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Wenn sich Investoren dazu entschieden haben, ein Startup finanziell zu unterstützen, haben diese in der Regel verstärktes Interesse daran, bestimmte Mitarbeiter und vor allem die Gründer im Unternehmen zu halten. Eine Methode dies zu gewährleisten nennt sich Vesting. Vereinbarungen, die bestimmen, dass eine Person Gesellschaftsanteile in Abhängigkeit seiner Betriebszugehörigkeit erhält, heißen Vestingklauseln, die Laufzeit einer solchen Klausel Vestingperiode. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Modelle:

  1. Der Begünstige erhält nach Ablauf der Vestingperiode eine im Vorfeld bestimmte Menge der Gesellschaftsanteile zugesprochen.
  2. Der Begünstige erhält gleich zu Beginn der Vestingperiode die vereinbarten Gesellschaftsanteile und verpflichtet sich im Gegenzug, diese Anteile an seine Mitgesellschafter zu verkaufen, sollte er vor Ablauf der Laufzeit aus dem Unternehmen aussteigen.

Beide Varianten lassen sich mit Abstufungen ausstatten, wonach der Begünstige auch bei vorzeitigem Ausscheiden bestimmte Anteile er- bzw. behält. Model 1 ist ein klassisches Mitarbeiterbeteiligungsprogramm und für bestehende Gesellschaften interessant, das in Deutschland üblichere Model 2 findet eher bei Startups Anwendung, denn bei der Neugründung einer Gesellschaft gilt es, die Gesellschafter mit ihren sich ergänzenden Kompetenzen möglichst lange zusammenzuhalten. Der Zeitraum der Vestingperiode ist dabei Verhandlungssache, ebenso wie der Kaufpreis für die Anteile im Falle des Ausstiegs, rechtsverbindliche Vorschriften dazu gibt es nicht.

Bild oben: Hat mit dem Thema nichts zu tun, ist aber sehr schön, das Hotel Vesting Bourtange in den Niederlanden.