Die Gesundheit ist das höchste Gut der Menschen. R2G geht für 2017 von einem 26 Milliarden Markt für mHealth Apps und 1,7 Milliarden Nutzern aus. Und nicht nur im Bereich mHealth steckt eine Menge Potenzial für Health Startups.

Wie können Health Startups erfolgreich werden?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass die Health-Industry besonders im medizinischen Bereich, wo es um Zusammenarbeit im medizinischen Bereich geht, für Startups sehr hart sein kann. Im Business der Krankenhäuser, Pharmaproduzenten und Hersteller von medizinischen Geräten, ist nicht nur sehr viel Geld im Spiel, sondern auch lange Entwicklungszeiten und eine Unmenge an gesetzlichen Regelungen. Schließlich geht es am Ende immer um Menschenleben.

Startups brauchen im medizinischen Bereich also vor allem Durchhaltevermögen und die Motivation sich durch alle erdenklichen Regelungen zu arbeiten. Hier beschreibt ein bereits mehrfach erfolgreicher Entrepreneur seine Erfahrungen mit der US-Health-Branche: Seit 2009 arbeitet Jim Riley daran, Krankenhäuser in die Cloud zu bekommen.

Produkte für die Endkunden aka Patienten

Für Startups ist der direkte Weg zum Endkunden oftmals der bessere. Je erfolgreicher Produkt bzw. Lösung werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, die Aufmerksamkeit der Branche auf sich zu ziehen. Insbesondere in der Gesunderhaltung und Krankheits-Vorbeugung steckt eine Menge Potenzial. Dank Smartphones und der immer höheren Kundenakzeptanz bei Wearables, ergeben sich hier interessante Ansatzpunkte für den erfolgreichen Go-To-Market.

Heute mögen die meisten Kunden noch von Schrittzählern und Pulsmessern beeindruckt sein. Die nächste Generation an Health-Wearables mit direktem medizinischen Wert sind bereits auf dem Weg in die Märkte.

AI bringt Messwerte zu Diagnosen zusammen

Eine Hauptaufgabe der Ärzte ist es, aus verschiedenen Parametern, Patientenaussagen und Messergebnissen eine Diagnose abzuleiten. Auf der Datenbasis eine Behandlung zu beginnen und regelmäßig den Erfolg der Maßnahmen zu kontrollieren und ggf. nachzusteuern. Ärzte sind wiederum nicht immer gut darin, kleine Anomalien oder Besonderheiten zu bemerken, die außerhalb ihrer Expertise liegen. Hier kommt künstliche Intelligenz ins Spiel. Algorithmen können ohne Zeitaufwand Untersuchungsergebnisse mit Millionen anderer Patienten seltener oder vollkommen üblicher Krankheiten weltweit vergleichen und auswerten. Je mehr Datenpunkte vorhanden sind, desto größer ist die Chance für die AI Anhaltspunkte für eine exaktere Diagnose zu finden.

Doch auch Expertensysteme auf Basis von KI können Patienten viel gezielter und individueller Befragen, als es ein Anamnesebogen auf Papier in der Hausarztpraxis kann. So kann der Endkunde lange bevor er Patient wird herausfinden, wie sich sein Schlafverhalten auf die Gesundheit auswirkt, ob bestimmte Lebens- oder Genussmittel negativ auf den eigenen Körper auswirken oder zu welchen Zeiten besonders hohe Produktivität und Leistungsfähigkeit erzielt werden kann.

KI kann Verhaltensmuster erkennen und gezielte Maßnahmen für gewünschte Ziele vorschlagen.

Welche Health-Startups ihr euch anschauen solltet

Am besten lernt man von anderen, die bereits Erfolg haben. Darum haben wir euch hier 10 Startups und ihre Business-Models in der Gesundheits-Industrie zusammen gestellt.

23andMe
Dürfte eines der ersten Health Startups überhaupt gewesen sein. 2013 verbot die amerikanische Gesundheitsbehörde dem Unternehmen, DNA-Test auf Erbkrankheiten für Privatpersonen anzubieten. 23andMe pivotete sein Produkt in die genetische Untersuchung auf Ahnenforschung. Im April 2017 gab die FDA nun wieder grünes Licht und man darf sein Erbgut wieder von 23andMe auf Krankheiten wie Altzheimer, Parkinson u.ä. testen lassen.

AbleTo
Das New Yorker Startup arbeitet bereits seit 2011 an seiner Lösung, mit der verhaltensgestörte Menschen technologiebasierte Behandlungsmaßnahmen angeboten bekommen. In der D-Funding Runde sammelte das Team Investments in Höhe von 36,6 Millionen US-Dollar ein und arbeitet bereits mit Patienten wie US-Krankenkassen zusammen.

Athelas
Das Startup bringt ein preiswertes Blutdiagnose Device auf den Markt, mit dem sich die Indikatoren von Krankheiten wie Grippe, bakterielle Infektionen und sogar Krebs bequem zu Hause kontrollieren lassen. Damit geht nicht nur eine bequemere Behandlung für Patienten einher, Krankenkassen können bsw. Geld für Taxifahrten zum behandelnden Arzt einsparen. Die Leihgebühren für ein Athelas Gerät liegen derzeit bei 20 US-Dollar. Günstiger als so mancher Praxisbesuch.

Cortrium
Das dänische Startup in Berlin baut Devices, mit denen die Vitalwerte von Schlaganfall-Patienten überwacht und Schlaganfälle vermieden werden können. Hierzu hat es nach einem Accelerator früh mit dem Pharmaunternehmen Pfitzer kooperiert und konnte so einige Hürden der Branche einfacher umshciffen.

GV (Venturekapital Firma von Google)
GV hat mittlerweile in über 50 Healthcare und Life-Science Startups investiert. Ziel ist es, die Leiden kranker Menschen zu reduzieren und Menschen zu einem längerem Leben zu verhelfen. Das war GV bisher Investments zwischen 100.000 bis zu einigen hundert Millionen Dollar wert.

HingeHealth
Zwei deutsche Gründer wollen mit einem 12-wöchigen Gesundheitsprogramm zur gesünderem Lebensführung und weniger Schmerzen verhelfen. Die Ersparnis für Krankenversicherer ist bereits mit eingeplant. Skype-Gründer Niklas Zennström hat bereits investiert.

JunoMedical
Eine typische Vermittlungslplattform bietet das Startup JunoMedical an. Das digitale Tool bietet Patienten und Ärzten die Möglichkeit, schnell die passende Spezialklink auszuamchen. Weltweit. Neben der richtigen Behandlung stehen natürlich auch günstigere Behandlungskosten und kürzere Wartelisten im Fokus. Seit einem Jahr ist auch Project A als Investor eingestiegen.

Medxnote
Das irische Startup begann als spezialisierte Whatsapp-Platform für Mediziner und hat sich nach einem Pivot darauf ausgerichtet, eine Kommunikationsplattform für Ärzte durch einen Chatbot anzubieten und peilt langfristig an, eigene Medizin-Apps auf der Platform anzubieten.

MySugr
Das österreichische Startup hat sich mit seiner App seit 2010 zum Ziel gesetzt, das Leben von Diabetikern zu verbessern. 2017 wurde MySugr nun von Roche gekauft.

Senosis
Wurde gerade von Google gekauft. Das Startup aus Seattle hat 3 Apps entwickelt, die verschiedene Gesundheitsparameter mit den üblichen Smartphone-Sensoren analysieren. So wird mit Kamera und Blitz bsw. die Hautfarbe untersucht.

Wir können hier nur an der Oberfläche kratzen. 3D-Druck für organisches Gewebe, AR/VR im medizinischen Einsatz oder Robotern als Unterstützung für Ärzte haben wir gar nicht berührt.

Wenn ihr noch tiefer einsteigen wollt, schaut Euch das gleichnamige deutsche Portal für Healthcare Startups an.

CBS Insights hat eine Liste mit über hundert Digital Health Startups. 

Artikelbild: Daria Nepriakhina on Unsplash

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