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Programmieren für alle! Cook and Code in München

Es gibt zwei Reaktionen auf die Worte IT und Programmieren: das Herz schlägt entweder vor Freude höher oder es bricht die blanke Panik und Schweiß auf der Stirn aus. Mal ehrlich, nicht nur bei uns selber, sondern in der Gesellschaft fehlt ein grundlegendes IT-Wissen. „Wenn man allein das Thema Datenschutz und Sicherheit betrachtet, ist es so enorm wichtig, dass die Leute ein Grundverständnis haben und besser nachvollziehen können, was im Hintergrund passiert“, betont Alexander Hoffmann.

Mit Cook and Code bietet Alex in München Programmier- und IT-Kurse „für Feinschmecker“ an, z.B. für Technologien wie Blockchain, um damit auch absolute Anfänger anzusprechen – vom Erwachsenen bis zum Kind. Alex machte sich bereits während des Studiums der Technischen Redaktion und Kommunikation selbstständig und wurde immer wieder von Startups gebeten, ihm gewisse Sachen zu programmieren, die sie mit dem nötigen Wissen leicht selbst hätten umsetzen können.

Essen bringt Menschen und Computer zusammen

So begann Alex im Sommer 2015 zunächst damit Treffen im Biergarten zu organisieren, wo Leute mit einem kaputten Laptop oder Computerfragen auf IT-Experten trafen. Im Gegenzug zur Computerhilfe gab es mitgebrachtes Essen – Cook and Code eben. „Essen bringt Menschen zusammen und schafft eine gewisse gemütliche Atmosphäre“, erklärt Alexander seinen Ansatz, der sich über die Jahre immer weiter entwickelte.

„Die meisten Leute kommen aus dem Grund zu den Kursen, dass sie irgendwie Berührungsängste haben oder weil sie sich unsicher fühlen, wenn sie in Unternehmen mit IT-Kollegen arbeiten“, weiß Alexander. Auch die Idee, ein Programmiercafé zu eröffnen steht seit einiger Zeit im Raum, fand aber bislang noch nicht genügend Investoren.

 

Nischenthema IT und Programmieren

Während etwa Supermodel Karlie Kloss in den USA mit ihrer Initiative „Kode With Klossy“ schon jungen Mädchen das Coden beibringt und in Ländern wie Estland, Großbritannien und Litauen Programmieren bereits ab der ersten Klasse unterrichtet wird, tut sich in Deutschland wenig bis gar nichts.

Daher ist es für Alexander Hoffmann zuweilen echte Sisyphusarbeit, mit Cook and Code ein Bewusstsein für die Themen IT und Programmieren zu schaffen und genügend Leute zu erreichen. „Deswegen ist es immer noch ein kleines Projekt, das nebenbei läuft“, so Alex. Trotz einiger gewonnener Preise für Cook and Code und hohem Bedarf stößt er immer wieder auf Mauern in Schulen, Institutionen, Firmen und in Köpfen. „Programmieren hat ein massives Imageproblem. Zu den Kinderkursen kommen zum Beispiel nur Jungs. Es war einmal ein Mädchen da, die ihre Freundinnen mitbringen wollte, aber die haben alle abgelehnt und meinten, das sei nerdig, langweilig und unsexy“, erzählt Alex. „Interessant ist, dass bei den Erwachsenkursen 80 Prozent weibliche Teilnehmer sind. Auf dem Weg dorthin ändert sich offenbar etwas.“ Braucht es also eine Karlie Kloss, die Coding sexy macht?

Ein Modell für andere Regionen?

Das Modell Cook and Code auch in andere Städte zu exportieren, ist ebenfalls eines der großen Ziele von Gründer Alexander Hoffmann. Doch zunächst soll das Business in München auf solide Beine gestellt werden. „Ich versuche mich jetzt zunächst auf Unternehmen zu konzentrieren und mehr Tagesseminare anzubieten. Es gibt nun eine Kooperation mit Wayra Deutschland, wo ich auch mein Büro habe. Das ist sehr spannend“, sagt Alex. Und wer jetzt vielleicht in OWL seinem Vorbild folgen möchte, der darf Alex auch gerne zum Austausch kontaktieren, mit der Mission: Programmieren für alle!

 

Fotos:

Cook and Code-Gründer Alexander Hoffmann

Fotocredit: Esperanza Almagro Bonmati

Fotocredit Bild 2: Unsplash / Helloquence