Crowdfunding gehörten zu den beliebtesten Finanzierungsarten im Internetzeitalter, gerade Startups profitieren davon. Dabei ist das Konzept, viele kleine Investoren statt eines großen für seine Idee zu gewinnen, nicht neu. Schon Mozart hat das versucht. Eine aufwändige Infografik gibt eine umfassende Übersicht über Crowdfunding gestern und heute.

Crowdfunding wird immer beliebter. Hatten 2015 immerhin schon 51,8 % etwas davon gehört, waren es ein Jahr später bereits 65,1 %. 31,8 % wussten sogar, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Kurz zur Erklärung: Bei der gängigsten Version investieren viele Privatpersonen, die zusammen die „Crowd“ bilden, in ein Projekt, ein Produkt oder ein Unternehmen. Dafür bekommen sie beispielsweise als erste das geförderte Produkt (Crowdsponsoring) oder sind am Gewinn beteiligt (Crowdinvesting). Bei der Crowdonation ist der einzige Gewinn das gute Gewissen, beim Crowdlending gibt es bei Erfolg das Geld verzinst zurück.

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Crowdfunding, wie wir es heute kennen, scheint erst durch das Internet möglich geworden zu sein. Tatsächlich stammt der Begriff aus dem Jahr 2006. Erfunden hat ihn der Amerikaner Michael Sullivan, um die finanzielle Unterstützung von Videobloggern zu beschreiben. Die Idee hinter dem Begriff ist allerdings bereits über 300 Jahre alt. 1713 machte sich der britische Schriftsteller Alexander Pope daran, Homers Ilias vom Griechischen ins Englische zu übersetzen. Eine Herkulesaufgabe, für die er sechs Jahre brauchte.

Das weltweit erste Crowdfunding gab es für eine Übersetzung

Finanziell hatte er sich für den Zeitraum clever abgesichert: Für zwei Guinea-Goldmünzen konnten sich literaturbegeisterte Förderer an dem Projekt beteiligen. Als Belohnung bekamen sie eine Widmung auf den ersten Seiten des sechsbändigen Werkes. Nicht viel, aber trotzdem fanden sich 750 Unterstützer, die Pope für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen anvertrauten; über 200.000 Pfund auf heutige Verhältnisse umgerechnet.

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Allein in Deutschland investierte die Internetgemeinde 2015 über 100 Millionen Euro in Gemeinschaftsprojekte, fast zwei Drittel davon als Darlehen. Dabei finden längst nicht alle Ideen genügend Investoren. Das musste 1783 sogar ein gewisser Wolfgang Amadeus Mozart erleben. Für die Aufführung eines Klavierkonzerts fand er zunächst nicht genug Gönner, da nütze auch eine vom Meister signierte Kopie des Notenmanuskripts als Belohnung. Mozart scheiterte im ersten Anlauf quasi an der Fundingschwelle, die es noch heute bei jedem Crowdfunding gibt. Er gab jedoch nicht auf und erreichte sein Ziel ein Jahr später im zweiten Anlauf.

Jeder zahlt nur das, was er kann

Als die englische Rockband Radiohead 2007 ihr Album „In Rainbows“ online veröffentlichte und es ihren Fans überließ, ob und wie viel sie dafür zahlen wollten, galt das als nahezu revolutionär. Dabei war auch diese Vorgehensweise nicht wirklich neu. Am 11. Januar 1832 bewarb der Reclam Verlag ein Gedicht mit folgender Zeile: „Wir bestimmen keinen Preis. Auch der Pfennig ist uns willkommen, und wir werden redlich über die Einnahme Rechnung ablegen.“ Die Werbeaktion war ein voller Erfolg, am Ende kamen 106 Taler zusammen.

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Eine schöne Summe, aber kein Vergleich zu dem, was die spektakulärste deutsche Crowdfunding-Kampagne der Gegenwart eingebracht hat. Das Luxushotel Weissenhaus konnte über die Plattform Companisto 7,5 Millionen Euro für seinen Bau einsammeln.Schon der zwischenzeitliche Betrag von 3,3 Millionen Euro war 2014 Europarekord.

Das berühmteste Crowdfunding-Projekt aller Zeiten

Eine noch viel berühmtere Immobilie als das Resort an der Ostsee ist zweifellos der Freiheitsstatue in New York. Oder genauer gesagt, ihr Sockel, denn die Statue selbst war ein Geschenk der Franzosen. Für den besagten Sockel aber fehlte der Stadt das Geld, und so startete der legendäre Zeitungsmacher Joseph Pulitzer einen Aufruf: Wer mindestens einen Dollar spendete, bekam eine Miniaturausgabe von Lady Liberty als Dankeschön und sicherte den Bau des neuen Wahrzeichens. Innerhalb von fünf Monaten spendeten Menschen aus aller Welt über 100.000 Dollar.

Übrigens: Die in diesem Artikel verwendeten Grafiken stammen aus einem Blogbeitrag der Firma Viking, die mit Bürobedarf handelt. Der Blog hält viele interessante Beiträge für Gründer und Angestellte parat, es lohnt sich also, dort mal vorbeizuschauen! Und die gesamte Infografik mit noch mehr Daten, Fakten und Tipps gibt es hier.