Workaholic. Visionär. Ekel. Genie. All das und vieles mehr wurde Elon Musk schon genannt, und man muss ihn nicht unbedingt sympathisch finden, aber eines kann man nicht abstreiten: Er hat Erfolg. Riesigen Erfolg. Was können sich Gründer von ihm abgucken? Wir nennen fünf seiner Erfolgsrezepte.

Elon Musks Werdegang in Stichworten: 1971 in Pretoria, Südafrika, geboren; mit 17 nach Nordamerika ausgewandert; 1995 zusammen mit seinem Bruder Kimbal sein erstes Unternehmen Zip2 gegründet; um die Jahrtausendwende einer der Köpfe hinter PayPal; 2002 Gründung der Raumfahrtfirma SpaceX; 2003 Tesla Motors, zuletzt mit mit fast 400.000 Vorbestellungen für das Model 3 in den Schlagzeilen. Und das ist längst nicht alles, aber genug um zu zeigen: In Sachen Entrepreneurship kann Musk kaum einer das Wasser reichen. Was ist das Geheimnis seines Erfolgs? Das sind fünf der wichtigsten Faktoren:

1. Harte Arbeit
Also richtig hart, „super hart“, wie Elon Musk 2014 in einer Rede an der University of Southern California (USC) erzählt: „Als mein Bruder und ich unsere erste Firma starteten, haben wir uns kein Apartment genommen, sondern nur ein kleines Büro gemietet und auf der Couch geschlafen. Geduscht haben wir beim YMCA, und wir waren so klamm, dass wir nur einen Computer hatten. Tagsüber war die Webseite aktiv, und die ganze Nacht habe ich gecodet. Sieben Tage die Woche, die ganze Zeit… Das ist einfache Mathematik; sagen wir, jemand anderes arbeitet 50 Stunden [die Woche] und du 100, dann schaffst du innerhalb eines Jahres doppelt so viel wie das andere Unternehmen.“

2. Scheitern ist keine Option
Gesundes Selbstbewusstsein gehört bei erfolgreichen Gründern zur Grundausstattung, und Elon Musk hat davon eine extragroße Portion. Jim Cantrell, Mitgründer von SpaceX sagt über ihn: „Ich wage zu behaupten, dass er nicht erfolgreich ist, weil seine Visionen großartig sind, nicht, weil er außergewöhnlich schlau ist und unglaublich hart arbeitet. All das ist wahr. Der eine wesentliche Unterschied, der ihn herausstehen lässt, ist seine Unfähigkeit einen Fehlschlag in Betracht zu ziehen. Das gibt es in seinem Gedankenprozess einfach nicht. Er kann sich Scheitern nicht vorstellen, und das ist wirklich bemerkenswert.“

Die Falcon 9 von SpaceX (Foto © 2016 SpaceX)

Die Falcon 9 von SpaceX (Foto © 2016 SpaceX)

3. Lesen bildet
Elon Musk gilt als Leseratte, die sich in jedes Thema akribisch einarbeitet, überall, jederzeit. In der Biographie „Elon Musk: Tesla, SpaceX and the Quest for a Fantastic Future“ von Ashley Vance wird PayPal-Investor Kevin Hartz zitiert: „Wir hingen alle ab in dieser Sonnenhütte im Hard Rock Cafe, und Elon liest da irgendein obskures Handbuch über Sovjetraketen, das schon ganz schimmelig war und aussah, als hätte er es bei eBay gekauft.“

4. Nicht dem Trend folgen
Eine Raketenfirma gründen oder eine neue Automarke etablieren  – das sind nicht unbedingt die naheliegendsten Geschäftsideen, aber typisch Musk, denn gängigen Trends hinerher zu laufen ist nicht sein Ding. Ein weiteres Zitat aus seiner Rede an der USC: „Folgt nicht einfach den Trends. Vielleicht habt Ihr mich sagen hören, dass es gut sei zu denken wie ein Physiker in Bezug auf die Grundprinzipien. Soll heißen, anstatt mit Analogien zu argumentieren, kocht die Dinge lieber runter auf die denkbar einfachsten Wahrheiten und schlussfolgert von da aus. Das ist ein guter Weg um herauszufinden, ob etwas wirklich sinnvoll ist oder nur etwas, das alle anderen auch machen.“

5. In jungen Jahren Risiken eingehen
Wie gesagt, Scheitern gehört nicht in die Vorstellungswelt von Elon Musk, den Begriff „Risiko“ kennt er aber schon, und er ruft in seiner USC-Rede gerade junge Leute auf, sich darauf einzulassen: „Die letzte Sache zu der ich Euch ermutigen möchte: Jetzt ist Eure Zeit Risiken einzugehen. Ihr habt keine Kinder und kaum Verpflichtungen, aber wenn Ihr älter werdet, steigen Eure Verpflichtungen. Habt Ihr erstmal eine Familie, geht Ihr die Risiken nicht nur für Euch, sondern auch für die Familie ein. Das macht es viel schwieriger Dinge zu tun, die nicht funktionieren könnten… Also möchte ich Euch ermutigen, jetzt Risiken einzugehen, etwas Kühnes zu tun, Ihr werdet es nicht bereuen.“