Seit über sechs Jahren lehrt Prof. Dr. Jan Brinckmann an der ESADE Business School in Barcelona. Er ist dort Director of the Entrepreneurship Lab of the MBA Program und gehört zu den Global-Top-10-Programmen in Entrepreneurship laut der Financial Times. Er begleitet die erste Founders Akademie in Bielefeld, die Ende April im Founders Home beginnt. Im Interview beantwortet Jan Brinckmann, was ihn am Thema Entrepreneurship reizt, die Teilnehmer der Founders Akademie erwarten dürfen und was sie mitbringen sollten.

Was reizt dich am Thema Entrepreneurship?
Für mich persönlich geht es darum, dass man persönliche Freiheit bekommt, dass zu tun, was einem wirklich am Herzen liegt. Man kann sich die Co-Founder aussuchen und die Probleme, die man durch bessere Lösungen angehen will. Es ist zudem sehr spannend zu sehen, wie dann etwas aus dem Nichts entsteht und hoffentlich die Welt für viele besser macht.

Kann man es denn lernen, ein guter Entrepreneur zu sein?
Wir zielen in der Entrepreneurship Ausbildung darauf ab, erfolgreiche Teams zu schaffen im Gegensatz zu den einsamen Leitwölfen und Übermenschen, die manchmal in den Medien so gefeiert werden. Hier werden häufig große Mythen erzeugt, wie z.B. um Steve Jobs oder Mark Zuckerberg. In den meisten Firmen gibt es klare Rollen, z. B. die des CEO, des CTO, dem Head of Sales/Marketing. Ganz klar kann man für diese Rollen wie auch allgemeiner über Gründungen viel lernen. Letztlich sehen wir auch viele der Studenten, die sehr erfolgreich Unternehmen gründen.

Welche Voraussetzungen sollten die Teilnehmer der Founders Akademie mitbringen?
Das Wichtigste ist einen starken Tatendrang zu haben, ein Startup zu gründen und aufzubauen. Wenn wir erste erreichte Milestones sehen, zeigt das natürlich den persönlichen Antrieb und Commitment. Zudem ist es gerade am Anfang wichtig, dass man starke Co-Founder findet. Es ist natürlich immer hilfreich zu sehen, wenn hier schon erste Schritte gemacht wurden, insbesondere einen Mitgründer zu suchen, der einen relevanten technologischen Hintergrund hat. Die Idee selbst ist nicht so wichtig, da wir hier konkret helfen, erste Ausgangsideen kritisch zu bewerten und eventuell neue spannende Unternehmenskonzepte zu entwickeln.

Welche Lerninhalte wird es bei der Founders Akademie geben?
Es werden zentrale Themen behandelt, die zum Gründen wichtig sind. Von der Frage, wie man zur Ausgangsidee kommt, einem schrittweisen Gründungsprozess aufbauend auf dem populären Lean Startup Prozess, dem man folgen kann und klassische Themen wie Talentakquise, Financing und Marketing. Das Ganze wird sehr fokussiert an drei Wochenende in Workshops entwickelt.

Kannst du ein paar Erfolgsgeschichten (aus deinen Kursen in Barcelona) nennen, die mal so ein Programm gemacht haben und dann ein erfolgreiches Startup gegründet haben?
Wir haben regelmäßig Gründer, die nach der Kurserfahrung erfolgreich starten. Firmen wie Griti, Mammoth Hunters oder Get Your Hero sind Beispiele, die direkt gestartet sind. Founder Rockstars von der ESADE in den letzten Jahren sind z.B. Lea Lange von Juniqe, Christian Thiessen von Savedo, Jose Manuel Villanueva von Privalia, Antonio Ramis von Kantox.  

Gibt es Geheimrezept für erfolgreiche Startup-Gründungen?
Ganz klar. Das Misserfolgsrezept vorab: Wenn Ihr nie startet, wird das garantiert nie zum Erfolg führen. Das Erfolgsrezept, was ein bisschen länger ist, wird im Kurs der Founders Akademie verraten (lacht).