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Der Begriff Pivot stammt ursprünglich aus dem Französischen und bedeutet „Dreh- und Angelpunkt“, gehört aber mittlerweile zum Standardvokabular der Startup-Welt. Gemeint ist hier ein Kurswechsel in der Ausrichtung des Businessmodells oder eine Änderung von Produkten und Dienstleistungen. Pivot ist ein wichtiges Element der Lean Startup-Strategie, bei der junge Unternehmen ihre Ideen schnellstmöglich auf dem Markt testen, um sie den Kundenbedürfnissen entsprechend zu verbessern und zu verändern. Folgende Pivot-Varianten lassen sich unterscheiden:

  • Zoom-in: bei Produkten, die zu viele, von den Kunden nicht benötigte Features enthalten, Konzentration auf das Wesentliche und Erfolgversprechenste
  • Zoom-out: bei Produkten, die zu wenige vom Kunden gewünschte Features enthalten, Erweiterung des Angebots
  • Customer Segment: das Produkt beibehalten, aber die Zielgruppe ändern
  • Customer Need: die Zielgruppe beibehalten, aber das Produkt ändern
  • Business Architecture: bei gleichem Produkt von B2B zu B2C wechseln oder umgekehrt
  • Technology: Änderung der Technologie z. B. von Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb
  • Business Model: beispielsweise Änderung der Strategie, wie Geld verdient werden soll (von kostenlos-werbefinanziert zu Bezahlmodell)

Natürlich kann es auch Kombinationen der verschiedenen Pivot-Varianten geben. Legendär sind die Kursänderung der finnischen Firma Nokia: Gestartet in der Papierindustrie, produzierte das Unternehmen zwischenzeitlich Fahrradreifen und Gummistiefel und wurde schließlich für ein paar Jahre zum erfolgreichsten Handyhersteller der Welt. Und Twitter begann als Netzwerk für Podcasts, bevor es zum Kurznachrichtendienst mutierte.

Bild oben: das erste Nokia-Logo von 1865