Der Begriff Scrum bedeutet wörtlich übersetzt „Gedränge“ und stammt ursprünglich aus der Sportart Rugby. In bestimmten Situationen drängen sich dort nach einer Unterbrechung Spieler beider Mannschaften zusammen, um das Spiel neu zu starten. In der Digitalwelt bezeichnet Scrum einen agilen Prozess für Softwareentwicklung und Projektmanagement.

Der Grundgedanke von Scrum: Bei einem komplexen Prozess können weder das genaue Ergebnis noch die dazu führenden Maßnahmen von vornherein vollständig feststehen. Deshalb wird bei dieser Methode inkrementell und iterativ vorgegangen. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass nicht ein einzelner großer Wurf zum Ziel führt, sondern kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten. So wird gewährleistet, dass die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt und Probleme, die im Prozessverlauf auftreten, schnell gelöst werden können.

Scrum erfordert genau definiertes Teamwork

In einem Team, das nach dieser Methode arbeitet, gibt es drei genau festgelegte Rollen:

  • Product Owner. Diese Person definiert die Eigenschaften eines Produktes und hat dabei auch den wirtschaftlichen Erfolg im Blick. Maßgeblich sind dabei die Anforderungen der Stakeholder, also aller, die an der Produktentwicklung ein Interesse haben. In erster Linie sind das Auftraggeber und (potenzielle) Kunden. Die Anforderungen dokumentiert das Product Backlog, das im Laufe des Prozesses regelmäßig aktualisiert wird.
  • Scrum Master. Diese Person sorgt dafür, dass die Prozessabläufe so reibungslos wie möglich gelingen. Ein Scrum Master greift nicht direkt in die Produktionsentwicklung ein, sondern ist für die grundsätzliche Organisation verantwortlich und dient als Ratgeber und Coach.
  • Entwicklungsteam. Hier findet die Detailarbeit statt. Das Entwicklungsteam setzt die vom Product Owner erstellten Vorgaben um und organisiert sich dabei weitestgehend selbst. Deshalb sind hier unterschiedliche Talente und Kompetenzen gefragt, die sich optimal ergänzen. Ein solches Team umfasst in der Regel drei bis neun Personen.

Der Zeitraum, in dem eine bestimmte Teilaufgabe erledigt werden muss, nennt sich Sprint und kann zum Beispiel 30 Tage umfassen. Die Aufgabe wird in sogenannte Tasks unterteilt, die meist nicht länger als einen Tag in Anspruch nehmen. Deren genaue Planung wird in einem Sprint Backlog dokumentiert und in kurzen täglichen Meetings diskutiert und überprüft. Am Ende eines Sprints präsentiert das Team das Ergebnis dem Product Owner und Stakeholdern. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen dann in den Product Backlog und die Vorgaben für den nächsten Sprint ein. Nicht selten kommt es dabei zu Korrekturen der ursprünglichen Marschrichtung.

Bild ganz oben: bakhtiarzein / 123RF

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