Wenn sich satte 100 % der Teilnehmer einer Befragung von einer bestimmten technologischen Entwicklung Vorteile versprechen, dann muss da wohl was dran sein. Eine internationale Erhebung zum Thema Internet of Things kommt genau zu diesem und zu vielen anderen Ergebnissen. Die wichtigsten fassen wir hier zusammen.

263 Entscheidungsträger hat das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag des indischen IT-Konzerns HCL befragt. 263 Entscheidungsträger aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Skandinavien, aus Ländern also, denen ein hoher technischer Standard nachgesagt wird. Und wie eingangs erwähnt, haben sich die Befragten mit dem Internet of Things (IoT) nicht nur eingehend beschäftigt, sondern erhoffen sich auch konkrete Vorteile davon.

Auch darüber, wie eine ideale IoT-Plattform grundsätzlich aussehen sollte, herrscht weitestgehend Einigkeit. Jeweils über 80 % halten folgende Aspekte für wesentlich: Sicherheit, eine fundierte Datenanalyse, lückenloser Service, reibungslos funktionierende Schnittstellen, Skalierbarkeit, Flexibilität und Kompatibilität. Wenig überraschende Ergebnisse.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft allerdings noch eine große Lücke. Grob gesagt teilt sich die Gruppe der Befragten in zwei etwa gleich große Hälften. Die eine besteht aus denen, die schon IoT-Projekte gestartet haben, die andere aus jenen, die eingestehen, den neuesten Entwicklungen noch hinterherzuhinken. Doch auch bei denen ist der Wille zum Wandel da und die Bereitschaft groß, sich das Fachwissen von außerhalb ins Unternehmen zu holen.

Eine Frage des Reports bezog sich auf die Aufgaben, die IoT-Dienstleister ünernehmen sollten.

Kommen wir aber zurück auf die Gründe dieser hohen Bereitschaft, nämlich auf die erhofften Vorteile. Hier sieht die Top 5 so aus:

  1. eine effizientere Organisation (66 %)
  2. bessere Erkenntnisse durch die Analyse von Daten (53 %)
  3. daraus resultierende bessere Serviceangebote (47 %)
  4. Vorsprung vor Mitbewerbern (47 %)
  5. Entwicklung neuer Geschäftsmodelle (45 %)

Insgesamt stimmen sogar 82 % der Befragten der These zu, das IoT-Anwendungen die Marktposition eines Unternehmens stärkten. Aber natürlich ist das Internet of Things auch für bereits aktive Anwender tatsächlich noch Neuland. Daher sehen 91 % die große Herausforderungen darin, aus der Vielzahl der Daten die richtigen Erkenntnisse gewinnen zu können. Sogar für 93 % ist das Thema Sicherheit noch nicht geklärt. Weitere potenzielle Probleme, die die Teilnehmer der Untersuchung beschäftigen:

  • die richtige Plattform finden (46 %)
  • die Lagerung der Daten auf verschiedenen Servern (41 %)
  • der allgemeine Mangel an Erfahrung und Fachwissen (38 %)
  • schwieriger Zugriff auf Daten (33 %)
  • fehlende Skalierbarkeit von Plattformen (31 %)

Dementsprechend geben nur 14 % der Befragten an, für sie gäbe es keinerlei Hinderungsgründe beim Ausbau ihrer IoT-Aktivitäten. Die wesentlichen real existierenden Hemmnisse sind demnach:

  • Befürchtungen bezüglich der Sicherheit (38 %)
  • Budgetbeschränkungen (36 %)
  • durch das IoT entstehende wachsende Kosten (27 %)
  • ungewisse Vorteile für das Unternehmen (24 %)
  • interne Zuständigkeit ist nicht geklärt (24 %)

Fazit

Dem aufmerksamen Leser wird vermutlich aufgefallen sein: Die hier vorgestellten Ergebnisse sind zwar nur ein Ausschnitt, offenbaren aber eine allgemeine Schwäche der Untersuchung. Je nach Fragestellung kommen bei ähnlichen Themen und ähnlichen Antwortmöglichkeiten recht unterschiedliche Werte heraus. Das gilt allerdings nur für die absoluten Zahlen, grundsätzlich ergibt sich dann doch ein ziemlich einheitliches Bild.

Keiner der Befragten glaubt, in Zukunft auf das Internet of Things verzichten zu können, fast alle sehen aber auch große Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung. Die Sicherheitsfrage steht dabei an erster Stelle, aber auch der richtige Umgang mit den Daten bedarf noch der Optimierung. So dauert es im Schnitt neun Tage, bis sich erfasste Daten zu sinnvollen Erkenntnissen verarbeiten lassen; angestrebt sind zwei Tage.

Die Suche nach der richtigen Plattform ist ein weiterer entscheidender Faktor. Wie bei neuen Technologien üblich, müssen sich Standards noch etablieren. Entsprechend herrscht bei vielen noch eine gewisse Unsicherheit, die einen schnelleren Ausbau des Internet of Things bremst. Schon mittelfristig ist aber klar: Wer organisatorisch mithalten und seinen Kunden den bestmöglichen Service bieten will, kommt am IoT einfach nicht vorbei.

Mehr Informationen zu der Untersuchung gibt es übrigens hier.

Bilder: Global IoT Report 2017

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