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Leben verändern ist das Ziel vieler Startups. Ostwestfalen ist eine echte Pferde- und Reiter-Region und daher verwundert es nicht, dass ein Startup wie Horsebuddy in der Nachbarregion Münsterland entsteht, die das Leben von Ross und Reiter zum Positiven verändern will. Auf dem Pitch Day konnte ich mit dem Founder-Team Julian und Carolin kurz sprechen, wie sie darauf kamen, eine Plattform für Reitbeteiligungen zu starten.

Wie kommt ein Entrepreneur darauf, Reitbeteiligungen als Business zu betreiben?

Julian hatte die Idee während seines Studiums an der Copenhagen Business School. Im Zusammenhang mit dem ersten Prinzip des Effectuation Frameworks für Entrepreneure machte er sich im Kurs zu Sharing Economy Gedanken zum „The Bird in Hand“-Prinzip und den Fragen:

  • Was kann ich?
  • Was kenne ich?
  • Wen kenne ich?

Dadurch ergab sich für ihn schnell die Brücke zum Reitsport, seiner Co-Foudnerin Carolin und der Digitalisierung der bereits etablierten Sharing-Methode für Pferde: Eine Plattform zur Vermittlung von Reitbeteiligungen.

Wie findet man einen Markt für digitale Reitbeteiligungen?

Im Fall von Horsebuddy war der Markt bereits vorhanden. Reitbeteiligungen werden bereits digital vermittelt – über Facebook, ebay Kleinanzeigen und andere Online-Plattformen. Was allerdings noch fehlte war eine Expertenplattform mit entsprechenden Mehrwert-Funktionen.

Der Reitsport mag im ersten Moment wie ein Nischenmarkt aussehen. Ist er eigentlich auch, aber ein sehr zahlungskräftiger. In Europa gibt es rund 70 Millionen Reiter und Reisportinteressierte sowie 4 Millionen Pferde. In Deutschland 18 Millionen Reiter und Reitsportinteressierte sowie 1,1 Millionen Pferde. Weiterhin gibt es rund 10.000 Unternehmen die einen Großteil ihrer Umsätze in der Reitsport- und Pferdeindustrie erwirtschaften. Allein in Deutschland werden durch diese Akteure jährlich 6,7 Milliarden Euro. € umgesetzt. Nicht zuletzt belegen Studien, dass diese Landwirtschaftsindustrie sich gerade in einem Umbruch befindet. In den nächsten 5 Jahren sind Investitionen in die Digitalisierung dieser Industrie von 5 Milliarden Euro jährlich geplant.

Wie will Horsebuddy Geld verdienen?

Das Business-Model besteht aus zwei Säulen: Einer Freemium-Säule und eine Premium-Säule. Die Vermittlung von Reitbeteiligungen ist kostenlos. Sobald ein Nutzer einen Reitbeteiligungspartner gefunden hat, kann er je nach Wunsch verschiedene Premium-Features kaufen, die die Reitbeteiligung noch sicherer, einfacher und effizienter gestalten. Dazu gehört die automatische Erstellung eines individuellen Reitbeteiligungsvertrags, die Absicherung durch eine Versicherung im Schadensfall, eine Art Tagebuch, in dem die Reitbeteiligungspartner alles über Ihre Pferd teilen und kommunizieren können. Gerade diese Funktion kommt langfristig dem Wohle des Pferdes und einem entspannten Umgang zu Gute:

  • Gab es Besonderheiten beim letzten Training?
  • Muss was bestimmtes gefüttert werden?
  • Welche Aufgaben stehen noch an?

Wie ging Horsebuddy praktisch bei der Entwicklung vor?

In einem ersten Schritt wurden die Funktionen durch Brainstorming anhand der Fragestellung entwickelt:

„Was würde uns das Leben noch leichter und sicherer machen, wenn wir eine Reitbeteiligung mit jemanden eingehen würden?“.

Daraus ergaben sich 8 Feature-Ideen. Mit Hilfe einer Umfrage und weiteren Kundeninterviews verifizierte das Team diese Ideen verifiziert und schloss einige Features aus. Übrig blieb eine Liste mit 5 Features in absteigender Priorität, die in den nächsten Schritten getestet und dann implementiert werden.

Die Startup-Entwicklung orientierte sich sehr eng an den Lean Start-Up Methoden. Zunächst wurde die Idee mit einer einfachen Methode getestet: Das Team richtete eine Landingpage ein erstellt, die in wenigen Sätzen erklärte worum es bei Horsebuddy geht. Danach konnten potentielle Interessenten ihre E-Mailadresse eintragen und damit signalisieren, dass ernsthaftes Interesse an einer Lösung wie Horsebuddy besteht. Nach weniger als 7 Tagen hatte das Team 200 E-Mailadressen eingesammelt und damit ausreichende Bestätitgung das Projekt wirklich zu starten. Danach ging es direkt daran, ein MVP zu entwickeln, das nun seit etwas über einer Woche online ist. Das MVP hilft nun, den Product-Market-Fit weiter zu verfeinern und durch Kundenfeedback das Produkt weiter zu verbessern.

Was steckt technologisch hinter Horsebuddy?

Aktuell besteht das Produkt aus einer 100% responsiven Web-Applikation, die auf mobilen Endgeräten läuft. Diese Entscheidung wurde durch die Daten der Landingpage bestätigt, deren Besucher zu 75% ein mobiles Gerät nutzten. Das Team ist der Meinung, dass eine klassische Smartphone-App daher noch nicht gebraucht wird. Je nach Kundenbedarf könnte hier aber noch einmal eine Änderung passieren, denn ohne Internetzugang (was in ländlichen Regionen in Deutschland durchaus vorkommen kann) wäre die Web-App nicht zugänglich. Durch eine native App könnten die Nutzer die Daten zur Reitbeteiligung auf dem Smartphone zwischenspeichern und dann hochladen, sobald wieder eine Internetverbindung besteht.

Ein Blick in die Zukunft der digitalen Reitbeteiligung

Triebfeder und Vision des Teams ist es langfristig den Reitsport für mehr Menschen zugänglich zu machen. Die Plattform zur Vermittlung von Reitbeteiligungen ist dabei nur der Anfang. An Zukunftsplänen wird bereits gearbeitet: Beispielsweise ein Hardware-Produkt mit dem Reitunterricht per Videoübertragung erteilt werden kann und eine künstlich-intelligente Chatbot-Lösung die der es erlaubt, veterinär-medizinische Fragen über Pferde zu beantworten, bzw. erste Diagnosen zu einer möglichen Erkrankung eines Pferdes zu stellen.

Ein paar Tips von Horsebuddy für andere Gründer

Das wichtigste ist, es sich einfach zu machen, zu starten und die Ideen, die man hat umzusetzen statt sie in seiner Wunderlist auf dem Smartphone gespeichert zu lassen (Julian gibt zu, das selber fast 2 Jahre gemacht zu haben). Selbst wenn es Horsebuddy nächstes Jahr nicht mehr gäbe, hat das Team in den vergangen 3 Monaten mehr gelernt als in allen vorherigen Jobs und Praktika zusammen.

Außerdem sollte man etwas Ausdauer mitbringen. Es kann mal 1, 2 oder sogar 3 Tage richtig scheiße laufen, da sollte man nicht direkt den Kopf in den Sand stecken. Im besten Fall sollte das motivieren, die Dinge noch besser zu machen. Frei nach dem Motto: „Don’t ever fucking give up! Until it’s fucking time to give up“

Horsebuddy sucht übrigens noch Verstärkung

Und zwar sucht das Team einen CTO/Tech Lead mit guten Entwicklungs-Skills im Frontend Bereich (PHP/JavaScript/jQuery) als Co-Founder.

Die aktuelle Beta der App könnt Ihr hier testen.

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