oft zuerst vor dem Badezimmerspiegel und benutzt dabei eine Haarbürste als Mikrophonersatz. Wäre es nicht toll, wenn diese Haarbürste mit musikalischen Sensoren ausgestattet wäre, die das Gesangstalent überprüfen und im Zweifelsfall lieber eine Beamtenkarriere empfehlen? Leider leistet das der Hair Coach, eine Gemeinschaftsproduktion von Kérastase and L’Oréal, gerade nicht. Obwohl das Gerät wirklich hören kann, und zwar, in welchen Zustand das Haar gerade ist, irgendwie. Auch registriert es, ob zu grob gebürstet wird, in welche Richtung, wie oft, und so weiter. Die Daten werden in einer App gesammelt und ausgewertet. Am Ende steht dann die Empfehlung für die perfekte Haarpflege. In der nächsten Version ist dann wahrscheinlich gleich der Bestellknopf für das passende Shampoo integriert.

Der smarte Trinkbrunnen für Katzen

Katzen gelten allgemein als Tiere, die ziemlich gut alleine klarkommen. Dehydrierung allerdings kann bei ihnen zu einem echten Problem werden, deshalb empfehlen Tierärzte, den eigenwilligen Hausgenossen immer reichlich frisches Wasser zur Verfügung zu stellen, gern angereichert mit Fleischsaft, den mögen die kleinen Räuber. Ein schöner Trinkbrunnen ist auch keine schlechte Idee. Aber was nützt es, wenn der smart ist wie der von Pura? Die Katze bekommt ein Halsband, das mit dem Brunnen verbunden ist und so die Trinkgewohnheiten des Tieres protokolliert. Und wenn Pura herausfindet, dass der Stubentiger zu trinkfaul ist? Erkläre das mal so einem eigensinnigen Viech. Kein Wunder, dass der smarte Trinkbrunnen schon in der Crowdfundigphase ausgetrocknet ist.

Die vernetzte Saftpresse

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Zumindest sieht sie ganz ansprechend aus, die vernetzte Saftpresse (Foto: Juicero)

Eine Saftpresse ist eigentlich ein ziemlich simples Gerät. Wer ein frisch gepresstes Getränk haben möchte, schmeißt oben Obst und Gemüse in so eine Maschine rein, drückt auf einen Knopf, und unten kommt dann der Saft heraus. So läuft das bei Juicero aber nicht. Diese Presse funktioniert nur mit speziell dafür hergestellten Päckchen mit vorgeschnibbelten Zutaten, die per Post kommen. Wie frisch das Zeug dann wirklich ist, wer weiß das schon. Und zwischendurch einfach mal ein paar Orangen in den Entsafter – keine Chance. Dafür hat Juicero Wi-Fi. Warum, weiß niemand so richtig. Es gibt da halt eine App, die erklärt, was für Nährstoffe jeweils in dem Saft drin sind, und die für Nachbestellungen da ist. Hauptsache irgendwie Internet der Dinge.

Foto ganz oben: Pura