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Fuck Up Nights haben sich 2012 in Mexiko etabliert und wurden seitdem über den gesamten Globus getragen. On Stage: Redner die auf humorvolle Weise aber mit ernster Absicht über eigene Fehler und gescheiterte Gründung berichten.  Zum vierten Mal initiierten Tristan Niewöhner und Eyüp Amramaz die fuckUP Nights OWL.

Ein Abend im Denkwerk

Scheitern galt lange Zeit als verwerflich. In der Vita kam der gescheiterte Gründungsversuch nicht vor, da man mit Fehlern nicht hausieren gehen wollte. Die fuck UP Night hat Fehlertum salonfähig gemacht. Warum muss ein jeder den selben Fehler machen um zu merken, dass ihm dieser Fehler die Existenz des Unternehmens kosten kann?

Im Denkwerk in Herford fand vergangenen Donnerstag die vierte FUN OWL statt. Die Initiatoren Eyüp Aramaz und Tristan Niewöhner schlossen sich November letzten Jahres zusammen und passten das Format auf OWL an. Sie suchten Entrepreneure aus OWL, die in ihrem Leben mindestens ein Unternehmen gegen die Wand gefahren haben und der Meinung sind, dass der selbe Fehler nicht unendlich oft wiederholt werden muss.

Zerstört, zerbrochen und im Staub lagen auch die Ideen von Andreas Schwaner, Eike Diestelkamp und Robert Levenhagen, drei Unternehmern mit Visionen. Drei Westfalen, die im Nachhinein schwer reich an Erfahrungen aber eher mittellos im klassischen Sinne waren. Sie haben vor etwa 160 Teilnehmern ihre Key-Learning Points aufgezeigt.

Drei Redner – Drei Fehler – Drei Lehren

Andreas Schwaner beendete sein Studium und stand kurz vor der Übernahme eines Unternehmens.
Der Student einigte sich mit dem Vertragspartner, verkaufte seine eigene Firma, ready to take off. Bis der Deal platzte. Andreas, zuvor perspektivisch abgesichert, stand auf einen Schlag mit leeren Händen ohne finanzieller Grundlage dar.

Ein Fuck Up, der ihn über Umwege zu einem erfolgreichen, mit diversen Wassern gewaschenen, Investoren machte. Ein Business Angel, der Fehler nicht ein zweites Mal machen möchte und dem sein verfrühtes überstürztes Handeln eine große Lehre war.

Andreas Schwaner als Student

Andreas Schwaner als Student.

Die Investoren von Eike Diestelkamp waren begeistert. Sie fanden seine Idee faszinierend und schlichtweg klasse, es gab nur ein Problem: Trotz aller Faszination wollten sie irgendwie nicht investieren.

Eike, der eine Online-Plattform für Geschenke etablieren wollte, wunderte sich über das andauernde Zurückhalten der Investitionen aber das Feedback beflügelte ihn. Es gab ihm Auftrieb.

Bis ihm der Auftrieb das Genick brach. Er schlug auf den harten Boden der Realität auf und merkte, dass seine Idee unbrauchbar war und vermutlich niemand irgendwann einmal ernsthaft in sie investieren würde.
Seine Message: Die Leute sind zu nett, um dir zu sagen, dass deine Idee Schwachsinn ist.

Eike Diestelkamp, Geschäftsführer von HDNET GmbH & Co KG.

Eike Diestelkamp, Geschäftsführer von HDNET GmbH & Co KG.

Robert Levenhagen hatte als junger Mensch eine Vision, er wollte das Thema Fashion und Style in das World-Wide-Web tragen. Er wollte Mode unter den Netz-Pionieren zu einem Thema mit Sex-Appeal machen. Man könnte sagen er war einer derjenigen, die das Millionen-Geschäft des Influencing mitbegründeten.

Als er schließlich vor dem Trümmerhaufen seiner Ideen stand, überkam ihm der Gedanke, sich auf das Influencing selbst zu fokussieren.

Ein Scheitern konnte er noch nicht erkennen, denn ein fuck Up ist nur dann endgültig, wenn man nichts gelernt hat.
Jetzt bietet er Influencern hochspezialisierte Analysen ihres Influencing-Grades, ihrer Reichweite und ihres Relevanz-Potentials an – jetzt ist Robert ein erfolgreicher Unternehmer.

Robert Levenhagen, Founder von Influencerdb.Robert Levenhagen, Founder von Influencerdb.

Robert Levenhagen, Gründer von Influencerdb.

Die Resonanz: Ein unbezahlbarer Abend

Die Vorträge, die Botschaften, und die Ironie mit der die Speaker über ihre eigenen Fehler berichteten, die sie zuweilen bis an die Grenzen der Privatinsolvenz trieben, begeisterte die Zuhörer durchweg.

Humorvoller Vortrag mit ernsten Absichten. fuckUP Nights können vor schweren Fehlern bewahren.

Humorvoller Vortrag mit ernsten Absichten. fuck UP Nights können vor schweren Fehlern bewahren.

Für die Business Angel, Mentoren und Gründer im Publikum vereinte der Abend Poetry Slam-typisches Entertainment mit Messages, die ihnen später einmal durchaus eine Menge Kapital ersparen könnten.

Im Nachklang fanden die Gäste beim westfälischen Networking die Chance, sich in Gespräche zu vertiefen. Kartoffelsalat, Bier und Currywurst vereinte Publikum und Redner und brachte weitere Diskussionspunkte auf die Agenda. Unter welchen Umständen macht es Sinn, Energie in die Suche nach Kollaborateuren und Investment-Partner zu stecken? Wann muss das Produkt spätestens auf der Straße getestet werden?

Punkte, die eventuell die 5. fuckUP Nights OWL beantworten kann.