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Qualität – das Wort scheint von vornherein eine positive Bedeutung zu haben. Dabei ist es eigentlich ein neutraler Begriff, denn die Qualität beispielsweise eines Produktes kann sowohl hervorragend als auch hundsmiserabel sein. Dementsprechend geht es beim Qualitätsmanagement auch nicht zwingend darum, das absolut Bestmögliche zu erreichen. Ziel kann auch sein, einen vorgegebenen Standard zu sichern und die dafür notwendigen Prozesse zu optimieren. Ein für die Masse gedachtes Billigprodukt wird nie die hohe Qualität erreichen können wie ein individuell gefertigtes und soll es auch nicht. Trotzdem kann es in einem ihm angemessenen und entsprechend definierten Rahmen noch verbessert werden.

Qualitätsmanagement beschränkt sich natürlich nicht nur auf Produkte und ihre Herstellung, sondern berücksichtigt auch Vertrieb, Marketing, Kundenservice und organisatorische sowie zeitliche Abläufe innerhalb eines Unternehmens. Um die gesteckten Qualitätsziele zu erreichen, gibt es mehrere Methoden, die sich allerdings zum Teil sehr ähnlich sind. Wir stellen die wichtigsten kurz vor:

Total-Quality-Management (TQM)

Erfunden hat Total-Quality-Management in den 1940er Jahren der Amerikaner Wlliam E. Deming, weiterentwickelt wurde die Methode mit ganzheitlichem Ansatz von der japanischen Autoindustrie. Einige wesentliche Schlagworte:

  • Qualität orientiert sich am Kunden.
  • Die Qualität wird durch Mitarbeiter gesichert.
  • Qualität ist kein Ziel, sondern ein Prozess, der nie zu Ende geht.

Kaizen

Kaizen ist ein japanischer Begriff und bedeutet wörtlich „Wandel zum Besseren“. Er beschreibt ein philosophisches Konzept und das Streben nach stetiger und immerwährender Verbesserung. Kaizen lässt sich auf die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit genauso anwenden wie auf Unternehmen. Er ist ein schrittweiser Prozess und setzt mehr auf eine evolutionäre denn auf eine revolutionäre Entwicklung. Dabei eingebunden sind Führungskräfte wie Mitarbeiter gleichermaßen. Eine westliche Adaption dieser Vorgehensweise nennt sich Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP).

Lean Management

Ein enger Verwandter von TQM und Kaizen ist das Lean Management, das seinen Ursprung ebenfalls in der Automobilindustrie hat. Ziel war es ursprünglich, die Produktion so effizient und „schlank“ zu halten. Später wurde dieses Prinzip auch auf andere Unternehmensbereiche übertragen. Verschwendung, also unnötigen Zeit- und Geldaufwand, zu vermeiden und dabei sowohl die Unternehmens- als auch Kundensicht zu berücksichtigen, kennzeichnet erfolgreiches Lean Management.

Six Sigma

Entwickelt wurde diese Methode mit ebenfalls japanischen Wurzeln in den 1980er Jahren bei Motorola, den Namen Six Sigma erhielt sie in den 90ern von General Electric-Manager Jack Welch. Bei dieser Art des Qualitätsmanagements stehen Zahlen und Statistiken im Mittelpunkt. Die Formel dafür lautet DMAIC und steht für Define, Measure, Analyze, Improve, Control. Um diese Schritte von der Definition von Aufgaben über die Ermittlung und Analyse von Zahlen, den daraus resultierenden Verbesserungen und deren abschließende Kontrolle zu ermöglichen, braucht es jeweils Spezialisten. Die werden ja nach ihrer Verantwortung in eine Rangordnung gebracht, die sich an asiatischen Kampfsportarten orientiert (z.B. Schwarzer oder Grüner Gürtel).

Für Qualitätsmanagement gibt es sogar eine offizielle Norm. EN ISO 9001 legt die Mindestanforderungen fest, denen eine Organisation zu genügen hat, um Produkte und Dienstleistungen bereitstellen zu können, welche die Kundenerwartungen sowie allfällige behördliche Anforderungen erfüllen.

Bild oben: donets / 123RF