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Im Zuge des Booms von Bitcoin und anderer Kryptwährungen, gewinnt eine Variante des Crowdfundings immer mehr an Bedeutung: Initial Coin Offering (ICO). Der Begriff ist angelehnt ein die Bezeichnung Initial Public Offering (IPO) für einen Börsengang. Beim ICO bekommen Investoren allerdings keine Aktien eines Unternehmens, sondern Einheiten einer neu geschaffenen Kryptowährung.

Diese Einheiten werden auch Token genannt. Sie können verschiedene Funktionen erfüllen. Bezahlt werden sie mit regulärem Geld oder einer anderen Kryptowährung wie Bitcoin. Die Investition in eine neue Kryptowährung kann in der Hoffnung auf ihre Wertsteigerung geschehen. Oder sie ist Mittel zum Zweck, und die Token lassen sich später in Produkte und Dienstleistungen umwandeln, zum Beispiel Speicherplatz. Ein weiterer Nutzen von Token kann der Erwerb von Eigentums- oder Erlösanteilen sein.

Bei ICOs besteht noch Rechtsunsicherheit

Rechtlich befinden sich ICOs in einer Grauzone. Am stärksten reguliert sind die Verkäufe, bei denen Token wie Unternehmensanteile gehandelt werden. Bei den anderen Varianten herrscht dagegen noch Rechtsunsicherheit. Ungeklärt ist beispielsweise die Frage, ob bei Token, die für Produkte stehen, Mehrwertsteuer berechnet werden muss und wie das in der Blockchain, die Basis jeder Kryptowährung ist, geregelt werden kann.

Den ersten ICO gab es bereits im Juli 2013 durch Mastercoin (heute Omnia). 2017 erlebte das Verfahren ein Boom und löste eine regelrechte Goldgräberstimmung aus. Stand Oktober wurden bereits Token im Wert von weit mehr als zwei Millarden US-Dollar herausgegeben. Vieles davon ist spekulativ, nicht alles seriös, und ein Totalverlust lässt sich niemals ausschließen. Ausgerechnet der überführte Anlagebetrüger Jordan Belfort, berühmt geworden durch den Film „The Wolf of Wall Street“, warnte kürzlich in der Financial Times:

„Das ist der größte Schwindel aller Zeiten, solch ein riesengroßer Schwindel, dass es ganz vielen Leuten um die Ohren fliegen wird. Es ist viel schlimmer als alles, was ich je gemacht habe.“

China stoppt vorerst den Handel mit Kryptowährungen

Bis September 2017 galt China als größter Markt für ICOs und Kryptowährungen. Dann entschloss sich die chinesische Zentralbank zu einem radikalen Schritt und verbot das Verfahren komplett. Weltweite Kursverluste auch bei Bitcoin waren die vorübergehende Folge. Experten rechnen allerdings damit, dass das Finanzierungsmodell im Reich der Mitte bald wieder erlaubt wird, dann stark reguliert.

Unterdessen läuft für die Shooping App wysker eine große ICO-Kampagne an. Offizieller Start ist am 1. November. Token der neuen Währung „wys“ im Wert von bis zu 25 Millionen Euro sollen abgesetzt werden. Auch hier sind weder Erfolg noch Totalverlust ausgeschlossen.