Bist du ein Mensch? 8   +   4   =  

Eine Kryptowährung ist ein digitales Zahlungsmittel. Es handelt sich dabei um Fiatgeld, als ein Objekt, das als Tauschmittel dient, ohne einen inneren Wert zu besitzen, im Gegensatz etwa zu Silber oder Gold. Anders als bei herkömmlichen Währungen wie dem US-Dollar oder dem Euro gibt es auch keine Zentralbank, die etwa für Geldwertstabilität sorgt. Kryptowährungen sind ausschließlich privat organisiert, sind also kein gesetzliches Zahlungsmittel. Daher ist niemand verpflichtet sie anzunehmen.

Mit Bitcoin fing alles an

Das erste Kryptogeld entstand im Januar 2009 unter dem Namen Bitcoin. Zuvor hatte ein gewisser Satoshi Nakamoto die Rahmenbedingungen dafür entwickelt und veröffentlicht. Wer oder was sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, ist bis heute ungeklärt. Bitcoin funktioniert über ein Netzwerk, in dem die Teilnehmer gemeinsam mithilfe einer speziellen Software eine dezentrale Datenbank verwalten, in der alle Transaktionen verzeichnet sind. Diese Art der Datenbank ist unter dem Namen Blockchain bekannt.

Das Zahlungssystem wird also nicht von einer zentralen Instanz reguliert, sondern von den anonymen Nutzern, die sich gegenseitig kontrollieren. Auf diese Weise werden Zahlungstransaktionen überwacht und gültig gemacht. Neue Bitcoins entstehen durch das sogenannte Mining (Schürfen), wobei die Erbringung von Rechnerleistung für die Blockchain ausgewertet wird. Längst haben sich zusätzlich Onlinebörsen etabliert, an denen sich Bitcoins mit konventionellen Währungen erwerben lassen. Die Nachfrage ist riesig: Erreichte ein Bitcoin am 1. Juni 2016 noch einen Schlusskurs von 478,46 Euro, so waren es genau ein Jahr später bereits 2.142,52 Euro.

Über 700 Kryptowährungen werden gehandelt

Bitcoin ist zwar die erste und am weitesten verbreitete Kryptowährung, gehandelt werden aber mittlerweile über 700. Die Nummer zwei am Markt ist Ethereum, in erster Linie eine Plattform für Smart Contracts. Das sind Verträge, die ähnlich wie Kryptowährungen dezentral über eine Blockchain geregelt werden. Ethereum hat auch eine eigene Währung, genannt Ether, bei der die Nachfrage manchmal schon größer ist als bei Bitcoin.

Ripple wiederum ist ein Zahlungsnetzwerk, das jede konventionelle Währung unterstützt und mit XRP sein eigenes Kryptogeld eingeführt hat. XRP können nicht per Mining erzeugt werden. Mit Bitcoin, Ethereum und Ripple sind die drei Player genannt, die jeweils eine Marktkapitalisierung von mehr als zehn Milliarden US-Dollar erreicht haben. Die Nummer vier, NEM mit der Währung XEM, kommt nur auf rund zwei Milliarden US-Dollar (Stand jeweils Juni 2017).

Bild ganz oben: kentoh / 123RF