Den Roboter als Ersatz für menschliche Arbeitskraft gibt es bereits seit Jahrzehnten. 1961 setzte General Motors erstmals eine solche Maschine in der Autoproduktion ein. Im 21. Jahrhundert dringen die Roboter in immer mehr in das Arbeits- und Alltagsleben ein. Wir nennen fünf besonders ungewöhnliche Einsatzbereiche.

1. Beim Kamelrennen

In vielen arabischen Ländern ist Kamelreiten Nationalsport. Als Jockeys dienten lange Zeit wegen ihres geringen Körpergewichts Kinder. Die wurden aus armen Regionen buchstäblich eingekauft und wie Sklaven gehalten; viele verletzten sich beim Training oder während der Rennen, einige starben sogar. Im Jahr 2002 verboten die Vereinigten Arabischen Emirate als erste Kamelreiternation diese menschenverachtende Praktik und setzt seitdem Roboter als Jockeys ein. Die werden den speziell für diesen Sport abgerichteten Renndromedaren auf den Höcker geschnallt, und los geht’s! Die Besitzer der Wüstentiere bedienen die Roboter per Fernsteuerung und lassen vor allem auf den letzten Metern die Peitsche rotieren. Schaden fügen sie den Kamelen dabei angeblich nicht zu, und das mag sogar stimmen, wenn man bedenkt, dass die erfolgreichsten Exemplare einen Wert von bis zu 10 Millonen Euro haben können. Ein Robo-Jockey ist dagegen schon für 15.000 Euro zu haben.

2. Als Nudelköche

In der chinesischen Küche spielen Nudeln eine mindestens ebenso große Rolle wie Reis. Einen besonders guten Ruf haben die Nudeln aus der Provinz Shanxi, die in vielen Restaurants auf der Speisekarte stehen. Nicht immer werden sie von ausgebildeten Meisterköchen zubereitet, manchmal erledigen das auch Roboter des Typs Foxbot. Die schneiden die Nudeln aus großen Teigblöcken zurecht, und zwar schneller und präziser als ein Mensch das könnte. Außerdem sind sie optisch eine Attraktion, die zusätzliche Gäste anlockt. Mehr dazu in diesem Video:

3. Als Schauspieler

„Die Verwandlung“ ist eine der bekanntesten Erzählungen von Franz Kafka. Im Mittelpunkt steht der Handlungsreisende Gregor Samsa, der eines Morgens als riesiges Ungeziefer erwacht. Die Geschichte bietet Raum für die unterschiedlichsten Interpretationen und ist schon häufig zitiert und adaptiert worden. Auch für Theaterinszenierungen diente sie vielfach als Vorlage. In einer Version aus dem Jahr 2014 übernahm kein Mensch im Kakerlakenkostüm oder eine ähnlichen Verkleidung die Hauptrolle, sondern, man ahnt es schon, ein Roboter. Schöpfer des mechanischen Mimen war der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro, der für seine besonders menschenähnlichen Androiden bekannt ist. Auch in dem Spielfilm Sayonara (2015) spielte eines von Ishiguros Maschinengeschöpfen, Geminoid F, eine wichtige Rolle.

4. Als Hotelpage

Aloft ist eine relativ neue Hotelkette, die besonderen Wert auf modernes Design legt. Der Anspruch innovativ zu sein, macht natürlich auch beim Personal nicht Halt. 2014 stellte das Unternehmen deshalb mit Botlr einen ganz speziellen Mitarbeiter vor. Der trat seinen Dienst im Aloft Hotel in Cupertino an, der Heimat von Apple. Botlr ist, was sonst, ein Roboter, der durch Hotelflure flitzt und für die Gäste Botengänge erledigt – unermüdlich und rund um die Uhr. Er lässt sich beispielsweise per App ansprechen, damit er einem frische Handtücher aufs Zimmer bringt. Produziert wird der Roboter von der kalifornischen Firma Savioke, die das Helferlein inzwischen an eine Reihe weiterer Hotels verkauft hat und auch FedEx zu ihren Kunden zählt. Was Boltr während der Arbeit so treibt, zeigt dieses Video:

5. Roboter helfen in der Chirurgie

Achtung, Kalauerwarnung: Operiert uns demnächst ein Chefarzt namens Dr. Rob Oter? Noch ist es nicht soweit, doch Geräte, die bei etwa der minimal-invasiven Chirugrie zum Einsatz kommen, gibt es bereits in vielen Krankenhäusern, auch in Deutschland. Ganz korrekt heißen sie roboter-assistiere Chirurgiesysteme, denn der Roboter agiert nicht autonom. Vielmehr wird er von einem menschlichen Arzt über eine Konsole ferngesteuert. 3D-Kameras, die zudem ein Bild in zehnfacher Vergrößerung liefern, sorgen für optimalen Überblick. Außerdem werden die Bewegungen der steuernden Personen optimiert, jegliches Zittern geglättet. da Vinci nennt sich das von dem mal wieder aus Kalifornien stammenden Unternehmen Intuitive Surgical entwickelte System. Ob es in der Summe wirklich präziser Arbeitet als der Mensch, ist allerdings umstritten. So fehlt ihm buchstäblich das Fingerspitzengefühl, um beispielsweise von Krebs befallenes Gewebe abzutasten.

Foto ganz oben: Rennkamele mir Robo-Jockeys (Lars Plougmann / Wikipedia)

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