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IoT bedeutet: über 30 Milliarden connected Devices in 2023 (Ericsson Mobility Report). Das sind vier mal so viele Geräte wie Menschen auf der Erde. Ein Markt, der die 8 Billionen Dollar Marke locker sprengt. Grund genug, sich Gedanken über ein Hardware Startup zu machen, oder?

Vor- und Nachteile eines Hardware Startup

Der Vorteil, ein Hardware-Startup zu gründen, liegt vor allem darin, dass mehr Arbeit, Know-how und vor allen Dingen Geld in die Entwicklung eines Prototypen fließt. Das macht das Endprodukt meist schwerer zu kopieren und somit können Kunden nur bei euch kaufen.

Der Nachteil, ein Hardware-Startup zu gründen, liegt vor allem darin, dass mehr Arbeit, Know-how und vor allen Dingen Geld in die Entwicklung eines Prototypen fließt. Dadurch steigt das Risiko bei einem Fehlschlag, Pivots sind schwieriger umzusetzen und traditionelle Produktionsunternehmen haben – zumindest was Ressourcen und Erfahrung angeht – die Nase vor Gründern, die nicht auf eine Werkshalle, Konstrukteure und die zugehörigen Arbeitsmittel zurück greifen können.

Dank Crowdfunding ist zumindest die Beschaffung von Mikroinvestments leichter geworden. Alleine im 2. Quartal 2017 sammelten 140 Projekte 1,2 Milliarden Dollar ein. Und das nur auf Kickstarter! Um die 4,4 Milliarden Dollar an VC-Investments flossen in über 600 Hardware-Deals.

Aber wie bekommt man sein Hardware-Produkt als Startup produziert?

Hardware zu designen ist noch mit Prototyping Methoden und 3D-Software relativ einfach. Wenn es dann an ein tatsächlich funktionierendes Produkt oder sogar die Massenproduktion geht, wir es meist teuer. Arbeitskraft und Produktionsstätten insbesondere in Europa sind für Startup-Verhältnisse kaum zu finden und wenn, dann nur selten bezahlbar.

Dafür entwickelt sich in China gerade ein eigenes Startup-Ökosystem, dass sich auf Produktion spezialisiert: Die Maker-Szene rund um Shenzhen, Guangzhou und Hongkong. Ist auch logisch: Tech-Giganten wie Intel, ASUS, Apple usw. produzieren seit Jahrzehnten dort und haben so massiv Know-how und Erfahrung aufgebaut. Gründer mit einem entsprechend entwickelten Produkt können hier innerhalb von Wochen einen funktionierenden Prototyp bauen lassen, mit der Vermarktung beginnen und eine Fabrik für die Massenproduktion finden. Dabei ist die Produktionsqualität in China in den vergangenen Jahren immer besser geworden, da klar ist: Früher oder später muss den Standards in USA und Europa genügt werden.

Entwicklung von Deutschland aus oder vor Ort?

Alleine ein Besuch des HuaQiangBei Markt in Shenzhen ist das Flugticket Richtung aufgehender Sonne wert. Hier finden sich alle Einzelteile finden, um ein iPhone 6S from Scratch zu bauen – inklusive Drohne, die das Telefon bei Bedarf zum Wireless Charger fliegt,

Huaqiangbei electronics markets, Shenzhen

Aber:
Entrepreneurship und Touri-Sightseeing vertragen sich nur bedingt. Daher sollte einem klar sein, was man erreichen will. Wie sich ein frisch gegründetes Unternehmen internationalisieren kann, haben wir ja bereits schon im FoundersTalk mit Clevver raus gefunden. Die Jungs haben mittlerweile ihre eigene Produktion in China mit einem Partner aufgebaut, allerdings für ganz harte Hardware: Für Münzen. Dennoch unterstrichen die beiden Gründer mehrfach, dass es wichtig ist vor Ort mit den Partnern zu sprechen und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Es kann per remote klappen, es kann aber auch zum sehr teuren Fail werden.

Hardware Acceleration im HAX

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, nimmt am 111 Tage Programm von HAX teil. Der weltweit größte Hardware Accelerator hat über 65 Produkte weltweit auf den Markt gebracht. Ein Hardware Startup lernt hier einerseits sein Produkt designed und die Go-To-Market Strategie zu entwickeln aber auch, wie der Produktionsstandort China funktioniert. Ok: Am HAX-Programm teilnehmen ist nicht so leicht, wie gesagt: Über 1000 Startups melden sich jährlich an. 40-50 Gründer aus aller Welt werden genommen.

Ein wichtiges Learning, das wir schnell aus den Erfahrungen von HAX ziehen können ist: Neben Design for Manufacturing, Prototyping und Produktion in China gehört zum HAX Accelerator auch ein Aufenthalt in San Francisco, um nah am Customer eine Marketing-Strategie für das fertige Produkt zu entwickeln und direkt mit Investoren zu verhandeln.

In diesem Talk von HAX CEO Duncan Turner findet ihr viele wertvolle Informationen, um euch tiefer in das Thema Hardware-Startup und Produktion in China einzuarbeiten:

 

Which side are you on? Wäre ein Hardware-Startup in China etwas für euch? Lasst es uns wissen und diskutiert mit uns auf Facebook!

Dive deeper:

Artikelbild: 11×16 Design Studio Shenzhen Skyline (CC BY-ND 2.0)