Bist du ein Mensch? 0   +   10   =  

Wer in letzter Zeit im Kino gewesen ist, Abteilung Blockbuster, hat wahrscheinlich einen Film der Marke Disney gesehen, denn die steht längst für viel mehr als für gezeichnete Mäuse und Enten. Star Wars, die erfolgreichsten Marvel-Produktionen und die Animationsgeniestreiche von Pixar stammen ebenfalls aus dem Haus, dessen Grundstein vor fast 90 Jahren der Cartoonist Walt Disney legte, der vor allem ein begnadeter Entrepreneur war. Was Gründerinnen und Gründer noch heute von ihm lernen können (und was nicht), zeigen wir an einer Reihe von Beispielen.

Offen sein für neue Entwicklungen
Walt Disney begann um 1920 seine Karriere als Zeichner für Werbeanzeigen und beschäftigte sich in diesem Zusammenhang bald auch mit Trickfilmen. Er erkannte deren Potenzial und begann sich für neue Techniken und Darstellungsformen zu interessieren. Er war kein Erfinder im engeren Sinn, aber ein Pionier: Steamboat Willie war der erste Filmcartoon mit Ton (und die Premiere von Mickey Mouse), Disney gehörte zu den ersten, der mit der Farbfilmtechnologie Technicolor arbeitete, und er drehte mit Snow White and the Seven Dwarfs den ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm überhaupt. Auch Stereosound im Kino durfte das Publikum zuerst bei einer seiner Produktionen erleben, nämlich bei Fantasia. Der Film war kein Kassenerfolg, aber typisch für ihn, weil er sich leidenschaftlich für innovative Technologien einsetzte und dafür auch Risiken einging.

Bei Rückschlägen mit einer noch besseren Idee zurückkommen
Am Anfang ging längst nicht alles glatt bei Walt Disney. Erste Schritte als Unternehmer mit einer Agentur und dem Trickfilmstudio Laugh-O-Gramm endeten jeweils in der Pleite. 1927 lief es dann richtig gut, Disney hatte zusammen mit seinem Kreativpartner Ub Iwerks eine sehr populäre Cartoonfigur geschaffen: Oswald the Lucky Rabbit. Über sie kam es allerdings zum Streit mit Universal Pictures, und Disney verlor alle Rechte an Oswald sowie die meisten seiner Mitarbeiter. Was tun? Walt erinnerte sich an eine zahme Maus, die ihm zu Laugh-O-Gramm-Zeiten manchmal bei der Arbeit zugeschaut hatte. Ihre Abenteuer wollte er in Trickfilmen erzählen und sie Mortimer nennen, aber Disneys Frau Lillian gefiehl Mickey besser. Der Rest ist Geschichte.

Mickey Mouse trifft seinen Vorgänger, Oswald the Lucky Rabbit (© Disney)

Mickey Mouse trifft seinen Vorgänger, Oswald the Lucky Rabbit (© Disney)

Das Geschäftsmodell ausbauen
„Skalieren“ gehörte wahrscheinlich nicht zum Wortschaft von Walt Disney, doch zu wachsen und sich neue Märkte zu erschließen gehörte immer zu seinen Prinzipien. Angefangen mit kurzen Trickfilmen, drehte er später Cartoons in Spielfilmlänge, Filme mit realen Schauspielern und Mischformen aus beidem. Auch ins Fernsehgeschäft stieg er früh ein und erkannte vor vielen anderen das enorme Geschäftspotenzial und die Werbewirksamkeit des neuen Mediums. Merchandise und Comichefte sorgten ebenfalls für hohe Umsätze, doch sein größter Coup waren die Themenparks wie das 1955 eröffnete Disneyland in Kalifornien. So breit aufgestellt, konnte es sich Disney auch erlauben, riskantere und kostspielige Projekte durchzuziehen und innovativ zu bleiben.

Die talentiertesten Leute beschäftigen
Auch wenn viele das lange geglaubt haben: Walt Disney hat natürlich nicht alle Comichefte und Filme selbst gezeichnet, das haben von Beginn an andere für ihn erledigt. Disneys langjährigen kongenialen Partner Ub Iwerks haben wir schon erwähnt, und an seiner Geschichte zeigt sich exemplarisch eine wesentliche Schwäche Disneys: Er war zu dominant, um andere neben sich groß werden zu lassen, das Gegenteil von einem auf Augenhöhe agierenden Teamplayer. Deshalb verließ Iwerks Disney 1930 und kehrte erst 16 Jahre später zurück. Obwohl am Triumph von Mickey Mouse maßgeblich beteiligt, ist sein Name bis heute nur Insidern bekannt. Sorry Walt, hier taugst Du leider nicht als Vorbild.

Ein Motto für alle Entrepreneure
Zum Abschluss zur Inspiration noch das berühmteste Zitat von Walt Disney: „If you can dream it, you can do it.“ Wobei er das selbst wahrscheinlich nie gesagt hat.

Bild ganz oben © Disney