Der Quellcode (auch Quelltext genannt) ist der in einer Programmiersprache geschriebene Text eines Computerprogramms. Der englische Begriff dafür ist source code (source = Quelle). Ist dieser Code öffentlich zugänglich und darf er frei verändert und weiterverbreitet werden, spricht man von Open Source Software.

Populär gemacht hat den Begriff eine Vereinigung, die sich Open Source Initiative (OSI) nennt. Initialzündung für deren Gründung war die Veröffentlichung des Quellcodes von Netscape unter einer freien Lizenz Anfang 1998. Netscape hatte als Browser mehr und mehr mit der Übermacht des Microsoft Explorers zu kämpfen und versuchte mit dem Mozilla genannten Projekt einen Befreiungsschlag. Die heute noch populären Anwendungen Firefox (Browser) und Thunderbird (E-Mail-Programm) basieren darauf.

Auch für Open Source gibt es feste Regeln

Zurück zur OSI. Sie wurde Ende Februar 1998 von Eric Raymond und Bruce Perens als Interessenvertretung der Open Source-Bewegung gegründet. Eine der ersten Amtshandlungen war die Erstellung einer Open Source Definition (OSD). Darin heißt es unter anderem:

  • Freie Weiterverteilung. Die Lizenz darf keine Partei beim Verkauf oder der Weitergabe der Softwarebeschränken. Sie darf keine Gebühr für solch einen Verkauf verlangen.
  • Quelltext. Der Quellcode muss die bevorzugte Form sein, mit der ein Programmierer das Programm bearbeitet. Absichtlich verwirrender Code („Spagetticode“) ist nicht gestattet, ebenso wenig sind dies von Präprozessoren oder Konvertierungsprogrammen erstellte Zwischenformen.
  • Ableitungen. Die Lizenz muss Modifizierungen und Ableitungen erlauben, sowie deren Verbreitungen und den gleichen Bedingungen wie die Originalsoftware.
  • Keine Beschränkungen. Die Lizenz darf nicht auf bestimmte Personen, Personengruppen oder Anwendungsgebiete beschränkt werden, auch nicht auf ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Technologie. Auch darf die Verwendung zusätzlicher Software nicht reglementiert werden.

Open Source-Projekte gibt es auch bei vielen digitalen Großunternehmen. So gewährt Google Zugang zu über 20 Millionen Zeilen Code in über 900 Projekten. Und auch Tesla hat seine Patente Mitte 2014 für die Allgemeinheit freigegeben. So etwas geschieht natürlich nicht aus reiner Nächstenliebe. Zum einen ist der PR-Effekt nicht zu unterschätzen, zum anderen kommen so kostenlose frische Impulse von außen in Unternehmen.

Bild ganz oben: Logo der OSI

X
X