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Baron Münchhausen hat sich einst am eigenen Schopfe aus dem Sumpf gezogen. Im Englischen gibt es für diesen eigentlich unmöglichen Vorgang das Wort Bootsrapping. Er ist abgeleitet von „bootstrap“ (Stiefelriemen), die vollständige sprichwörtliche Formulierung lautet „to pull oneself up by one’s bootstraps“. Gemeint ist in jedem Fall, sich mit eigener Kraft aus einer misslichen Lage zu befreien.

Bei Startups besteht eine missliche Lage oft aus einem Mangel an Kapital. Startups, die bootstrappen, meisten diese Situation, ohne auf Fremdkapital angewiesen zu sein, sie finanzieren alles mit eigenen Mitteln. Dies können Einkünfte sein, am Anfang aber meist Ersparnisse der Gründer. Bootstrapping kann aus der Notlage entstehen, keinen Investor gefunden zu haben. Oder der bewussten Entscheidung, so unabhängig wie möglich zu bleiben.

Wer bootstrapt, wird besonderen Wert legen auf sparsame Verwendung von Ressourcen und schnelle Entscheidungen, um möglichst bald Umsatz versprechende Ergebnisse zu erzielen. Das entspricht der Vorgehensweise von Lean Startup.

Bootstrapping in anderen Bereichen

Auch in der Elektrotechnik wird der Begriff verwendet. Gemeint ist in diesem Fall eine elektrische Schaltung, bei der eine Potenzialänderung in einem Teil der Schaltung gleichzeitig auch in einem anderen, wenn geringe Ströme fließen. In der Informatik schließlich bezeichnet Bootsrapping einen Vorgang, bei dem von einen einfachen in einen komplexeren Zustand übergeleitet wird. Das Wort booten ist eine Kurzform von bootstrap loading und bezeichnet das Hochfahren des Betriebssystems eines Computers, bei dem auch ein einfaches Programm den Start eines komplexeren ermöglicht.

Bild oben: Ausschnitt einer Zeichnung von Wilhelm Carl Melchior Simmler (1840 – 1923)