Bist du ein Mensch? 10   +   4   =  

Wenn ein Startup aus Bielefeld und Münster, ein Investment von einem Weltmarktführer aus Bielefeld erhält (der selbst vor 126 Jahren als Startup begann), dann müssen wir natürlich darüber berichten. Und da FoodTracks mit Eyüp Aramaz auch ein Founders Camp Veteran ist, haben wir uns direkt mit ihm unterhalten:

Bevor wir mit Eyüp über Geld reden, könnt ihr in diesem Artikel aus dem Februar nachlesen, was FoodTracks genau macht. Oder ihr schaut euch kurz dieses Video an:

Ok, ihr wisst nun worum es geht. Dann können wir mit Eyüp direkt ins Thema einsteigen:

Hey Eyüp! Erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem Investment, dass FoodTracks von der Oetker-Gruppe bekommen hat und danke, dass du dir so schnell Zeit für uns nehmen konntest. Bei euch geht es vermutlich gerade mächtig rund, seit die Nachricht bekannt wurde!

Was hat sich am Geschäftsmodell von FoodTracks schwerpunktmäßig geändert, seit wir im Februar das letzte Mal sprachen?

Wir haben uns mittlerweile voll auf Bäckereien fokussiert. Während des Founders Camps sprachen wir auch mit Playern aus dem Lebensmitteleinzel- und Großhandel. Unser Plan war zunächst, FoodTracks von Anfang an auf die gesamte Breite der Lebensmittelbranche anzusetzen.

Wir haben schnell gelernt, wie komplex die Prozesse in jedem einzelnen Branchenbereich sind. Handel, Produktion und Gastronomie haben zwar nahezu gleiche Painpoints, die Feinheiten unterscheiden sich aber dennoch so stark, dass eine klare Konzentration für uns deutlich profitabler ist.

Zudem hat unser Co-Founder Tobias Pfaff (oben rechts im Titelbild) während seiner Zeit an der FH Osnabrück im Jahr 2011 bereits mit Daten von Bäckereien gearbeitet. Da machte es für uns Sinn, diesen besonderen Wissensvorsprung zu nutzen.

Die Bäckereien, mit denen wir gesprochen haben, waren von Anfang an darüber begeistert, wie gut wir die bestehenden Probleme in Bestellplanung, Verkauf und Personaleinsatzplanung lösen können.

Was wir zusätzlich sehr ansprechend finden: Die Produkte sind greifbar. Im Data Science Business hast Du es oft mit sehr theoretischen Dingen zu tun. Da ist es umso motivierender, mit echten Produkten, bodenständigen Unternehmen und Entscheidern direkt zusammen zu arbeiten, anstatt bspw. mit High Frequency Trading.

Was bekommen Kunden bei Euch konkret?

Bäckereien verfügen über ungemein große und wertvolle Datenmengen aus Systemen wie der Warenwirtschaft, dem Kassensystem und der Personaleinsatzplanung. FoodTracks unterstützt die Bäckerei-Unternehmen mit einem sicheren Cockpit-System, in dem die Daten zusammengeführt und ausgewertet werden und dabei unterstützen, täglich die besten Entscheidungen zu treffen.

Außerdem bieten wir in dem Cockpit-System auch konkrete Handlungsempfehlungen für Optimierungen an. Mit unseren standardisierten Modulen erhalten die Kunden automatisch individualisiertes Consulting auf Basis der eigenen Daten – quasi in Echtzeit.

Du musst dir das so vorstellen: Eine Bäckerei mit 30 Filialen, die 7 Tage die Woche geöffnet haben und 130 Gebäck-Produkte anbietet, muss in der Woche 30 x 7 x 130 Entscheidungen treffen. Das sind über 25.000 Entscheidungen pro Woche! Wir helfen mit FoodTracks bei der Analyse dieser Datenmenge und beantworten Fragen wie:

  • Welche Filiale verkauft an welchen Tagen besonders viele Produkte welchen Typs?
  • Wie viele Mitarbeiter braucht welche Filiale zu welchen Zeiten?
  • Welche Produkte müssen mehr produziert werden?
  • Wo lassen sich durch qualifizierte Daten Retouren vermeiden?

Die Köpfe hinter FoodTracks – Eyüp Aramaz (l.) und Dr. Tobias Pfaff (r.)

Nun die spannende Frage: Was kannst Du unseren Lesern zum Investment von Oetker erzählen?

Wir freuen uns, mit der Oetker-Gruppe einen strategischen Partner gefunden zu haben, der uns bei unserem Wachstumsvorhaben unterstützen wird.

Genaue Details kann ich Dir da leider nicht verraten, aber wir stehen schon lange mit der Oetker-Gruppe in Kontakt. Wir waren mit FoodTracks im ersten Jahrgang des Founders-Camp und haben durch das Netzwerk bereits in einem frühen Stadium mit Oetker den Kontakt aufbauen können und wertvollen Input erhalten.

Dadurch zeigte sich vor allem, wie hilfreich die Teilnahme am Founders Camp für uns war. Wir konnten unser Business Model gezielt und mit fokussierter Kraft entwickeln und zusätzlich hat unser Team eine Menge an Entrepreneur Know-how getankt.

Das Ökosystem, dass aktuell hier in Ostwestfalen entsteht, wird langfristig betrachtet noch viel wertvoller für alle Beteiligten sein. Uns Startups hilft es ungemein, Unterstützung von renommierten Familienunternehmen aus der Region zu erhalten. Besser kann die Digitalisierung einer Region meiner Meinung nach kaum vorangetrieben werden.

Wie bringt sich Oetker über die finanzielle Unterstützung hinaus noch bei FoodTracks ein?

Für Oetker handelt es sich um ein strategisches Investment. FoodTracks wird nun vor allem in der Vertriebs-Strategie und im Recruiting unterstützt, damit wir schnell wachsen können. Inhaltlich bekommen wir so natürlich auch immer wieder hilfreiche Impulse aus der Lebensmittel-Industrie und können auf ein wertvolles Netzwerk zurück greifen. Das Seed-Investment selbst ist eine Minderheitsbeteiligung durch Oetker. Das heißt: FoodTracks bleibt weiterhin vollkommen eigenständig.

Wie sehen die nächsten 6 Monate für FoodTracks aus?

Auf jeden Fall werden wir die Produktentwicklung aus dem bisherigen Kundenfeedback vorantreiben und dann: Vertrieb, Vertrieb, Vertrieb um in den kommenden Monaten den deutschsprachigen Markt verstärkt anzugehen.

Und ganz wichtig: Unser Team aufstocken:

Wir suchen Data Scientists, die Erfahrung in Statistical Modelling, Time-Series Forecasting und Python Programmierung haben. Gerne Part-Time in Münster oder auch per Remote aus der ganzen Welt.

Also: Falls Ihr Data Scientist seid und FoodTracks dabei unterstützen wollt, täglich mehrere hundert Kilo Lebensmittel zu retten, wendet Euch einfach direkt an Eyüp!  e.aramaz@foodtracks.de

Wir wünschen auf jeden Fall weiterhin viel Erfolg und sind gespannt, wo die Reise für FoodTracks hingehen wird!

 

Wenn Ihr selber ein Startup gründen wollt: Am 19.9. Startet die nächste Founders Academy und wenn Dein Business-Model schon steht, kannst du dich und dein Team noch bis zum 10 September zum Founders Camp anmelden.