Ein CEO oder CTO findet sich so ziemlich in jedem Startup, und selbst an den zuerst belächelten Feelgood Manager hat man sich inzwischen gewöhnt. Es gibt aber immer noch eine Menge Jobtitel in der Digitalwelt, die wahlweise ein Schmunzeln oder Strinrunzeln hervorrufen. Einige davon haben wir in unserem Kuriositätenkabinett zusammengestellt.

Microsoft gilt schon lange nicht mehr als das innovativste und kreativste Unternehmen der Tech-Branche, aber bei den Titeln gibt der Softwarepionier richtig Gas. So arbeitete dort viele Jahre ein Galactic Viceroy of Research Excellence. Okay, das war vielleicht nicht die Jobbezeichnung, die im Arbeitsvertrag von James Mickens stand, aber zumindest im offiziellen Blog von Microsoft wurde er so genannt. Bei seinen Forschungen beschäftigte er sich hauptsächlich mit Web-Apps und ließ sich dabei unter anderem von der Comedy-Serie „Seinfeld“ inspirieren. Inzwischen ist er ganz seriös Professor in Harvard.

Geschichtenerzähler und Heilsbringer

„Erzähl mir keine Geschichten!“ lautet im Deutschen oft die Reaktion auf jemanden, der es mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt. Das Erzählen von Geschichten ist aber genau die Aufgabe eines Chief Storytellers. Keine Märchen natürlich, sondern Stories, die ein Unternehmen oder eine Marke interessanter, menschlicher und unterscheidbarer machen. Bei Nike gab es diesen Posten schon in den 1990ern. Mittlerweile kommt kaum ein modernes Unternehmen ohne einen Chief Storyteller aus. Microsoft hat natürlich einen, SAP und Adobe auch. Kürzlich hat sich sogar die Stadt Detroit einen zugelegt, um das Image der siechen „Motor City“ aufzupolieren.

Software-Entwickler sind überall heiß begehrt, weshalb sie gern mit dem Titel Guru geehrt werden. Auch nach einem Java Jedi  (Bild oben?) wurde schon gesucht, und bei Apple steht der eine oder andere IOS Ninja auf der Lohnliste. Google hat sich mit Damon Horowitz eine Weile sogar einen echten In-House Philosopher gegönnt, und AOL mit David Shing einen Digital Prophet. Noch einen draufsetzen wollte da wohl Micrsoft mit einem Innovation Sherpa. Ein Sherpa ist allerdings kein Weiser oder gar Heiliger, sondern ein Angehöriger eines Volkes aus dem Himalaya. Der Name wird zudem für die Personen verwendet, die Bergsteigern das Gepäck tragen. Was immer das jetzt bei Microsoft zu bedeuten hat…

Professionelle Paranoiker und Störenfriede

Yahoo gehört zu den Pionieren im Internetgeschäft, hat jedoch längst den Anschluss an die ganz Großen der Szene verloren. Ob das Management dahinter eine Verschwörung gewittert hat? Das zumindest lässt der Jobtitel Paranoid in Chief vermuten. Wobei der inoffiziell ist, Chief Information Security Officer ist die eigentliche Bezeichnung für den Mann, der für die Datensicherheit im Unternehmen zuständig ist. Seine Mitarbeiter nennen sich „the Paranoids“, und deren Chef ist eben der Oberparanoide.

Entrepreneur in Residence, das kennt man, das ist eine Art Edelazubi in Sachen Unternehmertum. Aber ein Hacker in Residence? Den hat es auch schon gegeben, und zwar bei LinkedIn. Da sollte er selbstverständlich keine illegalen Dinge veranstalten, sondern schnelle, unkonventionelle Problemlösungen finden, eben „Hacks“. Ärger machen will auch nicht wirklich der Chief Troublemaker, das ist bei der Softwaragentur Matrix Group bloß der coolere Jobtitel für den CEO. Zu seinen besten Leuten zählt dann vermutlich das Swiss Army Knife, die Allzweckwaffe in Sachen Webprogrammierung.

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