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Hast du dir heute morgen die Zähne geputzt? Gut. Hast Du vorher intensiv darüber nachgedacht, strategische Überlegungen angestellt? Vor- und Nachteile abgewägt? Vielleicht sogar nach einem besseren Tool (genannt: Zahnbürste) gesucht?

Vermutlich nicht.

Wir sprechen von automatisch ablaufenden Prozessen. Das kann ein ausgefeiltes IFTTT Recipe sein, ein Zapier Workflow, eine Gewohnheit, die in Fleisch und Blut über gegangen ist oder ein smarter Growth Hack, mit dem eure Kunden neue Kunden werben.

Baut Gewohnheiten in eure Produkte ein

Klar ist: Je mehr Ablenkungen und Benachrichtigungen um die Aufmerksamkeit unserer Kunden hustlen, desto wichtiger wird es, so wenig Ablenkung und Reibungsverluste wie möglich zu erzeugen. Wenn ein Prozess möglichst oft und erfolgreich ausgelöst werden soll, sollte er einen möglichst hohen Grad an Automatisierung erreichen.

So müssen eure Kunden nicht mehr darüber nachdenken, wie, wann und ob sie euer Produkt verwenden. Es integriert sich in den Arbeitsablauf und schafft Automatismen, die Kunden immer wieder zu eurem Tool zurück führen.

Ob ihr das neue Angry Birds, einen Messenger-Bot oder eine Einkaufsplattform für B2B entwickelt: Je öfter ihr eure Nutzer zurück in euer Ökosystem, auf eure Plattform oder in eure App holen könnt, die dort weitere Aktionen auslösen, desto stärker wachsen eure Erfolgschancen.

So könnt ihr Gewohnheit in euer Geschäftsmodell implementieren

Nicht nur die Customer Acuisition Cost per User wird immer höher. Auch die Retention Cost um Kunden zurück in eine Anwendung zu holen steigt. Zudem wird es immer schwerer, sich gegen die 10 meistgenutzten Apps durchzusetzen, die durch zunehmend bessere Mechanismen entwickeln, um ihre Nutzer innerhalb des eigenen Ecosystem zu behalten.

Ein prominentes Beispiel für Automatisierung des Nutzerverhaltens ist die Netflix NEXT EPISODE Funktion.  Bei einigen Serien gibt es dazu noch das Intro-Überspringen Feature. Bevor ihr überhaupt dran denken könntet, etwas anderes zu machen als Netflix zu gucken, habt ihr 10 Episoden gebinged.

Das ist nur ein taktisches Feature für die größer angelegte Strategie, Nutzer innerhalb des Netflix Ökösystems zu halten, so dass sie nicht zu Amazon Video, Hulu oder zu anderen Streaming-Anbietern wechseln. Netflix nutzt hierzu alle erdenklichen Kanäle wie bsw. E-Mail Newsletter, Push-Notifications und Produkt-Vorschläge, um Kunden auf passende Inhalte aufmerksam zu machen. Natürlich immer auf Basis von Daten, welche Kommunikations-Kanäle für welche Kunden individuell am besten funktionieren. So werden Seh-Gewohnheiten beim Kunden aufgebaut und Abwanderung zu einem frühen Zeitpunkt verhindert.

Customer Behavior Modelling

CBM heisst die Methode mit der ihr Anhand von Daten vorherseht, was Kunden als nächstes tun werden. Ein CBM ist dabei immer auf eine spezifische Nutzergruppe und eine gezielte Frage hin ausgerichtet. Zum Beispiel: Wie verhält sich die Click-Through-Rate im Produkt im Kundensegment das im Umsatz zwischen 10.000 und 20.000 Euro liegt. Oder: Wie hoch ist die Conversionrate eines Facebook Targetings auf Newsletter-Anmeldungen. Aus den gewonnen Erkenntnissen könnt ihr eure Prozesse gezielt optimieren und designen und so den Nutzergruppen die gewünschten Handlungen so einfach wie möglich gestalten und sie zu Gewohnheitsnutzern machen.

Gewohnheiten wirken auch nach innen

Übrigens: Genauso entsteht Kultur. Kultur wird unter anderem definiert als immer wieder wiederholte Tätigkeiten, die eine beliebig große Gruppe von Menschen ausführt und weiter entwickelt.

Wenn ihr eure Unternehmenskultur in eine bestimmte Richtung entwickeln möchtet: Sorgt dafür, dass die gewünschten Verhaltensweisen immer wieder ausgeführt werden, bis sie weitestgehend automatisch ablaufen.

DIVE DEEPER

Hier könnt ihr euch weiter in die Möglichkeiten einarbeiten, mit denen ihr Gewohnheiten bei Kunden und innerhalb eures Unternehmens etablieren könnt:

Artikelbild: Justin Luebke on Unsplash