Sensoren sind in unserer vernetzten Welt allgegenwärtig. Schon heute enthalten viele elektronische Geräte mehrere dieser Bauteile, in Zukunft werden es noch erheblich mehr werden. Einer der Gründe dafür ist der Siegeszug des Internets der Dinge, der ohne Sensoren kaum möglich wäre.

Der Begriff „Sensor“ hat seinen Wortstamm in dem lateinischen Verb „sentire“, was „fühlen“ oder „wahrnehmen“ bedeutet. Ein solches, auch als Messfühler bezeichnetes technisches Bauteil kann physikalische oder chemische Eigenschaften erfassen. Beispiele für solche Eigenschaften sind Temperatur, Feuchtigkeit, Druck, Helligkeit, Beschleunigung oder pH-Wert. Die Ergebnisse dieser Messungen werden in ein weiterverarbeitbares elektrisches Signal umgeformt. Daraus erfolgt entweder eine unmittelbare Aktion oder die Speicherung von Daten zur späteren Auswertung.

Sensoren im Smartphone

In Wissenschaft und Industrie werden Sensoren schon lange genutzt, massiv in den Lebensalltag sind sie durch den Siegeszug des Smartphones eingedrungen. Hier eine kleine Auswahl an Messelementen, die in modernen Handys zu finden sind:

  • Beschleunigungsmesser. Sorgt für für das Umschalten von Hoch- auf Querformat im Display und registriert den Neigungswinkel des Smartphones. Wichtig beim Einsatz der Kamera und bei Spielen.
  • Gyroskop. Ergänzend zum Beschleunigungsmesser sorgt dieser Rotationssensor für eine noch genauere Erfassung der Position des Smartphones in der Hand des Nutzers und damit für bessere Fotos und mehr Spielspaß.
  • GPS-Empfänger. Vermutlich der Sensor, dessen Existenz den meisten Usern bewusst ist. Das satellitengestützte Navigationssystem zur Positionsbestimmung ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken.
  • Magnetometer. Eine Art Kompass, der ergänzend zum GPS-System bei der Ortsbestimmung zum Einsatz kommt.
  • Bildsensoren. Selbstverständlich kommen die in jedes Smartphone eingebauten Kameras nicht ohne Sensoren aus.
  • Helligkeitssensor. Dieses Element misst die Umgebungshelligkeit und sorgt dafür, dass die Lichtintensität des Displays an die Gegebenheiten angepasst wird.
Sensoren im Schokoladendesign - das ist WunderBar von relayr.

Sensoren im Schokoladendesign – das ist WunderBar von relayr.

Das moderne Smartphone ist also ein hochwertiges Messinstrument, das bewusst und unbewusst zur Erfassung und Anwendung der unterschiedlichsten Daten genutzt wird. Und es kann noch mehr, zum Beispiel als eine Art Schaltstation für das Internet of Things (IoT) dienen. Alltagstauglich ist das IoT vor allem im Smart Home. Dort geht es weniger um den berühmt-berüchtigten Kühlschrank, der meldet, wenn die Milch alle ist. Viel interessanter sind Sensoren bei bei der Optimierung des Energieverbrauchs für beispielsweise Heizung und Beleuchtung.

WunderBar: ein Sensorbaukasten für das IoT

Smart Home und IoT für jedermann ist die Geschäftsidee von WunderBar des Berliner Statups relayr. WunderBar sieht aus wie eine Tafel Schokolade und besteht aus sieben Elementen:

  • Das Mastermodul. Die Kontrolleinheit, die alle anderen Sensoren koordiniert und letztlich mit dem Internet verbindet. Das geschieht über Bluetooth und WiFi.
  • Ein Modul zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine besonders kuriose Anwendung schlägt relayr in einem Werbevideo vor. Eine damit bestückte Babywindel schlägt Alarm, wenn sie vollgemacht wurde.
  • Ein Sensor zur Messung von Lichtstärke und Annäherung an ein Objekt. Eine damit ausgestattete Keksdose meldet unverzüglich unerlaubten Zugriff auf die Backwaren.
  • Ein Modul mit einem Beschleunigungsmesser und einem Gyroskop. Diese Sensortypen haben wir bereits im Zusammenhang mit dem Smartphone kurz erläutert.
  • Ein Sensor, der auf Schall reagiert. Wer seinen Lichtschalter mit einem Händeklatschen betätigen möchte, kann auf dieses Element zurückgreifen.
  • Ein Infrarot-Sender. Dieser Baustein macht das Smartphone zur Fernbedienung.
  • Ein Grove-Anschluss. Grove ist ein Standard für die körperliche Verbindung von IoT-Elementen und lässt sich mit Lego vergleichen.

Zu WunderBar gehören zudem Programmierbausteine für alle gängigen Smartphone-Systeme, die es Entwicklern ermöglichen, auch ohne große Vorkenntnisse Anwendungen zu coden. Die können eher spielerischer Natur sein, etwa bei einer Temperaturmessung der Bierflasche, oder der Beginn der Entwicklung einer komplexeren Lösung. Das Mutterunternehmen relayr ist einen ähnlichen Weg gegangen. Angefangen mit dem Sensorbaukasten in Schokoladenform, versteht sich das Unternehmen inzwischen als umfassender Dienstleister für das Internet of Things. Dafür gab es erst Anfang November eine neue Finanzierungsrunde in Höhe von 23 Millionen US-Dollar.

Fotos: © relayr/WunderBar