Die t3n postete neulich eine Infografik von RoveConcepts unter dem Titel „Das sind die heißesten Einrichtungstrends der Startup Szene“. Aus eigener Erfahrung möchte ich mal einige dieser Office-Design Trends etwas näher beleuchten.

Open Floorplans aka Großraumbüro

Ja, große und weitläufige Flächen sind momentan ein Trend und sehen auch zweifellos schick aus. Zum einen werden so schnelle und offene Kommunikation ermöglicht und Hierarchien, die sich früher im klassischen Eckbüro mit schönem Ausblick manifestierten, entstehen gar nicht erst. Und nicht zuletzt sind große Räume (von den Heizkosten mal abgesehen) natürlich auch günstiger, als zig Einzelbüros zu bauen.

Aber:

Bei all den Benefits bringt so eine Arbeitsfläche auch einen massiven Nachteil mit sich:

LAUTSTÄRKE!

Insbesondere, wenn sich Eure Mitarbeiter extrem stark konzentrieren müssen, wie bsw. Programmierer, macht es durchaus Sinn, auch ruhige Rückzugsorte einzuplanen.

Ebenso solltet Ihr beim Office-Design Telefonräume einplanen, in denen Vertrieb, Support und alle anderen, ihre Gespräche führen können, ohne den Rest der Mannschaft zu nerven (wenn sie nicht auf Slack ausweichen können).

Steharbeitsplätze

Möglichst viel im Stehen zu arbeiten kann ich nur jedem empfehlen. Allerdings befürchte ich, dass im Startup-Budget nicht unbedingt die Kohle für höhenverstellbare Tische drin ist. Die Dinger kosten gerne mal mittelhohe, vierstellige Summen.

Als Tip kann ich einen Besuch bei Ikea empfehlen. Da gibt es Schreibtische in Stehhöhe mittlerweile für schmalen Euro.

Die einfachste Lösung, die ich auch gerne bei längeren Arbeitsaufenthalten in Kundenbüros einsetze, ist ein Ikea Lack-Tisch. Diese 50 mal 50 Zentimeter großen Beistelltische für knapp 5 Euro kann man prima auf einen Schreibtisch stellen. Notebook drauf und schon hat man in 30 Sekunden einen Steharbeitsplatz gebaut.

Whiteboards an die Wände!

Neben fest installierbaren Whiteboards gibt es mittlerweile sehr coole Lösungen auf Basis von Folien. Die Folien halten durch Adhesion ganz ohne Kleber an der Wand und können mit Whiteboard-Markern oder Kreidestiften beschrieben werden. So kriegt Ihr für 20 Euro ein ordentliches Stück Wand als Tafel bzw. Whiteboard umfunktioniert. Einfach mal nach Tafelfolie bei Amazon suchen.

Offene Lounge und Küchen-Flächen

Als ich Google in Mountain View besucht habe, war ich tatsächlich ziemlich geflasht, dass alle 50 Meter eine Küche oder zumindest eine Snack-Station aufgebaut war. Woran Ihr aber immer denken solltet: Wenn 10 Leute nacheinander ihr Essen in einer Mikrowelle warm machen und sich dann mitten ins Büro zum Essen setzen, riecht die Hütte möglicherweise sehr schnell wie die Eckkneipe mit gutbürgerlicher Küche.

Ihr braucht weniger Stauraum

Klar, durch Digitalisierung werden weniger Aktenschränke und Rollcontainer benötigt. Das ermöglicht auch die offenen Büroflächen. Nichtsdestotrotz gibt es einige Abteilungen wie zum Beispiel das Personal, die alleine aus Datenschutzgründen ihre Sachen wegschließen müssen. Leider lassen sich ja nicht alle Bewerber dazu erziehen, ihre Unterlagen elektronisch einzureichen.

Mehr Arbeitsplätze für entspannte Arbeit am Notebook schaffen

Wenn Ihr gleich zu Anfang damit beginnt, Plätze fürs relaxte Arbeiten zu schaffen, geht diese Art zu arbeiten über das Office-Design auch gleich in Eure Unternehmenskultur über. Ich sehe in letzter zeit immer wieder Unternehmen mit Couch-Ecken, Sitzsäcken und Sesseln, in denen aber nie jemand sitzt, weil es ja faul aussehen könnte, wenn man nicht an seinem Schreibtisch sitzt.

Aufgeräumte Schreibtische ohne Kabelsalat

Je aufgeräumter der Schreibtisch, desto höher der Fokus auf die Arbeit, haben in der vergangenen Zeit immer wieder Studien heraus gefunden.

Gerade was Kabel angeht, können wir heute auf vieles Verzichten. Zumindest, wenn man nur mit seinem Notebook arbeitet, braucht man allenfalls ne Steckdose.

Bei zu penibler Strippenorganisation mit Kabeltunneln und Körben unter der Tischplatte ergibt sich aber auch schnell mal echtes Frustpotenzial, wenn man nämlich doch mal schnell an die Kabel ran muss.

Fitness im Büro

Gemeinsam Sport machen bringt eine Menge Spirit ins Team. Problem ist nur, wenn man gemeinsam Gewichte stemmt, Bodyweight-Übungen macht oder ein Meeting auf den Laufbändern durchzieht: Es fehlen meistens die Duschen im Büro.

Von daher sind Laufgruppen nach Feierabend oder ruhigere Betätigungen wie Yoga, Entspannungsübungen oder 15 Minuten Rückentraining vermutlich die sinnvollere Variante.

Das Office-Design kann sich direkt und indirekt auf den Geschäftserfolg auswirken

Wie ihr seht, gibt es viele Kleinigkeiten beim Office-Design, die sich darauf auswirken, wie gut ihr in euren Räumen letzten Endes arbeiten könnt.

Die vollständige Infografik von RoveConcepts könnt ihr euch hier noch einmal in groß anschauen.