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Hart und viel arbeiten, Rückschläge in Kauf nehmen können und an sich und seine Idee auch dann glauben, wenn es sonst niemand tut. Viele erfolgreiche Gründer mussten kritische Phasen überwinden und unkonventionelle Wege gehen, um den Durchbruch zu schaffen. Einige von ihnen sind allerdings besonders extreme Charaktere. Das belegen unsere fünf wahren Geschichten aus dem Leben berühmter Entrepreneure.

Amazon gilt als härtester Arbeitgeber unter den digitalen Weltkonzernen, und Kritiker vermuten bei Gründer Jeff Bezos eine Rechenmaschine, wo andere ein Herz haben. Bestätigen könnte sie eine Anekdote, die Bezos selbst 2010 vor Studenten der Princeton University zum Besten gegeben hat. Einst fuhr er mit seiner Großmutter im Auto und war genervt von ihren exzessiven Zigarettenkonsum. Also ging er seiner Lieblingsbeschäftigung nach, dem Rechnen und Erstellen von Statistiken. Er hatte gehört, das jeder Zug an einer Zigarette zwei Minuten Lebenszeit kosten würde, und rechnete das auf das Gequalme seiner Oma um. Das Ergebnis verkündete er stolz: „Du hast schon neun Jahre Deiner Lebenszeit in Rauch aufgelöst!“

Für diese mathematische Glanzleistung hatte er eigentlich mit Lob gerechnet. Stattdessen begann seine Großmutter zu weinen. Daraufhin hielt Bezos‘ Großvater den Wagen an, stieg aus und signalisierte seinem Enkel, zu ihm zu kommen. Nach eine Weile des Schweigens sagte ruhig und freundlich zu ihm: „Jeff, eines Tages wirst Du verstehen, dass es schwerer ist gütig zu sein als schlau.“ Jeff war damals zehn Jahre alt.

Elon Musk: einen Monat lang Würstchen und Orangen

Ebenso als harter Hund bekannt ist Elon Musk, der Macher unter anderem von Tesla und SpaceX. Dabei schont er sich auch selbst nicht, wie er in einem Interview über seine Zeit als Student an der Queen’s University in Ontario erzählte. Um sich auf die erwartete schwere Zeit als Gründer in den USA einzustimmen, kürzte er sein Budget für Nahrungsmittel auf 30 Dollar – für den kompletten Monat. „In Amerika ist es ziemlich einfach am Leben zu bleiben“, meinte er. „Ich stellte mir vor, ich könnte in einem billigen Apartment mit meinem Computer leben und okay sein, ohne zu verhungern.“

Für die 30 Dollar kaufte er große Mengen von Würstchen und Orangen, zur Abwechslung gab es gelegentlich Nudeln mit Tomatensauce. Das Geld reichte. Das gab ihm die Sicherheit, dass er kein hohes Gehalt zum Überleben brauchte, und die Freiheit, auch seinen hochfliegenden Träumen zu folgen. Träumen von Reisen ins All zum Beispiel.

Oliwer Samwer mag es schmutzig

Musks Spardiät gefällt vermutlich Oliver Samwer. Der Seriengründer von Rocket Internet empfahl auf der Konferenz Idealab 2013 seinen Zuhörern den schottischen Nationalhelden William Wallace, genannt Braveheart, als Vorbild. Begründet hat er das so: „Braveheart sah so aus wie er lebte: im Schmutz. Schaut Euch den Film ruhig an, er ist die meiste Zeit schmutzig.“ Auch Startups müssten sich im übertragenen Sinne durch den Dreck wühlen, um erfolgreich zu sein. Der Loser des Films wohnt dagegen in einem großen Zelt. Samwer vergleicht diesen Komfort mit den großen Büros von McKinsey & Co., für die er nicht viel übrig hat.

Als Beleg für Samwers eigene Genügsamkeit hat sein Biograph Joel Kacmarek eine kleine Episode parat. Als er sich 2011 intensiv mit dem Couponing-Anbieter Groupon beschäftigte, hatte Samwer einen Termin in London. Während der ihn begleitende Investor Eric Lefkofsky standesgemäß in einem Nobelhotel abstieg, schlief der Rocket-Mann unter seinen Büroschreibtisch.

Duschen? Nicht mit Bill und Steve!

Mit der Hygiene nahmen es, ähnlich wie Braveheart, auch zwei der größten Helden der Digitalwelt nicht so genau. Jean Richardson, ehemalige Kommunikationschefin von Microsoft, erzählte in einem Fernsehinterview über Bill Gates: „Wenn er beschäftigt war, wusch er sich nicht, wechselte nicht seine Kleidung. Wir waren in New York, und unsere Präsentation brach am Abend vor unserem Auftritt zusammen. Bill und ein paar andere Programmierer arbeiteten die Nacht durch, um das wieder hinzubekommen. Es kam ihm nicht in den Sinn, sich danach zehn Minuten Zeit für eine Dusche zu nehmen. Es kam ihm einfach nicht in den Sinn, dass das wichtig sei, und er hätte an dem Tag dringend eine Dusche gebraucht.“

Aufs Duschen ganz verzichtet hat eine Zeitlang Apple-Vordenker Steve Jobs. Er war der Ansicht, dass ihn seine ausschließlich aus Früchten bestehende Ernährung von allen Giftstoffen im Körper befreien würde. Als Konsequenz daraus müsse er sich auch nicht mehr waschen. Diese verquere Logik führte dazu, dass Jobs olfaktorisch nicht der angenehmste Zeitgenosse war. Während seiner Zeit bei Atari soll er deswegen sogar in die Nachtschicht versetzt worden sein. Seine Kollegen konnten ihn einfach nicht mehr riechen.

Bild ganz oben: Szene aus dem Film Braveheart von und mit Mel Gibson