Kennt ihr das Burning Man Festival? Über 70.000 Menschen treffen sich in der Wüste von Nevada, bauen ihre eigene Instant-Stadt Black-Rock-City auf und feiern 9 Tage lang ein Festival, das sich irgendwo zwischen Makers-Faire, Kunst-Event und Woodstock bewegt. Hier mitzumachen ist nicht nur etwas besonderes, sondern bedarf auch einer besonderer Vorbereitung, die mit der Gründung eines Startups durchaus vergleichbar ist.

Dieses Jahr kommt das einzige deutsche Team, das eine Einladung von den Organisatoren und ein Startkapital von 10.000 US-Dollar erhalten hat, aus Ostwestfalen!

Genauer gesagt von der Hochschule OWL: 13 Studierende aus 3 Fachbereichen (Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur, Medienproduktion und Elektrotechnik und Technische Informatik) werden vom 27. August bis zum 4. September mit ihrem über 4 Meter hohen Projekt Desert Eyes, das Natur und Technologie verbinden soll, in die Wüste gehen.

Hier könnt ihr euch die Entstehung des Prototypen anschauen:

Wir haben dem Team für euch einige Fragen gestellt:

Beschreibt doch einmal, was Desert Eyes ist und was Ihr vorhabt.

Beim Desert Eyes handelt es sich um ein Kunstobjekt, entworfen von zwei Computational-Design Studenten der Hochschule OWL am Standort Detmold. Geplant ist eine Kuppel, die acht Meter im Durchmesser und vier Meter in die Höhe errichtet werden soll. Die Grundidee des Projekt-Initiators Pooya Kamranjam ist, dass die Kuppel von außen mit einer reflektierenden Folie überzogen wird, um so eine Fusion von Natur und technischem Gebilde zu visualisieren. Sechsundsechzig Hexagon Strukturen aus Holz bilden das Grundgerüst des Domes, welcher von zahlreichen Tubes (Röhren mit eingebauten LEDs) durchbrochen wird. So entsteht im Inneren, durch natürlichen Lichteinfall und nachts, durch eine speziell entwickelte Lichtinstallation, ein 360-Grad-Erlebnis für die Besucher. Zusätzlich wird im Moment ein sphärisches Sound-Design für die Kuppel entwickelt.

Der finale Dome steht für ein Zusammenspiel von Technik und Emotion.

Wie kam die Idee zu Stande, bei der Ausschreibung zum Burning Man teilzunehmen?

Innerhalb eines Pflichtmoduls bei Prof. Hans Sachs bestand die Aufgabe darin, eine computergenierierte Plastik zu entwerfen, welche auf dem Burning Man realisiert werden könnte. Unter mehreren Teams gelang es dem Desert Eyes Projekt in einem zweistufigen Verfahren herauszustechen.

War zuerst die Idee für Desert Eyes da, oder entstand das Projekt dann gezielt fürs Burning Man?

Durch die Bestätigung in die zweite Runde wurde das Projekt gezielt auf den Burning Man zugeschnitten.

Was waren dann die ersten Schritte und der Prozess bis zum jetzigen Stand?

Zunächst wurde ein Team von Studierenden aus verschiedenen Fachbereichen der Hochschule OWL zusammengestellt, um in jedem Teilbereich des Projektes die größtmögliche Qualität zu erreichen. Pooya Kamranjam und Yonnie Kweon, die Projektleiter, kümmern sich fortlaufend um die Optimierung der Konstruktion und um die Weiterentwicklung des Innenlebens der Kuppel. Drei weitere Computational-Design Studenten (Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur) unterstützen sie bei der Errichtung von Prototypen und bei dem finalen Bau.

Joshua Booth und Yonnie Kweon besrpchen einen Entwurf von Desert Eyes

Joshua Booth und Yonnie Kweon besrpchen einen Entwurf von Desert Eyes (c) Hochschule OWL

Ein vierköpfiges Team von Medienproduzenten (Fachbereich Medienproduktion in Lemgo) kümmert sich um die mediale Umsetzung und Dokumentation des Projektes. Sieben Elektrotechnik und Technische Informatik-Studenten (Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik in Lemgo) arbeiten innerhalb des Engineering-Teams an der technischen Umsetzung des Lichtkonzepts und der Sound-Installation. Für die Sponsorenakquise und das Supervising ist Ricarda Jacobi von der Detmolder Campusagentur der Hochschule OWL in Lemgo zuständig. Unterstützung erhält sie von Willi Hilbert (Fachbereich Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur). Die Hochschule Ostwestfalen Lippe erfüllt eine bedeutende Rolle in der Förderung des Projektes und unterstützt unter anderem bei der Pressearbeit und der konkreten Realisierung.

Das alles sind Prozesse, die zurzeit auf Hochtouren laufen und sich dynamisch neuen Gegebenheiten anpassen.

Hier seht ihr einige Teammitglieder beim Bau eines der Hexagons in Originalgröße:

Wie groß ist der digitale Anteil an der Schaffung von Desert Eyes? Design, 3D-Druck, Planung etc?

Da die Grundidee der Konstruktion mit Hilfe des Computers generiert wurde, ist der digitale Anteil des Projektes nicht wegzudenken. Aus ein Paar Zahlencodes und der Möglichkeit auf dem Burning Man 2017 auszustellen, ist ein enormer Apparat an verschiedenen digitalen Komponenten entstanden. Vom ersten Brand-Developing-Pitch bis hin zu zahlreichen Design Entwürfen gilt es neuste Techniken und Trends in das Desert-Eyes einfließen zu lassen. Die ersten Modelle wurden mit Laser-Technik zugeschnitten. Das Medienkonzept erstreckt sich über jegliche Social-Media-Kanäle und Medienprodukte:

Das Engineering Team arbeitet, abgesehen vom Hardware-Design, hauptsächlich digital und auf neustem technischen Stand.

Auf welche Schwierigkeiten seid ihr gestoßen?

Die größte Schwierigkeit war ein produktives, gut harmonierendes Team aufzustellen und natürlich die Frage nach der Finanzierung.

Und dann musste aus einer Idee natürlich eine Installation entstehen, die als Konstruktion auch umsetzbar ist.

Wie habt Ihr das Projekt eigentlich finanziert?

Die Hochschule OWL unterstützt uns von Beginn an, aber weiterhin sind wir auf viele externe Sponsoren angewiesen, da der finanzielle Gesamtaufwand in einem fast sechsstellig Bereich liegt.

Fred vom Mediateam und Ricarda Jacobi von der Campusagentur

Fred vom Mediateam und Ricarda Jacobi von der Detmolder Campusagentur

Was ist das wichtigste Learning, das Ihr bisher aus dem Projekt schon gezogen habt?

Die Kompetenzen in den verschiedenen Gebieten wirken synergetisch auf das Projekt ein. Das ist für jeden Einzelnen eine sehr spannende Erfahrung.

Welche Unterstützung kann das Team noch gebrauchen?

Wir sind weiterhin auf der Suche nach Sponsoren im materiellen und finanziellen Bereich und freuen uns über jede Form des Supports, besonders auf unserer Facebook Seite und unseren weiteren Social-Media Plattformen.

Vielen Dank für den Einblick in eure Arbeit!

Wir freuen uns dann schonmal auf den Herbst. Denn dann ist geplant, die Desert Eyes Skulptur in Lemgo aufzubauen, wenn sie mit dem 15-köpfigen Team, das zum Burning Man fährt, wieder zurück gekommen ist.

Artikelbilder Copyright Hochschule OWL

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