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Dem Internet of Things wird eine große Zukunft vorausgesagt, und auch in der Gegenwart spielt es bereits eine wichtige Rolle. Dabei ist das Konzept selbst nicht neu, die Basis wurde zum Teil schon vor vielen Jahrzehnten gelegt. Einige der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg zum Internet der Dinge fassen wir hier zusammen.

Nikola Tesla als Tech-Prophet

Mit Zitaten berühmter Persönlichkeiten ist das so eine Sache; die besten sind leider oft verfälscht oder gleich frei erfunden. Manche sind aber so schön, dass man sie einfach veröffentlichen muss, so auch diese Aussage des sagenumwobenen Physikers Nikola Tesla, die aus in einem Interview aus dem Jahr 1926 stammen soll: „Wenn Drahtlosigkeit vollständig angewendet wird, wird sich die ganze Erde in in ein riesiges Gehirn verwandeln, was bedeutet, dass alle Dinge Teile sein werden eines realen und rhythmischen Ganzen.“ Und wenige Sätze weiter: „…die Geräte, mit denen wir das bewerkstelligen können, werden erstaunlich simpel sein im Vergleich zu unseren heutigen Telefonen. Ein Mann wird eines in seiner Westentasche tragen können.“ Tesla sagt hier also nicht nur das Internet (der Dinge) voraus, sondern auch gleich noch das Smartphone.

Spectatoritis

Im Gegensatz zu Nikola Tesla ist Jay B. Nash weitgehend vergessen, doch kaum ein Geschichtsbuch über das Internet of Things kommt ohne folgendes Zitat aus seinem Buch Spectatoritis aus dem Jahr 1932 aus: „In unserer Reichweite liegt der Müßiggang der alten Griechen, ermöglicht durch unsere mechanischen Sklaven… Wenn wir einen Raum betreten, beleuchten ein Dutzend von ihnen unseren Weg. Ein anderer Sklave sitzt 24 Stunden am Tag an unserem Thermostat, um die Heizung in unserer Wohnung zu regulieren. Ein weiterer sitzt Tag und Nacht in unserem automatischen Kühlschrank.“ Heutzutage heißt das „Smart Home“.

Die Erfindung des Barcodes

Die Geschichte des Barcodes beginnt 1949 am Strand von Miami, als der damals 27-jährige Norman Joseph Woodland vier Linien in den Sand zeichnet. Daraus entwickelte er zusammen mit seinem Kollegen Bernard Silver eine Technologie, die er 1952 zum Patent anmeldete und die Grundlage für noch heute verwendete Strichcodesysteme bildet. Erste kommerzielle Anwendungen gab es in den 1970ern in amerikanischen Supermärkten.

ARPANET, das erste Computernetzwerk

Die US-Luftwaffe entwickelte ein in den 1960ern ein System, über das Computer miteinander vernetzt werden können. Sein Name war ARPANET. 1968 wurde das Konzept der Paketvermittlung der Öffentlichkeit vorgestellt. Demnach sollten Botschaften in Datenpakete unterteilt und so übertragen werden. Am 29. Oktober 1969 gelang erstmals solch ein Datentransfer von einem Computer zum anderen. Gesendet wurde nur ein Wort: login.

Der erste tragbare Computer

Steve Mann hat über die jahre viele Arten von Datenbrillen entwickelt und gesestet (Fotos: Wikipedia/AngelineStewart)

Der kanadische Informatiker gilt als einer der Urväter von Wearables und Datenbrillen. Bereits 1981 zog er mit einem Rucksack los, in dem ein Computer steckte, der wiederum mit einer Kamera verbunden war, die Mann an seinem Kopf trug. Das Prinzip entwickelte er dann immer weiter.

Der smarte Coca Cola-Automat

Maschinen, aus denen man sich Getränke ziehen kann, gibt es schon lange und hatten mit moderner Technologie nichts zu tun. Das änderte sich 1982, als ein paar visionäre Tüftler einen Coca Cola-Automaten an der Carnegie Mellon University aufstellten, den wir heute als „smart“ bezeichnen würden. Dieser Automat meldete nämlich seinen aktuellen Bestand regelmäßig an einen Computer und gab auch Auskunft über die Temperatur der Getränke.

Das verräterische Namensschild

Namensschilder verraten in der Regel nicht viel mehr als den Namen des Trägers. Die Computerfirma Olivetti entwickelte 1990 ein Schild, das zudem den jeweiligen Standort übermittelte. Ein Sender verschickte regelmäßig Infrarotsignale und überführte damit die Personenüberwachung ins Computerzeitalter.

Der vernetzte Kühlschrank

In fast jeder Geschichte über das Internet of Things und Smart Homes ist er der Klassiker: der Kühlschrank, der die Milch nachbestellt. Tatsächlich hat LG im Jahr 2000 ein solches Gerät erstmals vorgestellt. Es konnte seine Lebensmittelbestände registrieren uns seinen Besitzer alarmieren, wenn irgendetwas ausgegangen war. Wirklich durchgesetzt hat sich die Idee bis heute nicht.

Der Begriff „Internet of Things“ wird geprägt

2002 erscheint in der Zeitschrift Forbes ein Beitrag, der sein Thema schon in der Überschrift auf den Punkt bringt: „The Internet of Things“. Damit ist ein bis heute gültiger Begriff geboren. Zuvor hatte der britische Tech-Pionier Kevin Ashton die Formulierung „Internet for Things“ verwendet. Der Forbes-Beitrag fasst den damaligen Stand der Dinge zusammen und endet mit diesen prophetischen Sätzen: „Es liegt ein langer Weg hinter uns, seitdem 1974 der erste Artikel mit einem Barcode gescannt wurde, eine Zehnerpackung Wrigley’s Kaugummi. In zehn Jahren könnte eine solche Packung einen Chip enthalten.

Bild ganz oben: Nikola Tesla