Gefühlt in jeder zweiten Meldung, die von Startups handelt, geht es irgendwie um Geld; irgendwo hat gerade wieder jemand ein sattes Investment eingesammelt, am besten eine Dollarsumme in Millionenhöhe. Wir dröseln anhand einer Übersichtsgrafik einmal auf, welche Finanzierungsphasen Startups im Idealfall durchlaufen.

Am Anfang eines Startups steht immer eine Idee, nur leider selten ein passender Geldbetrag zur Verfügung, um diese auch zu verwirklichen. Die ersten Investitionen stammen daher meist von Freunden und Verwandten der Gründer, in der Grafik bezeichnet als FFF (friends, familiy, fools). Für diese ganz frühe Phase gibt es mehrere, sich ergänzende Bezeichnungen. Early Stage erklärt sich von selbst, und Pree-Seed meint den Zeitraum vor der ersten professionellen Finanzierungsrunde.

Neben den erwähnten Freunden und Verwandten stehen auch Beihilfen z.B. für Studenten (in der Grafik: Grants) und Startup-Wettbewerbe mit meist eher überschaubaren Preisgeldern als mögliche Einnahmequellen zur Verfügung. Diese Wettbewerbe eignen sich vor allem als Schaufenster, um die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen. Business Angels etwa, vermögende und erfahrene Einzelpersonen, die junge Gründer mit Geld und Know-how unterstützen und dafür am Geschäftserfolg beteiligt werden wollen. Hier wird die Saat für den Erfolg gesetzt, deshalb spricht man auch von Seed Finanzierung. Alternativ und parallel bieten sich öffentliche Förderprogramme wie EXIST an.

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Hat ein Startup diese ersten Schritte erfolgreich getätigt, die sich in der Realität über Monate und Jahre erstrecken können, erreicht es die Groth Stage, also die Wachstumsphase. Hier ist der Kapitalbedarf schon wesentlich größer, und entsprechend treten neue Mitspieler aufs Feld. Am wichtigsten sind dabei Venture Capital-Unternehmen, die sich auf die Förderung von jungen Unternehmen spezialisiert haben und dafür Fonds auflegen, die schnell hunderte von Millionen schwer sind. Oft tun sich mehrere von ihnen zusammen, um das Risiko zu minimieren, denn Venture Capital bedeutet nicht umsonst Wagniskapital.

Finanzierungsrunden, die auf diese Weise zustande kommen und einem Seed Investment folgen, heißen Serie A, Serie B und so weiter und sorgen für die größten Schlagzeilen. Wesentlich diskreter geht es in der Regel bei Family Offices zu, privaten Vermögensverwaltern, die für reiche Familien als Bankalternative arbeiten. Das Engagement für Startups in diesem Bereich steckt noch in den Kinderschuhen, könnte aber angesichts niedrigster Zinsen und wachsender Popularität des Themas an Bedeutung gewinnen.

Als ergänzendes Finanzierungsmittel gibt es die Venture Loan, eine besondere Form der endfälligen Wandelanleihe, die gern zur Überbrückung zwischen zwei Finanzierungsrunden genutzt wird. In der späteren Phase (Later Stage) kommen noch große, etablierte Unternehmen als Interessenten hinzu (in der Grafik als Corporate Investment vermerkt), die vom Startup-Geist profitieren wollen. Das kann dann sogar zur Übernahme und für die bisherigen Anteilseigner zum Exit führen. Womit dann wirklich alle möglichen Phasen eines Startups durchlaufen wären.

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