Bist du ein Mensch? 5   +   4   =  

Wenn es um die Zukunft der Technologie und der Arbeitswelt geht, ist immer wieder vom „Internet of Things“ (IoT) zu hören, vom „Internet der Dinge“. Galt lange der Computer als natürliche Heimat des Internet, in den letzten Jahren ergänzt durch das Smartphone, haben inzwischen zahlreiche Geräte aus allen möglichen Bereichen Netzanbindung.

Seit Jahren muss der Kühlschrank, der Milch nachbestellt, als eher albernes Beispiel für das  IoT herhalten. Durchgesetzt hat der sich bis heute nicht, während der Bereich Smart Home insgesamt an Bedeutung gewinnt. Entscheidend dafür sind immer präziser messende Sensoren, die von Raumtemperatur über Bewegungen bis zur Luftzusammensetzung alles erfassen können und basierend auf den daraus entstehenden Daten automatisch die Heizung oder die Beleuchtung regulieren und überprüfen, ob der Herd ausgestellt werden sollte.

internet_of_things_2

Ähnliches, nur in viel größerem Rahmen, geschieht unter dem Stichwort Smart City. Hier kann das IoT beispielsweise für ein Verkehrsleitsystem eingesetzt werden oder für schnelle Gegenmaßnahmen bei Luftverschmutzung. Bei allen Vorteilen ist aber auch einem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. So lassen sich über die IoT-Suchmaschine Shodan Überwachungskameras und sogar Webcams aufspüren und anzapfen. Big Brother ist watching you.

Die totale Überwachung fürchten auch die Kritiker der Wearables, die vor allem bei Sportlern beliebt sind. Fitnessarmbänder gehören dazu, aber auch ganze Kleidungsstücke, die allerlei Körperfunktionen messen und daraus ein Bild über den Gesundheitszustand einer Person erstellen können. So entsteht einerseits der gläserne Mensch, anderseits können eventuell Krankheiten rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Das größte Potenzial sehen manche Experten allerdings nicht im Endkundengeschäft, sondern in der – es folgt ein weiteres Buzzword – Indusrie 4.0. Die Maschinenkommunikation (M2M) wird dabei ein wesentliche Rolle spielen; Produktionsmaschinen können sich quasi gegenseitig steuern und machen damit viele herkömmliche Arbeitsplätze überflüssig, während die Nachfrage nach IoT-Fachleuten rasant steigt.

industrie_4_0

Wie groß der IoT-Markt insgesamt ist, belegen Zahlen, die das amerikanische IT-Markforschungsinstitut Gartner letzten November vorgelegt hat. Demnach werden schon 2016 fast 6,4 Milliarden „Dinge“ mit dem Internet verbunden sein – jeden Tag 5,5 Millionen mehr. Für 2020 liegt die Prognose gar bei fast 21 Milliarden. Atemberaubende 1,4 Billionen US-Dollar sollen, über alle Bereiche hinweg, weltweit für das IoT ausgegeben werden, 2020 dann sogar 3 Billionen. Und ja, gemeint ist die Billion mit den 12 Nullen.

Wo immer die Reise auch hingehen wird, fest steht, dass das Internet der Dinge mit all seinen Möglichkeiten erst am Anfang einer Entwicklung steht, die unser aller Leben nachhaltig verändern wird. Daher werden wir an dieser Stelle immer wieder auf dieses Thema zurückkommen und einzelne Aspekte genauer unter die Lupe nehmen.

Bilder: © 123rf.com / Bakhtiar Zein / Roberto Rizzo / aimage