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Holy kaw! Oder wie wir in Ostwestfalen sagen: Donnerlittchen! Die Hinterland of Things war ein absolutes Highlight 2018. 

Eine Konferenz ist natürlich immer nur so gut, wie ihre Gäste und Speaker und es war absolut krass, was das Team um Sebastian Borek und Dominik Gross auf die Beine gestellt hat! Über 250 Gäste saßen im Ringlokschuppen an Dinner-Tischen und konnten einerseits die Vorträge und Panels hören, andererseits auch direkt im Micro-Ecosystem ihres Tisches networken und Beziehungen aufbauen. Table-Hosts sorgten für Konversationen und vermittelten wer wen zu was ansprechen kann – auf der Bühne führte Amiaz Habtu durch’s Programm, der sonst als Moderator der VOX-Gründershow Die Höhle der Löwen Startups und Investoren zusammen bringt.

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Amiaz Habtu und Sebastian Borek eröffnen die Hinterland Konferenz

Making Connections is what the Conference is all about

Wenn Ostwestfalen-Lippe eine Eigenschaft mit der Bay-Area und dem Silicon Valley gemeinsam hat, dann die: Weltmarktführer, Hidden Champions und Wissensträger sind gerade maximal eine Autostunde voneinander entfernt. Was Ostwestfalen noch vom Valley lernen kann ist: Diese hohe Konzentration an Know-how, Innovation, Talent und wirtschaftlicher Stärke gezielter zu nutzen. Eins ist mal glasklar: Die Hinterland hat einen massiven Beitrag dazu geleistet! Indem sie inspiriert, Menschen mit anderen Menschen zusammen gebracht und gezeigt hat, welche Technologien und Erfahrungen bei uns in der Region am Start sind.

Warum eigentlich Hinterland?

Sebastian Borek löste die Frage, die auch uns öfter gestellt wurde, gleich zu Beginn auf: Warum heißt die Konferenz Hinterland of Things? Hinterland klingt doch eher negativ und provinziell?

Im Englischen wurde der deutsche Begriff Hinterland als Bezeichnung für eine Region mit Ressourcensubstanz, Infrastruktur und Wirtschaftskraft übernommen. Eine perfekte Analogie zu Ostwestfalen-Lippe also.

Diese starke Region besteht by the way nicht erst seit gestern, sondern über 150 Jahre. Die Leineweber haben Bielefeld reich gemacht, gerieten aber um 1850 in eine schwere Krise, als die industriellen Webstühle in England entwickelt wurden. Ostwestfälischer Pragmatismus, Kapital und Risikobereitschaft waren auch damals die Lösung: Die Technologie wurde nach Bielefeld geholt und so entstand mit der Ravensberger Spinnerei die größte Flachsverarbeitung Europas. Funfact zur Digitalisierung: Ada Lovelace, die erste Person, die jemals ein Computerprogramm entwickelte, wurde durch den programmierbaren Webstuhl von Joseph-Marie Jacquard inspiriert. Doch genug mit historischem Background.

Denkt groß! Auch und gerade im Hinterland

Schnell wurde klar: Die Hinterland ist ein Macher-Event. Alles zahlte immer wieder darauf ein, Dinge, Technologien, Daten und vor allem: Menschen miteinander zu vernetzen.

Unternehmer Reinhard Mohn sagte einmal: „Die Ablehnung eines Risikos ist für ein Unternehmen das größte Risiko.“

Man könnte fast meinen, Mark Zuckerberg und Reinhard Mohn hätten sich gekannt: „In einer Welt, die sich so schnell ändert wie unsere, gibt es nur eine Strategie: Man muss Risiken eingehen, um nicht zu scheitern.“
Im Laufe des Tages wurden Fragen aufgeworfen und beantwortet wie:

  • Was können wir mit der Digitalisierung erreichen?
  • Wie verändern wir unser Denken und Arbeiten?
  • Wie können wir die Zukunft beeinflussen anstatt auf die Politik zu warten?

Mit der Hinterland hat die Region einen bleibenden Eindruck hinterlassen

Gerade die Speaker und Medien, die zum ersten Mal nach Bielefeld gekommen waren, zeigten sich sichtlich beeindruckt, welche Möglichkeiten das Ökosystem OWL bietet:

Philip Siefer (Einhorn Kondome) über seine Erfahrungen im Traditionsbetrieb

 

Philipp Stiefer von einhorn.my stellte Bielefeld in seiner Keynote unter seinen persönlichen Schutz und betonte immer wieder eine seiner wichtigsten Startup-Lektionen: „Es gibt kein „Das machen wir schon immer so“ im Startup. Deswegen ist Kultur so viel wichtiger als Struktur und Beziehung, wichtiger als Transaktion. Wir haben das schon immer so gemacht ist kein Grund, etwas weiter zu machen. Etwas besonders schön oder besonders wertvoll machen, das sind Gründe!“

OWL = 65 Millionen Umsatz im Jahr

Diese Zahl, die im Panel „Rocket Mittelstand unleashing the Beast“ von Astrid Maier (Wirtschaftswoche) mit Albert Christmann (Geschäftsführung Oetker Gruppe), Max Viessmann (Geschäftsführung Viessmann Gruppe) und Christan Miele (e.ventures) zur Sprache kam, war auch den meisten heimischen Gästen nicht präsent und machte mal eben klar, welche Power hier zur Verfügung steht. Die folgenden Panels und Talks gaben alle ihre eigenen, konkreten Ansatzpunkte, wie dieses Kapital innerhalb der Region reinvestiert und durch Innovationen weiter vermehrt werden kann.

Albert Christmann (Dr. August Oetker KG), Christian Miele (e.ventures), Astrid Maier (Wirtschaftswoche) und Maximilian Viessmann (Viessmann) über die Zukunft und Bedeutung des deutschen Mittelstands

42 INSIGHTS der HINTERLAND

Aus all den Vorträgen, Panels und Gesprächen haben wir 42 Erkenntnisse, Aussagen und praktische Tipps für euch zusammen gestellt. Starten wir beim gerade genannten Rocket Mittelstand-Panel:

1. Technologien überlagern sich und ergeben so neue Produkte und Leistungen.

2. Die Spielregeln im Tech-Kontext haben sich geändert: Das traditionelle Produkt reicht nicht mehr.

3. Die Traditions-Produkte sind Cash-Cows, die Experimente und Innovation erst möglich machen.

4. Die wirklich große Herausforderung besteht darin, die 0,0001% Fehler-Denke abzulegen und GROSSE Sprünge zu machen. Aber: Perfektion als Jahrzehnte langes Ziel des Mittelstandes, legt ein Unternehmen nicht von heute auf morgen ab und lernt failen und pivoten.

Chris Boos (Arago) über den German Mittelstand als Unfair Advantage

Chris Boos haute in seinem Talk „Wie kann der Mittelstand in Deutschland das Silicon Valley überholen“ ein Highlight nach dem anderen raus. Auch wenn er sich dabei auf seine Spezialgebiete AI und Machine Learning konzentrierte, lassen sich viele Insights auf andere Branchen übertragen:

5. Die Digitalisierung ist die größte Chance seit der Industrialisierung und Deutschland kann das Land der Problemlöser sein. Dazu braucht es drei Säulen: Eine starke Marke, Innovationen und Service! Denn Menschen werden immer noch bei Menschen kaufen wollen.

B2B Trends in der Diskussion mit Dr. Alexander Frankenberg (High-Tech Gründerfonds), Robert Lacher (La Famiglia VC), Videesha Böckl (signals VC), Thomas Lueke (Cherry Ventures) und Jens Tönnesmann (Die Zeit)

„What‘s hot and What‘s not – What will rock in B2B in the next 5 years“ entlockte Jens Toennesmann von die ZEIT den Venture Capitalists Videesha Böckle (Signals VCAlex von Frankenberg (High Tech Gründer Fonds), Thomas Lueke (Cherry Ventures) und Robert Lacher (La Famiglia).

6. Die Blockchain ist gerade da, wo das Internet 1993 stand und könnte von der Werpapierbörse bis hin zu Facebook und Google viele Businessmodels dezentralisieren.

7. Nach der Consumerization der vergangenen Jahre kommt nun die Datafication. Ai hilft dabei, viele Datenquellen in einem Tool zusammen zu führen und zu interpretieren. 

8. Die DNA von Familienuntenrehmen ist unternehmerisch und gewohnt, schnelle Entscheidungen zu treffen. Jemand der in 5. Generation ein Familienunternehmen führt, hat viel Erfahrung vermittelt bekommen.

9. B2B und B2C werden sich immer ähnlicher: Der B2B Customer erwartet heute genauso eine nutzerfreundliche UI, wie wenn er bei Kajak einen Flug bucht.

Paul Günther (ProGlove) und Prof. Dr. Helge Ritter (Uni Bielefeld) zeigten im Gespräch mit Tilo Bonow (PIABO) anschaulich, wie die Zukunft der Robotics aussehen kann

Die „Zukunft der Robotics“ zeigten uns Helge Ritter von der Uni Bielefeld und Paul Günther vom Startup ProGlove, das Menschen mit der Maschine Barcode-Scanner verbindet.

10. Wohin wandert das Know-how der Durchführungserfahrung, wenn der Roboter die Arbeit statt des Menschen macht? Zum Roboterhersteller.

11. 30.000 vernetzte Roboter im Organismus Amazon haben dazu geführt, dass Amazon die Roboter nun nicht mehr weiter verkauft, sondern das Know-how im Unternehmen behält.

12. In 10 Jahren können wir schon eine hybride Gesellschaft mit Robotern und Menschen haben. 

13. Roboter sind da am besten, wo es um geringe Komplexität und hohe Stückzahl geht. Die Zukunft:  Ein Roboter beobachtet Menschen und lernt von ihnen, wie er besser arbeiten kann.

Das Smart Home 3.0 stellte uns Cinco Capital und XING-Gründer Lars Hinrichs in einem lässigen Talk über sein Apartimentum vor und gab Gründern dabei eine ganze Handvoll Produktideen mit an den Start.

14. Auch im Smart Housing werden die gewinnen, die das Interface zum Kunden bieten.

15. Häuser werden sich über Software weiter entwickeln. Und Software entwickelt sich schneller als Hardware.

16. Aufruf an Startups: Entwickelt den Schalter der Zukunft! Der sich über das Handy mit verschiedenen Funktionen belegen lässt. 

17. Mehr Nutzen bedeutet auch: Der Kunde ist bereit mehr Geld auszugeben.

18. Wunderbarer Job für KI: Der Abgleich von Baubeschreibung vs. Bebauungsplan. Software prüft die Pläne in Stunden statt in Jahren und sagt dem Architekten: „Du hast da was vergessen.“

Philipp Schröder (Sonnen GmbH) über die Chancen der Energiewende für innovative Ideen

„Taking on Tesla – Power made in Germany“ Philipp Schröder von der Sonnen GmbH erzählte, wie man es schafft, von Elon Musks persönlichem Assistenten bei Tesla angestellt zu werden, die Optionsscheine liegen zu lassen und es statt dessen beim deutschen Mittelständler mit Tesla aufzunehmen:

19. Das Gründertum wird oft sexier gemacht als es ist: Von schlimmen Nächten und gescheiterten Beziehungen erzählt kaum einer.

20. Jetzt zeigen wir Elon mal, dass wir das BESSER können. Wir haben nicht seine Guts und PR, aber das bessere Produkt. Am Ende ist Technik eben Technik.

21. Die große Lücke von Apple und Google: Ihnen fehlt (noch) das Hardwareverständnis in Nischenmärkten um Appliktionen abzuleiten.

22. Da wo Hardware auf Software trifft ist die große Chance für Unternehmen aus Deutschland. 

Borre Akkersdijk (BYBORRE) und Gerd Oliver Seidensticker (Seidensticker) gemeinsam mit Alexander Lang (Business Punk) über die Zukunft der Textilwirtschaft

Wie „Revolutionizing Textiles“ geht, haben uns Concept Designer Borre Akkersdijk (BYBORRE) und Gerd Oliver Seidensticker, Geschäftsführer der Seidensticker Gruppe zusammen mit Alexander Langer von Business Punk gezeigt.

23. Was willst Du für den Kunden machen?

24. Unser Business ist die Eitelkeit: Wenn unsere Kleidung macht, dass der Kunde besser aussieht, dann fühlt sich der Kunde auch besser.

25. Textilien brauchen digitalen Mehrwert für Kunden, dann sind sie bereit mehr für Kleidung auszugeben.

26. Services, die den Kunden weiter helfen ist auch IoT.

Smart House/Home/Packaging: Das Panel mit Andreas Engelhardt (Schüco International), Peter Hübinger (Miele Venture Capital), Paul von Schubert (Grundlach Gruppe) und Stephan Dörner (t3n)

„Innovation Made in OWL: Smart House, Smart Home, Smart Packaging“  Stephan Dörner von der t3n entlockte den Vetretern der Regionsriesen, wo das Potenzial in OWL steckt. Mit Peter Hübinger von Miele Venture Capital, Paul von Schubert von Gundlach und Andreas Engelhardt von der Schüco International KG.

27. Digitalisierung hat auch mit eigener Tradition zu tun.

28. Erfolg und Effizienz sind auch ein Fluch, denn sie verhindern den Zwang zu Veränderung.

29. Aufgabe: Aufgabenverdichtung. Kunde hat wenig Zeit – und selbst den Überblick verloren.

30. Perfektion ist Zeitlupe. Kreativität ist Lichtgeschwindigkeit. 

31. Wer die Daten hat und den Entscheidungsweg des Kunden beherrscht, hat den Wettbewerbsvorteil.

32. Unternehmen senden Searcher und Finder aus, die Trends und Veränderungen ins Unternehmen tragen.

33. MVPs werden direkt im Lab in OWL gebaut und können von dort direkt in die Produktion gehen.

Philipp Pausder (Thermondo) der Gründer des Jahres über seine Erfolgsgeschichte und mit Tips für angehende Gründer

„Die Erfolgsgeschichte Thermondo – Tipps eines erfolgreichen Gründers“ Philipp Pausder von der Thermondo GmbH zeigte, wie mit Installateuren und Heizungen ein erfolgreiches Startup aufgebaut werden kann.

34. Make the unscalable scalable

35. Veränderung der Energiemärkte von Riesenkraftwerken hin zu Minikraftwerken zu Hause =
Der Anlagenbetreiber der Zukunft heißt: Hausbesitzer. Ein potenzieller Markt von 15 Millionen Kunden in .de.

36. Thermondo hat das Produkt Heizung(!) als Mietmodell etabliert.

37. Biete das beste, am Kunden ausgerichtete Produkt an.

38. Fokus. Fokus. Fokus. Aufs Kerngeschäft.

Das hochkarätig besetzte Abschluss-Panel mit Michael Brehm, Prof. Dr. Pinkwart, Hemdat Sagi, Christoph Mohn und Johannes Steger

„Releasing the Power of Germany’s Ecosystem for the Global Digital Race“ – für diese Aufgabe holte sich Johannes Steger vom Handelsblatt neben NRW Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Gründer und MD bei i2x sowie Partner bei Redstone Digital GmbH Michael Brehm (I2X) und Christoph Mohn (Bertelsmann AG) noch Hemdat Sagi als Expertin für das istraelische Ökosystem auf das Panel.

39. OWL ergänzt sich mit Berlin, New York, Silicon Valley. Aber: Tel Aviv ist so groß wie Bielefeld. Hat aber mehr Startups als ganz Deutschland!

40. Je komplexer die Welt wird, desto einfacher müssen die Strukturen werden.

41. Rahmenbedingungen im Land definieren die Industrie: Datenschutz und Software-Bedingungen sind in Deutschland eine Katastrophe: Als wenn überall ein 10km/h Tempolimit herrscht, aber das Ziel lautet: GEWINNT DIE FORMEL 1!

42. Traditionelle Unternehmen waren auch mal Startups. Wir sollten beide zusammen denken.

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Das waren sie: Unsere 42 wichtigsten Erkenntnisse der Hinterland im Schnelldurchlauf! In den kommen Wochen werden wir euch einige Speaker und Insights noch im Detail vorstellen.

Interessiert euch ein Thema der Hinterland of Things ganz besonders? Dann lasst es uns wissen! Gerne auf Facebook oder via unser Kontaktformular