Die Welt ist nicht genug – dieser Titel eines James Bond-Films ist auch das Motto von immer mehr Startups, die im All ihr Glück suchen. Elon Musks SpaceX ist sicherlich das bekannteste, aber es gibt noch einige andere, die mindestens ebenso interessant sind. Fünf von ihnen stellen wir heute vor.

Bagaveev aus San Mateo / Kalifornien

Der in Russland geborene Nadir Bagaveyev war schon als Kind fasziniert von Raketen. Als er später in die USA kam, wollte er unbedingt Astronaut werden und strebte eine Pilotenkarriere an, bis ihm klar wurde, dass der schnellste Weg in den Weltraum über die Gründung einer eigenen Raketenfirma führt. So entstand Bagaveev. Nun gibt es in Amerika viele Raketenbauer, doch Bagaveev hat einen ganz besonderen Rekord aufgestellt: Im April 2015 gelang dem Unternehmen der erste Flug mit einen komplett im 3D-Druck hergestelltem Triebwerk. Dieser Jungfernflug dauerte zwar nur wenige Sekunden, aber für Bagaveev lang genug, um große Pläne zu schmieden. Schon bald möchte man im Wochenrhythmus Nanosatelliten ins All schießen, langfristig steht die Errichtung einer Mondstation auf der Agenda.

Planetary Resources aus Bellevue / Washington State

Irgendwann werden auf der Erde die Rohstoffe knapp, besser, man kümmert sich rechtzeitig um Alternativen von anderen Himmelskörpern. Als besonders reich an Edelmetallen und Seltenen Erden gelten die Asteroiden, weshalb es ernsthafte Überlegungen gibt, dort in Zukunft Bergbau zu betreiben. Mit führend auf diesem Gebiet ist Planetary Resources, das seine erste Erkundungsmission schon für das Jahr 2020 plant. Dahinter stecken nicht irgendwelche Spinner, sondern als Gründungsinvestoren Leute wie Larry Page und Eric E. Schmidt von Alphabet/Google und Richard Branson. Als Berater taucht zudem Filmregisseur James Cameron (Terminator, Titanic, Avatar). Diesem Startup ist also durchaus großes Weltraumkino zuzutrauen.

Rocket Lab aus Auckland / Neuseeland

Rocket Lab gilt als einer der ernsthaftesten Konkurrenten von SpaceX. Der ganze Stolz des neuseeländischen Unternehmens nennt sich Electron, soll knapp fünf Millionen US-Dollar kosten, hat eine nominelle Nutzlast von vorerst 150 Kilogramm und soll sein Ziel in 500 Kilometern Höhe erreichen. Bei einem ersten Test im Mai 2017 war allerdings auf weniger als halber Strecke Schluss, dann musste der Flug abgebrochen werden. Alles halb so wild, verkündete Rocket Lab Anfang August. Nach gründlicher Auswertung aller Daten sei klar, an der Rakete selbst habe es nicht gelegen, die funktioniere einwandfrei. Vielmehr sei der Kontakt aufgrund von Problemen auf der Bodenstation unterbrochen gewesen, weshalb man sicherheitshalber den Flug abgebrochen hätte. Der nächste Test steht in den kommenden Wochen auf dem Plan. Auch bei Rocket Lab kommen übrigens wesentliche Teile des Triebwerks aus dem 3D-Drucker. (Das Video oben zeigt die ersten Sekunden des ersten Testflugs von Electron und hat tatsächlich keinen Ton.)

SpacePharma aus der Schweiz und Israel

Viele wissenschaftliche Experimente lassen sich am besten in Schwerelosigkeit durchführen. Beispielsweise haben Zellen, Proteinkristalle oder Flüssigkeiten unter diesen Bedingungen andere Eigenschaften als sonst, was zu Forschungsergebnissen führen kann, die bei normaler Gravitation nicht zu erzielen wären. Und wo herrscht bekanntlich Schwerelosigkeit? Genau, im Weltall! Deshalb schickt das Startup SpacePharma auch sein mGnify-Labor an Bord eines Minisatelliten in den Orbit. Das Labor lässt sich fernsteuern, funktioniert aber auch eigenständig, und zwar rund um die Uhr und selbstverständlich ohne Personal vor Ort.

Spire aus San Francisco

Spire hat auf die Auswertung von Daten spezialisiert, die es mit Kleinsatelliten einsammelt. Besonders im Fokus steht dabei der Welthandel, der über Schiffe abgewickelt wird. Spire beobachtet den gesamten Schiffsverkehr und lässt dabei auch die entlegensten Winkel der Weltmeere nicht aus. Ebenfalls auf dem Schirm geraten dabei Piraten und Fischschwärme. Zudem analysiert Spire das „Weltraumwetter“, zum Beispiel Sonnenwinde, die unter anderem für Polarlichter verantwortlich sind. Diese Winde können aber auch GPS-Systeme und Radiosignale beeinflussen und zu ernsten Komplikationen führen. Mit präzisen Vorhersagen will Spire dies verhindern.

X