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Immer wieder erreichen uns erfreuliche Meldungen von deutschen Startups, die zweistellige Millionenbeträge von Investoren bekommen, so diese Woche von der Münchener Softwareschmiede und 27,5 Millionen US-Dollar. International gesehen sind das allerdings Peanuts, bei den ganz großen Deals geht es um Milliarden. Wir haben uns die größten Investments der letzten Zeit mal genauer angeschaut.

Airbnb – 1,5 Milliarden US-Dollar
Bereits im Juni 2015 kursierte das Gerücht, dass Airbnb, der Marktplatz für die Vermittlung privater Übernachtungsmöglichkeiten, in einer Finanzierungsrunde einen zehnstelligen Betrage habe einsammeln können. Die offizielle Bekanntgabe kam erst im Dezember und war ein Fest für Genauigkeitsfanatiker, denn die bestätigte Summe betrug exakt 1.499.937.904 US-Dollar. Nicht weniger als 13 Investoren waren insgesamt an diesem Deal beteiligt.

Snapchat – 1,8 Milliarden US-Dollar
Dass Snapchat, der Instant-Messaging-Dienst, den angeblich kein Mensch über 20 so richtig versteht, zurzeit eine ganz heiße Kiste ist, belegen nicht nur die mittlerweile über 150 Millionen täglichen aktiven Nutzer. Auch die zehn Investoren, die insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar zusammengekratzt haben, stimmen da sicher zu. Veröffentlicht wurden die Zahlen im Mai 2016.

Didi Chuxing – 3 Milliarden US-Dollar
Bei unserem nächsten Fundingkrösus ist die Sache etwas kompliziert, und das fängt schon beim Namen an. In China gab zwei Unternehmen, die hießen Didi Dache und Kuaidi Dache, bis sie sich im Februar 2015 zusammenschlossen und fortan als Didi Kuaidi weitermachen. Allerdings nicht lange, denn seit September gilt die Bezeichnung Didi Chuxing. Kurz zuvor machte noch die Nachricht von einem Investment von insgesamt 3 Milliarden US-Dollar die Runde. Die eigentlich ziemlich zuverlässige Datenbank von CrunchBase notiert aber nur auf den Juli datierte 2 Milliarden von sieben Investoren. Unstrittig ist, dass es im Mai 2016 einen Nachschlag von 1 Milliarde gab, und zwar von nur einem einzigen Finanzier – Apple. Und wofür? Für den härtesten Rivalen von Uber.

Alle Angaben in Millionen US-Dollar; der Zeitraum 8/09-12/11 fasst vier Fundinrunden zusammen (Grafik erstellt mit infogr.am)

Alle Angaben in Millionen US-Dollar; der Zeitraum 8/09-12/11 fasst vier Fundingrunden zusammen (Grafik erstellt mit infogr.am)

Uber – 3,5 Milliarden US-Dollar
Womit wir schon beim nächsten Kandidaten wären, denn natürlich darf der für jede Schlagzeile geeignete Fahrdienstvermittler in einer solchen Liste nicht fehlen. Auch hier ist es nur ein einziger Investor, der die atemberaubende Summe von 3,5 Milliarden US-Dollar einbringt, ein staatlicher Fonds mit dem harmlosen Namen PIF. Aber Uber wäre nicht Uber, ließe sich daraus nicht auch eine kleine Skandalgeschichte stricken, denn PIF kommt aus Saudi-Arabien, und das ist bekanntlich das einzige Land der Welt, in dem Frauen nicht Autofahren dürfen. Jede Menge potenzielle Kundinnen also, fanden einige diese Überlegung ziemlich geschmacklos, als die Meldung im Juni 2016 herauskam. Uber hat übrigens schon einige Milliardenrunden hinter sich, wie die Grafik oben zeigt.

Ant Financial – 4,5 Milliarden US-Dollar
Den allerdicksten Fisch an Land ziehen konnte ein Unternehmen, das hierzulande die wenigsten kennen dürften, ist der digitale Finanzdienstleister doch auf den chinesischen Markt konzentriert. Der allerdings ist inzwischen so riesig, dass Fundings wie die 4,5 Milliarden US-Dollar vom April 2016 wahrscheinlich kein einmaliges Ereignis bleiben werden. Wobei zu berücksichtigen ist, dass hinter Ant Financial die Alibaba Group steckt, ein börsennotierter Internetgigant aus China, der so ziemlich alle Arten von Onlinehandel betreibt.

Bild ganz oben: Installation „One Billion Dollar“ von Michael Marcovici