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Möglichst schnell soll er sich bei Startups einstellen, der Erfolg – da kommt für viele ein Accelerator genau richtig. Schließlich bedeutet der Begriff wörtlich übersetzt „Beschleuniger“. Ähnlich wie ein Inkubator ist ein Accelerator eine Einrichtung zur Entwicklung und Förderung von jungen Unternehmen.

Doch es gibt auch eine Reihe von Unterschieden. Acceleratoren sind häufig privatwirtschaftlich organisiert und verfolgen kommerzielle Interessen. Dementsprechend verpflichten sich die Teilnehmer, Unternehmens- oder Gewinnanteile an den Ausrichter abzugeben, bekommen dafür aber auch finanzielle Unterstützung. Und natürlich Coachings, ein kompetentes Netzwerk, Platz zum Arbeiten und vieles mehr, was das Wachstum dieser Startups beschleunigt.

Das Programm ist zeitlich begrenzt auf drei bis höchstens sechs Monate. Deshalb fällt in dem Zusammenhang manchmal das Wort Bootcamp, da es wie bei der Militärausbildung sehr intensiv zur Sache geht, wenn auch deutlich weniger streng und martialisch. Am Ende steht in der Regel ein Demo Day, an dem die Teilnehmer ihre Geschäftsidee und ihr Produkt Investoren und anderen Interessierten vorstellen können. Bei den meisten Acceleratoren ist die Zahl der Plätze stark begrenzt, so dass die Mehrheit der Bewerber nicht aufgenommen werden kann.

Mark Zuckerberg zu Gast beim Y Combinator

Mark Zuckerberg zu Gast beim Y Combinator

Was haben Reddit, Dropbox, Airbnb, Pebble und Product Hunt, gemeinsam? Klar, das sind erfolgreiche Digitalunternehmen, teilweise äußerst erfolgreich. Und noch eines verbindet sie: Alle haben als Startups am Programm von Y Combinator teilgenommen. Das ist der berühmteste und erfolgreichste Accelerator der Welt, beheimatet im kalifornischen Mountain View, wo auch Google seine Zentrale hat.

Begonnen hat alles im Sommer 2005 damals mit acht Teams und zwei Standorten. Ursprünglich fanden die Veranstaltungen – zwei pro Jahr – abwechselnd in Mountain View und Cambridge, Massachusetts, statt, seit 2009 nur noch im Silicon Valley. Bald hatte sich herumgesprochen, was für eine Talentschmiede der Y Combinator sei, Investoren wie Sequoia Captal, der wahrscheinlich bedeutendste Risikokapitalgeber, kamen hinzu.

Mittlerweile haben schon über 1000 Startups das Programm durchlaufen, das in vieler Hinsicht typisch ist für einen Accelerator. Als ersten Schritt müssen sich die Kandidaten online bewerben und dabei eine Reihe von Fragen beantworten und ein Video drehen. Die vielversprechendsten Startups werden nach Mountain View eingeladen und können sich dort persönlich präsentieren. Wer auch diese Hürde genommen hat, erhält 120.000 US-Dollar und gibt dafür 7 % Unternehmensanteil an Y Combinator (zumindest in den meisten Fällen).

Der Umzug ins Silicon Valley ist obligatorisch, Büroraum wird allerdings nicht zur Verfügung gestellt. Dafür gibt es ein straffes Programm über einen Zeitraum von drei Monaten, wobei die Macher den schon zitierten Begriff „Bootcamp“ nicht so gern hören. Höhepunkte sind die jeden Donnerstag stattfindenden Dinners, bei denen schonmal Größen wie Al Gore oder Mark Zuckerberg als Redner auftreten. Zum Abschluss gibt es dann den Demo Day und Einzelgespräche mit Investoren und anderen Startup-Persönlichkeiten.

Nach drei Monaten ist nicht alles vorbei; Alumni des Y Combinators bleibt man ein Leben lang und kann von dem riesigen Netzwerk profitieren. Natürlich haben auch deutsche Startups die Möglichkeit sich zu bewerben; für die nächste Runde von Januar bis März 2017 noch bis zum 4. Oktober 2016. Zu den heimischen Unternehmen, die es bis nach Mountain View geschafft haben, gehören beispielsweise Senic, Impraise und dieses Jahr Protonet.

Fotos © Y Combinator (Bild ganz oben: Prototype Day)