Die Startup-Welt wird dominiert von den 18- bis 34-Jährigen. Millenials und Generation Y sind Synonyme für diese Altersgruppe. Doch wie tickt diese Unternehmergeneration? Das Softwareunternehmen Sage hat rund 7.400 Jungentrepreneure aus 16 Ländern online befragt und dabei fünf grundsätzliche Persönlichkeitstypen ermittelt. Hier könnt ihr nachlesen, ob Ihr Euch darin wiedererkennt.

„Walk with me“ nennt sich die Studie, die Fragen zu drei Themenbereichen beinhaltet: Einstellung zur technologischen Entwicklung, Einstellung zum Geschäftsleben und soziale Einstellung. Kernstück ist die eingangs erwähnte Definition von Persönlichkeitstypen, denen sich die Befragten mehr oder weniger zuordnen lassen. Und das sind…

…die fünf Persönlichkeitstypen

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Die prinzipientreuen Planer – Sie gehen äußerst methodisch vor und haben Freude daran, ihren Erfolg sorgfältig und strukturiert zu planen. Sie sind ehrgeizig und hinterfragen alles. Dabei sind sie darauf bedacht, auf die Gesellschaft Einfluss zu nehmen, und stellen ihre eigenen Werte über das Streben nach Gewinn. Sie wollen Spaß haben bei dem, was sie tun, und Herren des eigenen Schicksals sein. Sie schätzen Menschen mehr als Technologie, nutzen sie aber, um im Wettbewerb um die Kunden die Nase vorn zu behalten.

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Die Technikgetriebenen  –Sie lieben ihre Arbeit und ertragen die Vorstellung nicht, nur herumzusitzen und Däumchen zu drehen. Sie setzen auf die Kraft und Effizienz innovativer Technologie, um der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein, wenn es um die Ansprache bestehender und zukünftiger Kunden geht. Auch wenn sie der Technologie für ihr Geschäft einen höheren Stellenwert einräumen als den Menschen, wollen sie ihre Ideen mit ihnen teilen und etwas bewirken. Demotiviert werden sie durch die Abhängigkeit von Investoren und harten Konkurrenzkampf. Am besten arbeiten sie für sich, wollen aber immer wissen, was die anderen machen, um die Kontrolle zu behalten.

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Die intuitiven Entdecker –Sie sind lässig und lieben das Unbekannte. Bei ihren Erforschungen verlassen sie sich auf ihr Bauchgefühl und bleiben am Ball. Ihr modernes Image ist ihnen enorm wichtig, ebenso das Vermächtnis, das sie der Nachwelt hinterlassen. Die intuitiven Entdecker lieben Technologie greifen für ihr Networking stark darauf zurück, auch wenn die sagen, sie sei nicht ausschlaggebend für ihren Erfolg. Sie seien selbst erfinderisch genug, so dass sie nicht immer die neuesten Geräte haben müssten. Geld verdienen ist ihnen sehr viel wichtiger als persönliche und soziale Werte. Viele von ihnen sind Seriengründer, sie planen, mit harter Arbeit schnell reich zu werden. Ihren Mitarbeitern überlassen sie viel Eigenverantwortung.

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Die Realisten –Sie sind sehr einfallsreich, neigen aber dazu, ihren Erfolg in Abhängigkeit von Technologie zu sehen. Bei ihrer Arbeit und dem Treffen von Entscheidungen setzen sie mal auf Bauchentscheidungen, mal auf eine methodische Herangehensweise. Beim Bestreben, ihr Geschäft voranzubringen, arbeiten sie so lange wie möglich allein. Realisten sind oft Seriengründer und halten Menschen für wichtiger für den Geschäftserfolg als Technologie. Dementsprechend bewegen sie sich lieber in der realen als in der virtuellen Welt. Ihr Leben ist ihnen wichtiger als ihre Arbeit, auf die sie aber trotzdem stolz sind.

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Die Abenteuerlustigen  – Schnell gelangweilt und immer auf der Suche nach der nächsten Herausforderung, lieben sie das Unbekannte und legen keinen Wert auf Äußerlichkeiten. Mehr als die Hälfte sagt, sie hätten die Leidenschaft für ihre Geschäftsidee ein Jahr nach dem Start schon wieder verloren. Abenteuerlustige suchen Gesellschaft und arbeiten gern im Team. Den Anspruch, gesellschaftlichen Einfluss nehmen zu wollen, haben sie weniger, sie streben Spaß und Erfolg für sich und ihre gleichgesinnten Mitarbeiter an. Neueste technologische Entwicklungen interessieren sie kaum, sie glauben, auch mit der Technologie von vor 20 Jahren erfolgreich sein zu können.

Weitere Ergebnisse der Studie

  • 61 % der Befragten insgesamt haben schon auf Profit verzichtet und sind lieber ihren Werten treu geblieben. In Südafrika waren es sogar 78% und in den USA 70%. Deutschland liegt mit 49% unter dem Durchschnitt.
  • 66 % sagen, Leben sei ihnen wichtiger als Arbeit. Die meisten Lebenskünstler findet man in Spanien (79%) und Portugal (75%). In Deutschland stimmen nur 61% der Aussage zu. Befragte in Singapur (73%), Brasilien (71%) und der Schweiz (70%) legen ihr Hauptaugenmerk auf die Verringerung ihrer Arbeitszeit und auf einen frühen Ruhestand In Deutschland haben 66% ebenfalls dieses Ziel.
  • 34 % der jungen Unternehmer werden von dem Wunsch geleitet, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, das Geld steht nur für 21% an erster Stelle. Bei den deutschen Millenials sind die Motive folgendermaßen verteilt: jeweils 26% wollen Herr ihres eigenen Schicksals sein und ihre eigenen Ideen umsetzen. Für 25% ist das Geld die wesentliche Motivation.
  • Sich sozial zu engagieren ist besonders in Brasilien (81%) und Südafrika (80%) von Bedeutung, in Deutschland sehen immerhin noch 63% diesen Aspekt als wichtig an.
  • 62% gehen davon aus, mehr als ein Unternehmen zu gründen (Deutschland: 47%) – 52% der weltweit wie auch der deutschen Befragten begründen das mit ihren vielen Ideen, die sie mit der Welt teilen wollen.

Noch mehr Ergebnisse und weitere Details zu den Persönlichkeitstypen gibt es hier, speziell für Deutschland hier, jeweils in englischer Sprache.

Bild ganz oben: racorn / 123RF