Bist du ein Mensch? 2   +   2   =  
Mit 3 Spitzenvorträgen startete gestern das #OMMB im Founders Space. Martin von Zahnarzthelden und Jens von IMAscore (Funfact: die gerade einen Song an Disney verkauft haben) hatten ein super Programm zusammen gestellt:

Wie betreibt ihr Markenbildung mit SEO?

Diese Frage beantwortete René Dhemant  aus Köln. Aus seiner Erfahrung heraus, lohnt es sich mega, auf Branding zu setzen und belegte das zum Einstieg mit einem griffigen Eric Schmidt Zitat:
Brands are the solution not the problem, Brands are how you sort out the cesspool
Eines der wertvollsten Signale, die eure User an Google schicken können ist, wenn sie nicht nur nach einer Problemlösung suchen, sondern eure Marke gleich mit eingeben. Renés Beispiel dafür:
Was hilft gegen Rückenschmerzen +Apothekenumschau
 
Durch konsequentes Konditionieren der Nutzer auf Verwendung der Marke „Apothekenumschau“ schaffte es das Blatt, den bis dato unangefochtenen Platzhirsch Netdoktor.de aus den Suchmaschinenergebnissen zu verdrängen, weil Google interpretierte: Die von der Apothekenumschau müssen deutlich relevanter sein, als alle anderen.
Eine Marke ist dabei mehr als ein Logo. Sie erzeugt eine Vorstellung in den Köpfen der Kunden, mit Werten wie Qualität, Luxus oder Spaß.
René nannte einige Basics, mit denen ihr starten könnt:
  1. Schaltet Adwords auf euren eigenen Markennamen (bevor es euer Wettbewerb tut)
  2. installierte den FB und fahrt Facebook Kampagnen
  3. Nutzt strukturierte Daten für die Auszeichnung eurer Webinhalte (schema.org)
  4. Tragt eure Firma in relevante Adressportale mit konsistenter NAP (Name Address Phonenumber) ein – Google versucht in allen Verzeichnissen die Firmendaten zu matchen
  5. Verbessert die CTR eurer Suchsnippets (bsw. mit Emojis) –  Die Klickrate ist einer der wichtigsten Ranking-Faktoren!
  6. Schafft Markenbekanntheit durch redaktionelle Inhalte mit Mehrwert für die Kunden, der alle potenziellen Fragen und Sorgen der Kunden zu eurem Produkt abdeckt

Unter http://rene.fyi/ommb könnt ihr René Slides noch einmal durchsehen.

Wie findet ihr mit Keywordresearch raus, was eure Kunden bewegt?

Christian Steinmeier von Zahnarzthelden ging bei dieser Frage in die Tiefe und zeigte uns, wie wir mit einfachen Tools heraus finden, welche Suchbegriffe und -Kombinationen unsere potenziellen Kunden bei Google eingeben.

Es fängt schon damit an, dass Hersteller eine eigene Sprache haben, die mit den Kunden oft nicht kompatibel ist – Waschvollautmat vs. Waschmaschine zum Beispiel.

Also solltet ihr zunächst mal ein Abziehbild eurer Wunschkunden aufbauen: Die Buyer Personas. Was sind das ganz konkret für Menschen? Was bewegt sie? Wie bewegen sie sich durchs Netz und wie kaufen sie ein?

Wenn eine Persona bsw. nach „Reise“ sucht – meint sie dann einen All-inklusive Cluburlaub oder eine Individual-Rucksacktour?

Denkt in Themen, nicht in Keywords!

  1. Nutzt den Google Adword Planner oder ubersuggest.org und ladet euch alle Keywords zu eurem Produkt als CSV runter, öffnet diese in EXCEL und fügt eine zusätzliche Spalte „Themen“ hinzu, in der ihr alle aufkommenden Keywords clustert.
  2. Wie sehen zu euren Hauptkeywords die aktuellen Suchergebnisseiten aus? Sind dort starke Marken vertreten, die schwer zu überholen sind oder Low hanging Fruits wie YouTube Videos und GuteFrage.net Einträge?
  3. Könnt ihr Keyword Kombinationen aufbauen? 70% aller Suchanfragen haben mehr als 4 Wörter!
  4. Fangt mit der Keyword-Research bereits an, bevor ihr eure Webseite baut, da sie euch wertvolle Insights über Navigationsstruktur, CTA und Infobedarf der Kunden liefert.
  5. Nutzt die Seite answerthepublic.com, die euch W-Fragen zu euren Themen generiert: Wie nutze ich… Was muss ich tun um… usw.

Growth by Design

David Quiring von der mobile Bank N26 gab erstmal witzigerweise zu, nichts mit SEO am Hut zu haben und eigentlich Sozialarbeiter zu sein. Ein Job, der ihm beigebracht hat, mit Menschen umzugehen. Und genau das tut er bei N26: Er spricht mit hunderten Kunden, beobachtet sie bei der Nutzung er App und räumt gemeinsam mit ihnen Fehler und Hürden aus dem Weg.

Und ganz nebenbei hilft er dem Team Growth-Mechaniken einzubauen, durch die das Startup ganz von selbst Traktion und Reichweite erzeugt.

Zum Beispiel mit witzigen und trotzdem dem seriösen Bankumfeld angemessenen Kommentaren im Passwortformular, das die Kunden so begeistert, dass sie es gleich weiter twittern:

  1. Immer wieder die Frage stellen: Wer sind die Leute, die mit unserem Produkt arbeiten und was brauchen die, damit wir nicht unnötig Geld ausgeben oder verlieren?
  2. Wie bauen wir eine Experience, die die Kunden genießen und gerne weiter erzählen?
  3. Sprecht direkt mit den Leuten, die ihr erreichen wollt und fragt sie: Wie findet ihr das? Warum klickst du dort? usw.
  4. Untersucht hohe Absprungraten an bestimmten Prozess-Schritten: Wo liegt das Problem? Schaut Nutzern beim Prozess über die Schulter. Untersucht auf kulturelle Schwierigkeiten bsw. bei der Adresseingabe in Frankreich wird die Hausnummer vor der Straße eingegeben. Mega-Fehlerquelle!
  5. Erklärt die Schritte einfach und in simplen Schritten, nicht auf einer riesigen Seite.
  6. Versetzt euch in den User und sucht nach den kleinen Glücksmomenten in der Experience, die zeigt „wir sind anders, als die anderen“
  7. Arbeitet mit Hypothesen und testet diese in Experimenten: „Wir glauben, dass Leute zwischen 25 und 35 nur auf Dinge sparen, die sie in den nächsten 12 Monaten kaufen werden“.

Wenn ihr das nächste Online Marketing Meetup Bielefeld nicht verpassen wollt, tretet der Facebook Gruppe bei oder behaltet unsere What’s up im Auge 😉