Viele Startups haben eine tolle Idee, ein großartiges Team und vielleicht sogar schon eine Menge Kunden. Doch selbst nach Jahren am Markt beschäftigt sie ein Problem: Sie machen kaum Umsatz, geschweige denn Gewinn. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel des amerikanischen Unternehmens Casper. Bereits 28 Tage nach dem Launch im April 2014 hatte es Einnahmen in Höhe von einer Million US-Dollar erzielt. Und das nicht mit irgendeinem High-Tech-Produkt oder innovativer Software, sondern ganz simpel mit Matratzen.

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Die fünf Gründer von Casper: Philip Krim, Neil Parikh, T. Luke Sherwin, Jeff Chapin und Gabe Flateman

Der Erfolg der fünf Gründer resultiert nicht zuletzt aus der Befolgung zweier einfacher Startup-Regeln: erkenne einen Bedarf und erkenne eine Zielgruppe. Aus eigener Erfahrung wussten sie, wie wichtig ein gesunder Schlaf für Leistungsfähigkeit im Beruf ist und wie wenig geeignet die meisten handelsüblichen Matratzen dafür sind – ein Thema, das viele Millionen Berufstätige beschäftigt. Also machte sich das Casper-Team parallel daran, sowohl  die richtigen Materialien für seine Matratze und als auch einen geeigneten Investoren zu finden.

Beides mit schnellem Erfolg: Ende 2013 gestartet, konnte Casper schon im März 2014 eine Seed-Finanzierung durch Lerer Hippeau Ventures sicherstellen. Und für den erträumten Schlafkomfort stellte sich eine Kombination aus Latex und Memoryschaum als beste Lösung heraus. Nach dem spektakulären Anfangserfolg, mit dem auch bei Casper niemand gerechnet hatte, kam es aufgrund der stetig wachsenden Nachfrage zeitweise zu Lieferverzögerungen, die das Unternehmen mit Marketingaktionen wie kostenlosen Luftmatratzen und Aibnb-Übernachtungen geschickt für sich zu nutzen wusste.

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Eine Kombination aus Latex und Memoryschaum stellte sich als beste Lösung heraus

Derartige Geschäftstüchtigkeit lockte schnell eine Reihe weiterer Investoren an: Bereits im August 2014 konnte Casper eine Serie A-Finanzierung in Höhe von 13,1 Millionen US-Dollar verkünden, im Juni 2015 kamen als Serie B noch einmal 55 Millionen US-Dollar dazu. Weitere beeindruckende Zahlen: 20 Millionen Umsatz in den ersten zehn Monaten, inzwischen insgesamt weit über 100 Millionen. Mittlerweile über 100 Mitarbeiter und mehr als 100.000 Kunden. Alles mit Matratzen.

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Befolge zwei einfache Startup-Regeln: Erkenne einen Bedarf und erkenne eine Zielgruppe

Dabei sind die Casper-Produkte keine Billigware. Je nach Größe kosten sie zwischen 500 und 950 US-Dollar, was auch daran liegt, dass sie komplett in den USA hergestellt werden. Ein Clou ist die Anlieferung: Den Machern ist es gelungen, die von Natur aus sperrige Matratze in eine beinahe handliche Box einzurollen. Und da ein perfekter Schlaf ohne gute Kissen und Bettdecken nicht möglich ist, gibt es beides seit November 2015 ebenfalls von Casper. Als eine der am schnellsten wachsenden Verbrauchermarken überhaupt beweist Casper: Geld verdienen im Schlaf geht leider nicht, mit Schlaf dagegen sehr wohl.

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