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Vergangene Woche launchte der Pioneers Club in Bielefeld. In dem neuen CoWorking Space arbeiten Startups zusammen mit etablierten Unternehmen aus der Region Ostwestfalen unter einem verdammt schicken Dach. Das Motto in der Ritterstraße 8 lautet: „Mitmachen statt zusehen!“

Startup-Spirit bedeutet vor allem: Experimentieren, lernen, besser werden. Das können auch die Traditionsunternehmen mit Pionier-DNA in Ostwestfalen.

Der Pioneers Club ist ein weiterer Baustein für das Startup-Ökosystem in Ostwestfalen. Er versteht sich selber nicht als fertiges Produkt, sondern entwickelt sich ständig weiter. Sowohl durch die Gründer, die dort arbeiten, wie auch durch die Mitarbeiter von Unternehmen, die sich für ihre Innovations-Projekte dort einmieten. Auf 800 Quadratmetern stehen aktuell 100 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Bei der Eröffnung wurde nicht nur gefeiert und genetzwerkt, sondern auch eine Menge Know-how geteilt.

Anfangen möchte ich meinen Rückblick in umgekehrter Abfolge, nämlich mit den Startups, die gerade passend zum Termin Halbzeit im FoundersCamp hatten und ihre Projekte im Rahmen des Pioneers Club Launches pitchen konnten:

Entori

Die Jungs vom Personaler-Startup Entori arbeiten bereits mit Kunden zusammen. So können sie profitabel bootstrappen und zusätzlich wertvolle Informationen für die Plattform-Lösung sammeln, die launchready ist und am Kunden weiter entwickelt wird.
Die Problemstellung, mit der sich Entori beschäftigt lautete: Wie können Unternehmen sich als attraktive Arbeitgeber gegenüber Fachkräften präsentieren, die nicht wegen mehr Gehalt den Job wechseln würden.

Khador

Das Hardware-Startup Khador habe ich auf dem Meetup der Bielefeld Startups letztes Jahr kennen gelernt und es ist schwer beeindruckend zu sehen, wie weit sie bereits sind. Aus jeder Bestellung für individuell designte Lautsprecher werden automatisiert Fräsaufträge erstellt und abgearbeitet. Die Innovation steckt hier sowohl im industriellen Prozess, wie auch im Produkte selbst:
Die ersten Lautsprecherboxen der Welt, die individuell vom Kunden online gestaltet werden und ab Werk mit Sprachsteuerung durch Alexa ausgerüstet sind.

Trendiamo

„Ist Vertrauen skaliierbar?“ fragt Trendiamo, die eine spannende Lösung für Influencer Marketing gebaut haben. Die Innovation steckt hier im Longtail: Aktuell hat das Startup 2,5 Millionen Influencer erfasst. In 3 Monaten werden es bereits 10 Millionen sein. Für Die Lösung ermöglicht es endlich auch kleinen Kunden gezieltes Influencer-Marketing in effektiven Kleinst-Nischen zu betreiben

Lieblingskapital

Kapitalanlagen sind so eine Sache: Meistens unheimlich kompliziert und nur auf dem Papier bzw. im Digital-Portfolio vorhanden. Lieblingskapital lässt menschen ihr Geld in attraktiven Sachwerten wie Uhren, Wein oder Diamanten anlegen. Das Startup sammelt Daten zur Wertsteigerung, hilft dabei Anlageentscheidungen zu treffen und bietet über den eigens gebauten Shop direkten Kontakt zu Händlern.
Die Kunden erhalten neben Wertentwicklungen von bsw. 16% bei Uhren zusätzlich noch eine emotionale Rendite.

Semalytix

Das Big Data Startup Semalytix generiert aus unstrukturierten Texten wie bsw. E-Mails oder Social Media Meldungen nutzbare Businessdaten. Eine Anwendung ist bsw. verstecktes Wissen in Unternehmen zu lokalisieren und an die Daten in den Texten zu gelangen.
Die Gründer machen bereits eine gute Million Umsatz, benötigen aber ein weiteres Funding von 600.000 EUR um das Tool weiter zu entwickeln und als SaaS-Produkt anbieten zu können. Übrigens wurde ein Wettbewerber gerade für 200 Millionen von Apple gekauft.

Valuedesk

Das B2B-Startup Valuedesk hat sich vorgenommen, Marktführer in der Nische der Nischen zu werden: Bei Einsparungen im Einkauf. Bei jährlich 15 Milliarden Euro Verschwendung im Maßnahmenmanagement ist da definitiv ein lukratives Business-Model am Start. Getreu der alten BWLer-Weisheit: „Im Einkauf liegt der Segen“.
Interessant ist die Preisargumentation für das Tool von 1499,- Euro im Monat: Das ist so viel wie sonst einer von vielen Beratertagen, die nötig sind um Maßnahmenmanagement by EXCEL zu betreiben.

Startup Know-how Nuggets des Abends

Neben den Pitches gab es zur Eröffnung geballtes Business-Know-how von Experten und Mitglieds-Unternehmen des Pioneers Club: Sebastian Borek, Jan Brinckmann, Eduard R. Dörrenberg, Andreas Engelhardt, Regina Haschka Helmer, Julian Kawohl, Alexander Kölpin und Gerald Schönbucher setzten den Launch aus verschiedenen Perspektiven für die Gäste in Kontext. Hier ein paar Highlights:

Wisst ihr, was der häufigste Job der Welt ist?
Verkäufer.
Darum sieht Mary Meeker in ihrem Report 2017 auch immer noch wahnsinniges Wachstum im E-Commerce Markt und massig Potenzial für Startups. Mit allen Branchen die da noch dran hängen – wie die Logistik zum Beispiel.

Das Unternehmen der Zukunft ist wie ein Baum verwurzelt im traditionellen Business, wächst aber mit Startupelementen wie Organisation, Geschwindigkeit und Kultur.

Wo in Berlin noch Panels zu Industrie 4.0 statt finden, werden in Ostwestfalen schon Prototypen gebaut.

Die Amerikaner haben das Internet. Wir haben die Dinge. Und damit einen Vorsprung, den wir jetzt mit Cleverness und Weitsicht nutzen müssen.

Wenn man Kindern heute ein Spielzeug schenkt, schauen die sich erst mal auf YouTube Unboxing- und Erklär-Videos an. Natürlich nicht von den Herstellern, sondern von Influencern, in die sie mehr Vertrauen haben.

Azubis wurde gerade noch beigebracht, dass man sich im Bewerbungsgespräch am besten nicht mit Ghetto-Faust begrüßt. Dann lernte man die Founders-Faust kennen 😃

In Traditionsunternehmen darf nicht vergessen werden, dass Menschen mitgenommen werden müssen, die seit Jahrzehnten im Unternehmen sind. Auch wenn es sich nun wandeln muss. Was bedeutet Digitalisierung für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze?

Innovation in Traditionsunternehmen sollte vor allem von innen erfolgen. Indem man von Gründern lernt, an Startup-Ökosysteme andockt und Erfahrungen sammelt mit agilen Methoden, Prozessen und Tools. Aber die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells muss aus dem Kern des Unternehmens erfolgen.

Und die wohl wichtigste Erkenntnis des Abends:
Learning by doing.
Heißt auch:
Erfahrungen sammeln, hinfallen, wieder aufstehen, stärker werden, weiter machen.

Wenn ihr mehr über den Pioneers CLub erfahren wollt, schaut auf www.pioneers.club vorbei.

Die nächste Gelegenheit zum Reinschauen gibt es übrigens bei den kommenden FoundersTalks.

Lets get it started. Big opening today! #owl #ökosystem #pioneersclub #lifeatpioneersspace

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