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Das „Internet of Things“ (IoT) wird die Arbeitswelt – und nicht nur die – revolutionieren, und die Region OWL kann da eine gewichtige Rolle spielen. Deshalb werden wir in Zukunft diesem Thema hier verstärkt Aufmerksamkeit widmen. Zum Auftakt werfen wir einen Blick weit über die Landesgrenzen hinaus und beantworten die Frage, welches die wertvollsten IoT-Startups der Welt sind.

Was den Wert eines Unternehmens ausmacht, hängt natürlich von vielen Faktoren ab. Bei Startups wird dafür gern die Summe als Maßstab genommen, die Investoren eingebracht haben. Als zuverlässigste Informationsquelle und Datenbank gilt dabei die amerikanische Webseite Crunchbase. Demnach sind das die fünf IoT-Startups mit den größten Finanzierungsrunden:

Platz 1: Sigfox (149,56 Millionen US-Dollar Funding)

Im Internet der Dinge geht es unter anderem darum, Geräte aller Art miteinander zu vernetzen und den Datenaustausch zwischen diesen Geräten zu ermöglichen. So lassen sich komplexe Prozesse in der Industrieproduktion organisieren und optimieren. Die große Masse an IoT-Anwendungen wird aber im Alltag stattfinden und einfache Dinge betreffen, bei denen nur geringe Datenmengen ausgetauscht werden müssen. Hier kommt Sigfox ins Spiel und bietet eine Lösung, die vollkommen unabhängig ist von bestehenden Netzen wie etwa für den Mobilfunk. Die Technologie ist angelehnt ist an Verfahren, die bei der Kommunikation zwischen U-Booten im 1. Weltkrieg verwendet wurde. Der Energieaufwand ist sehr gering, die Kosten sind entsprechend niedrig. Überraschung: Sigfox ist kein Startup aus dem Silicon Valley, sondern wurde 2009 in Frankreich gegründet.

Platz 2: Acadine Technologies (100 Millionen US-Dollar Funding)

Und auch Platz 2 geht nicht in die USA, sondern nach Hong Kong. Dort hat Acadine Technologies seinen Hauptsitz. Auch bei Acadine dreht sich alles um die Kommunikation zwischen smarten Geräten. Dabei basiert ihre H5OS genannte Softwarelösung auf HTML5, der Standardcomputersprache für Webinhalte. Dieser Ansatz unterscheidet sich also wesentlich von dem, den Sigfox gewählt hat. Zudem ist der angestrebte Einsatzbereich viel breiter gefasst. VonSmart Home über Medizintechnik bis hin zur Mobilität gibt es kaum ein Thema, das Acadine mit H5OS nicht ansprechen möchte.

Platz 3: Thinfilm (69 Millionen US-Dollar Funding)

Thinfilm_smartlabel

Ein smarter Aufkleber von Thinfilm (Foto: Thinfilm)

Wer glaubt, das Internet of Things beschränke sich auf elektronische Geräte aller Art, der kennt Thinfilm noch nicht. Das norwegische Unternehmen druckt nämlich in großer Stückzahl elektronische Elemente, sich überall aufkleben lassen. Deshalb spricht Thinfilms auch gern vom „Internet of Everything“. Die smarten Aufkleber, die sich zum Beispiel mit dem Mobiltelefon lesen lassen, kommen schon bei Pharmaprodukten, Bekleidungsgeschäften und sogar bei Bierflaschen zum Einsatz. Ihr Nutzen: unter anderem umfangreichere Produktinformationen und bessere Kontrolle und Dokumentation von Beständen.

Platz 4: Ayla Networks (64,4 Millionen US-Dollar Funding)

Ayla bietet eine Cloud-basierte Plattform als Zugang in die IoT-Welt. Ein Name für diese Methode lautet „Platform-as-a-Service“ (PaaS). Bescheidenheit ist nicht die Haupteigenschaft dieses amerikanischen Unternehmens. Auf der Webseite heißt es: „Aylas Plattform löst nicht nur ein Problem des IoT, es löst alle.“ Erfolgreich ist das Startup bisher vor allem im Bereich Smart Home. In diese Richtung geht die Zusammenarbeit mit Ceasars Entertainment, einem Betreiber von Hotels und Casinos, und WeChat, dem chinesischen Social-Media-Giganten. Ziel dieser Kooperation: das smarte Hotelzimmer.

Platz 5: WellAware (61 Millionen US-Dollar Funding)

Während die ersten vier Unternehmen unserer Liste am liebsten alles mit allem verbinden möchten, beschränkt sich WellAware auf ein sehr spezielles Anwendungsgebiet. Der Name gibt darauf schon einen Hinweis, denn mit „well“ ist hier „Quelle“ gemeint, genauer gesagt, das Bohrloch einer Ölquelle. WellAware stammt, wie könnte es anders sein, aus Texas, und will die zahlreichen Probleme der Ölindustrie lösen. Als da wären: hohe Kosten, ungeplante Stillstandszeiten, Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen und vieles mehr. Um die dabei anfallenden Datenmengen bewältigen zu können, bietet WellAware mehrere Plattformlösungen an. Die sind auf die verschiedenen Arbeitsschritte abgestimmt, von der Ölförderung über den Transport bis zur Weiterverarbeitung.

Bild ganz oben: Screenshot aus einem Werbevideo von Sigfox