Der Begriff Insolvenz hat seinen Ursprung in dem lateinischen Verb „solvere“, was sowohl „lösen“ als auch „zahlen“ bedeuten kann. Insolvenz ist demnach mit „Zahlungsunfähigkeit“ durchaus korrekt übersetzt. Ein weiterer verbreiteter Begriff für diesen Zustand ist Konkurs. Gerade bei Startups, die naturgemäß mit Geldknappheit zu kämpfen haben, sind Insolvenzen keine Seltenheit. Sie müssen aber nicht zwingend das Ende eines Unternehmens bedeuten. Eine Insolvenz kann auch eine Chance sein.

Ein Insolvenzantrag ist von dem betroffenen Unternehmen zu stellen. Drei Gründe können dafür genannt werden: Überschuldung, Zahlungsunfähigkeit und drohende Zahlungsunfähigkeit. Letzter Punkt soll Unternehmer dazu animieren, sich frühzeitig mit ihren Problemen zu beschäftigen, denn zu den Zielen eines Insolvenzverfahrens gehört auch die Sanierung. Zuerst erfolgt allerdings die Feststellung der Insolvenzmasse. Damit gemeint sind alle noch vorhandenen Vermögenswerte, mit denen Forderungen der Gläubiger befriedigt werden können.

Ziel ist dabei, möglichst allen Gläubigern zumindest einen Teil ihrer ihnen zustehenden Beträge bezahlen zu können. Daher ist es einzelnen Schuldnern untersagt, eigenständig eine Zwangsvollstreckung einzuleiten. Es gilt der juristische Passus „par conditio creditorum“ (= gleiche Bedingungen für alle Gläubiger).

Eine Insolvenz muss nicht das Ende bedeuten

Im Insolvenzverfahren hat der Insolvenzverwalter im Prinzip drei Möglichkeiten:

Liquidation. Hier wird das gesamte verfügbare Schuldnervermögen durch Zwangsversteigerungen oder freihändige Verkäufe an unterschiedliche Parteien zu Geld gemacht, um die Gläubiger zu befriedigen. Am Ende steht die vollständige Abwicklung des Unternehmens.

Übertragene Sanierung. In diesem Fall werden sämtliche Vermögensgegenstände an eine einzige  juristische oder natürliche Person verkauft. Daraus entsteht eine sogenannte Auffanggesellschaft, die einen schuldenfreien Neuanfang machen kann. Der Erlös aus dem Verkauf wird wie beschrieben an die Gläubiger verteilt, der wertlose Rest des ursprünglichen Unternehmens liquidiert.

Sanierung. Hier greift die eingangs gemachte Aussage, dass Insolvenz nicht das Ende eines Unternehmens bedeuten muss.Im Falle der Sanierung versucht der Insolvenzverwalter, einen Betrieb wieder leistungs- und zahlungsfähig zu machen, etwa durch Umstrukturierungen. Gegen den Willen der Gläubiger ist eine Sanierung nicht durchzuführen, wobei sie Erfolgsfall mehr profitieren würden als bei den genannten Alternativen. Das 2012 in Kraft getretene „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen“ soll die Sanierung als nächsten Schritt nach der Insolvenz noch mehr in den Vordergrund rücken.

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