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Oft wird die Digitalisierung der Arbeitswelt als Jobkiller dargestellt. Und tatsächlich wird wohl in den nächsten Jahren eine Reihe von Arbeitsplätzen den neuen Technologien zum Opfer fallen. Gleichzeitig bietet beispielsweise das Internet of Things eine Vielzahl von neuen Beschäftigungsmöglichkeiten. Wir sagen, welche Fähigkeiten in Zukunft besonders gefragt sind..

Im Juni 2016 veröffentlichte das amerikanische Marktforschungsunternehmen Evans Data Corporation eindrucksvolle Zahlen zum Internet of Things (IoT). Demnach sei die Zahl der Programmentwickler, die in diesem Bereich arbeiten, innerhalb eines Jahres um 34% gestiegen. In mehr als 40 analysierten Ländern aus allen relevanten Weltregionen beschäftigten sich 6,2 Millionen Arbeitnehmer mit IoT-Themen.

Nun sind Entwickler insgesamt eine äußerst begehrte Spezies, und gleichzeitig schafft der technische Fortschritt viele etablierte Berufe ab. Etwa den des Taxifahrers, wenn sich das selbstfahrende Auto etablieren sollte. Jüngstes Beispiel: Unter dem Namen Amazon Go wird 2017 offiziell der erste Supermarkt eröffnen, der ganz ohne Kassenpersonal auskommt (eine Testphase läuft bereits). Die Kunden nehmen einfach alles aus den Regalen, was sie brauchen, und verlassen dann ungehindert den Laden. Bezahlt wird automatisch über eine App.

Amazon_Go

Ein Testladen von Amazon Go existiert bereits in Seattle (Screenshot aus einem Video von Amazon)

5 Typen, die vom Internet of Things besonders profitieren können

Gefährdet sind also vor allem einfache Tätigkeiten, auch in der Produktion. Zumindest für eine Übergangsphase denken immer mehr Verantwortliche daher über ein bedingungsloses Grundeinkommen nach, und das sind keine idealistischen Träumer. Tesla-Chef Elon und Musk hat Sympathien für diese Idee, und sogar Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, hält eine Art von Grundeinkommen für unvermeidlich. Aber natürlich sorgt die IoT-Revolution auch für viele positive Impulse auf dem Arbeitsmarkt. Hier sind die fünf Typen, die da die besten Chancen haben (die Begriffe beziehen sich natürlich auf Frauen wie Männer gleichermaßen):

Die assoziativen Denker. Sie sammeln Ideen und Fakten aus verschiedenen Bereichen und verbinden sie miteinander. Hier sind Talente gefragt, die Dinge zusammenführen, die auf den ersten Blick gar nicht zusammengehören.

Die Kollaborateure. Historisch ist dieser Begriff eher negativ besetzt und bezeichnet jemanden, der mit dem Feind kungelt. Hier allerdings sind Personen gemeint, die Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen zusammenbringen, um gemeinsam komplexe Probleme zu lösen. Dabei legt der Kollaborateur auch Wert auf eine Vielfalt von Meinungen und Herangehensweisen.

Die Kommunikatoren. Personen dieses Typs sind in der Lage, Ideen und Konzepte verständlich zu erklären, intern wie extern. Sie nutzen dabei alle möglichen Methoden und Medien – Texte, Bilder, Vorträge und Präsentationen – und haben ein Talent für Storytelling.

Die Sachkundigen. Zu dieser Gruppe gehören Menschen, die ein fundiertes und weit gefächertes Expertenwissen haben und in der Lage sind, selbständig dieses Wissen zu erweitern.

Die Beharrlichen. Sie bleiben dran an einer Sache, auch wenn es schwierig wird und andere ein Projekt am liebsten beenden würden. Schnelles Aufgeben steckt nicht in ihrer DNA.

IT-Kenntnisse werden unverzichtbar sein

Die beschriebenen Typen zeichnen sich eher durch Charaktereigenschaften oder Talente aus als durch konkrete Fachkenntnisse. Eines ist jedoch klar: Nicht jeder muss ein ausgebuffter Coder sein, aber wer in der Arbeitswelt des Internet of Things erfolgreich bestehen will, sollte zumindest Grundkenntnisse des Programmierens besitzen. Das gilt auch für das Management, das verstehen muss, was in seinem Unternehmen eigentlich passiert. Die meisten Jobs werden ohnehin für IT-Spezialisten entstehen.

In diesem Feld stehen die Chancen besser den je. Da im IoT praktisch jeder Gegenstand digitalisiert und netztauglich werden kann, werden Algorithmen für alle Arbeits- und Lebensbereiche benötigt. Daher kann es für Informatiker  sinnvoll sein, sich auf ein fachspezifisches Thema zu konzentrieren, etwa maschinelles Lernen. Oder sich auch mit fachfremden Inhalten zu beschäftigen, je nachdem, welcher Bereich persönlich oder beruflich besonders attraktiv erscheint.

Da im Internet of Things eine gewaltige Menge an Daten entsteht, werden auch Fachkräfte gefragt sein, die diese Daten verarbeiten und analysieren können. Auch die Vernetzung der unterschiedlichsten Geräte und Systeme schafft viele neue Arbeitsplätze. Und ganz entscheidend: gefragt sind Ingenieure, die Maschinen entwickeln, die für das IoT besonders geeignet sind. Eine Region wie Ostwestfalen Lippe, die große Tradition mit Innovationskraft verbindet, sollte in dieser Beziehung bestens aufgestellt sein.

Bild ganz oben: ismagilov / 123RF