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Das eine oder andere White Label-Produkt hat wahrscheinlich schon jeder einmal in der Hand gehabt. Die meisten Supermärkte und Discounter führen eine Reihe von Eigenmarken, deren Produkte meist erheblich günstiger als die bekannter Anbieter, obwohl sie vom selben Hersteller stammen. Dieses Verfahren nennt sich White-labeling und ist schon lange bei Drogerieartikeln und in der Lebensmittelbranche üblich. In diesem Zusammenhang fällt auch häufig der Begriff No-Name-Produkte.

Wörtlich übersetzt heißt White Label „Weißes Etikett“ und spielt darauf an, dass Businesskunden von einem Unternehmen ein fertiges Produkt bekommen und quasi nur noch ihren eigenen Firmennamen darauf schreiben müssen. In einem ähnlichen Zusammenhang wird der Begriff auch in der Musikindustrie benutzt. Hier charakterisiert er eine klassische Schallplatte, auf der weder das Plattenlabel noch Name und Interpret eines Songs vermerkt ist. Solche Platten wurden an DJs und Radiomoderatoren verschickt, damit diese unvoreingenommen an das Stück herangehen konnten. Eine Methode, die im Digitalzeitalter kaum noch Anwendung findet.

White Label bei Software und Fintechs

Dafür sind White Label-Lösungen im Softwarebereich auf dem Vormarsch. Das gilt vor allem für Anwendungen, die keine speziellen Features benötigen und von vielen Kunden in beinahe identischen Ausführungen genutzt werden können. Das gilt zum Beispiel für den E-Commerce-Sektor. Für Startups kann sich daraus eine zweite Chance ergeben, wenn das eigentliche Geschäftsmodell nicht funktioniert. Sollte sich ein Produkt nicht so verkaufen wie erhofft, der dafür programmierte Onlineshop aber für andere Anbieter interessant sein, wäre ein Pivot angebracht. Das Startup würde dann vom Shop zum IT-Dienstleister mutieren.

Fintechs, also Startups, die mit frischen Ideen die Finanzdienstleistungsbranche durcheinanderwirbeln wollen, fehlt meistens eine Banklizenz. Diese ist aber erforderlich, um eine Reihe von Leistungen überhaupt anbieten zu dürfen. Hier springen dann mit einer solchen Lizenz ausgestattete Spezialisten ein und stellen die benötigten Bankingprozesse zur Verfügung. Auch das ist dann ein White Label-Produkt.

Bild ganz oben: riderfoot / 123RF