Rechnet man einmal nach, wie viel Zeit in das Warten investiert wird, kommt man, auf das Jahr summiert, sicherlich auf Wochen reine Wartezeit. Wochen, die mit keiner Aktivität gefüllt werden, die für nichts außer zur Überbrückung zwischen zwei Zeitpunkten bestimmt sind. Die Frau und die Männer hinter KwiqJobs haben ein Business Model entwickelt, welches die Ressource Zeit in Bargeld umwandelt. Nicole Gdanietz erklärt die Win-Win-Win Situation, die KwiqJobs auslöst.

1. Die Kernidee in max. 4 Sätzen.

Wir verwandeln die Wartezeit von Menschen in eine neue Ressource für Unternehmen. Menschen können mit unserer App überall in ihrer Wartezeit kurze Aufgaben (KwiqJobs) direkt auf ihrem Smartphone erledigen und damit Geld verdienen. Unternehmen können kleine Aufgaben über unsere Plattform anbieten und sehr schnell und effizient Ergebnisse erhalten. Wir sind die weltweit erste Crowdworking-Plattform, die ausschließlich auf Smartphones setzt und damit die Wartezeit von Menschen nutzbar macht.

2. Wie kamt ihr darauf, euer Produkt zu erstellen, was ist die Entstehungsgeschichte?

Mit KwiqJobs lösen wir ein eigenes Problem, mit dem wir in unserem Berufsalltag kämpfen mussten und für das der Markt keine zufriedenstellende Lösung parat hat. Wir haben schnell erkannt, dass die weltweite Crowdworking-Branche noch im Web feststeckt und kein Akteur ein solides Konzept für das Crowdworking über Smartphones hat. Das ist unsere Chance, mit einem klugen Konzept eine führende Rolle in der kommenden Ära dieser Branche einzunehmen.

3. Wie seid Ihr vorgegangen um mit euerem Produkt zu starten?

Wir haben von Beginn an laufend Hypothesen aufgestellt und diese mit einfachen Mitteln getestet, um das richtige Konzept und das richtige Team für die Umsetzung zu finden. Wir sind gerade mitten im Beta-Test unserer Plattform und haben nun mit den ersten sehr zufriedenen und zahlenden Kunden einen ersten belastbaren Proof of Concept, dass unsere Plattform einen deutlichen Mehrwert im Vergleich zu existierenden Lösungen liefert und Kunden bereit sind, für diesen Mehrwert zu bezahlen.

4. Wie groß ist das Business-Potenzial für euer Produkt und wie habt ihr das herausgefunden?

Unsere Plattform verstehen wir als neuartiges Werkzeug, das in zahlreichen Branchen genutzt werden kann. Wir fokussieren aktuell vier strategische Kernbranchen, die in fünf Jahren jeweils ein Marktvolumen zwischen 6 und 82 Milliarden US-$ und ein Wachstum zwischen 7,5% und 30% aufweisen werden. Die lauteste Musik spielt gerade in der Branche für künstliche Intelligenz, für die unsere Plattform einen wichtigen Beitrag zur Datengenerierung und -annotation leisten kann. Die Wachstumsraten sind hier astronomisch und in den kommenden Jahren wird das Angebot die rasant wachsende Nachfrage nicht decken können. Wir planen mit unserer Plattform in fünf Jahren ein Volumen von 120 Mio. US-$ umzusetzen.

5. Was ist das Business-Modell hinter Eurer App – wie werdet Ihr Geld verdienen?

Die App ist ein Teil unserer Plattform. Wir betreiben eine zweiseitige Plattform, die Angebot (KwiqJobs von Unternehmen) und Nachfrage (Menschen mit Wartezeit) effizient zusammenbringt. Wir verdienen unser Geld wie Uber, Airbnb und andere Marktplätze: An jeder Transaktion zwischen beiden Seiten erhalten wir eine Provision von der Angebotsseite.

6. Wie seid Ihr auf die Mehrwert-Funktionen gekommen, die Euer Produkt von anderen hervorhebt?

Durch das Testen von Hypothesen und dem intensiven Austausch mit potenziellen Kunden.

7. Für welche Technologie zur Umsetzung habt Ihr Euch entschieden und warum. Muss bei der Zielgruppe eine bestimmte Technologie oder Endgeräte eingesetzt werden?

Wir nutzen z.B. die Sensoren eines Smartphones und Augmented Reality-Ansätze, um das Smartphone in ein leistungsfähiges mobiles Arbeitsgerät zu verwandeln. In diesem Bereich streben wir eine Technologie-Führerschaft im Weltmarkt an. Nutzer unserer App brauchen nur ein modernes Smartphone, um z.B. unterwegs in einem Flixbus ein paar KwiqJobs zu machen und sich das Ticket während der Fahrt zu verdienen.

8. Könnt Ihr erzählen, welche Schritte als nächstes kommen?

Wir sind gerade in der “Fund-raising” Periode und bereiten eine Finanzierungsrunde im Frühling vor, um unser Team für die nächsten 18 Monate Vollzeit im Startup beschäftigen zu können. Für dieses Jahr ist der Markteintritt in Indien und in den USA geplant, weil das unsere wichtigsten Märkte sind.

9. Was hat Euch die Founders Academy gebracht?

In der Founders Academy haben wir wichtige Kontakte geknüpft, vieles gelernt und unser Pitchdeck kontinuierlich verbessert.

10. Welche Tipps würdet Ihr Gründern aus eurer bisherigen Erfahrung mitgeben?

Neben einer Idee, die man stets anpasst und weiterentwickelt, sollte man sich früh ein großes Netzwerk aus unterschiedlichen Kontakten aufbauen. Außerdem sollte man Fehler schnell entdecken und daraus lernen, um sein Startup erfolgreich nach vorne zu bringen.

11. Wo könntet Ihr noch Unterstützung gebrauchen, was sucht Ihr gerade (Personal, Ressourcen, Investoren), worauf wir im Artikel hinweisen können?

Wir haben bereits Angel-Investoren von KwiqJobs überzeugen können, suchen aber noch nach weiteren Investoren (insbesondere aus OWL!).