80 Millionen Bürger, 80 Millionen Meinungen. Aber welche? Dieser Frage gehen viele große und kleine Marktforschungsunternehmen in Deutschland tagtäglich nach – von der Sonntagsfrage über Geldanlage bis zu Mediennutzung. Und natürlich noch tausende Themen mehr. Aber wo findet man solche Umfragen? Seit Ende Februar bei sentibar (de.sentibar.com). Das Startup aus Gütersloh bündelt erstmals den großen Kosmos der repräsentativen Umfragen und stellt täglich die wichtigsten Themen und Ergebnisse zusammen. Die Gründer Tobias Pfaff, Fahad Siddiqui und Ulrich Schoof beantworten elf Fragen von Founders OWL: vom Geschäftsmodell, über USPs, Vorbilder bis hin zu Finanzierung und OWL als Standort.

1. Was macht ihr?
sentibar poolt und präsentiert alle neuen Meinungsumfragen. Was denken die Deutschen über neue Produkte, ihren Beruf, die Familie oder die Liebe – sentibar zeigt alle Antworten an einem Ort – täglich. In weit über 1000 Umfragen – allein für 2015/16  – kann bereits detailliert und schnell recherchiert werden. Das Angebot wird demnächst auch über Deutschland hinausgehen und Umfragen in den USA und Großbritannien umfassen.

2. Wie seid Ihr auf eure Idee gestoßen?
Uli Schoof war immer wieder frustriert, wie schwer es ist Umfrageergebnisse zu bestimmten Themen  im Internet aufzufinden. Der Weg über Google oder über gängige Daten-Portale wie statista gleicht eher der Suche nach der Nadel im Heuhaufen – langsam, aufwendig und unvollständig – frustrierend halt. Das gleiche Problem zeigte sich aber auch innerhalb von Organisationen und Unternehmen, die ihre eigenen, einmal aufwendig durchgeführten Umfragen z.B. zum Kunden- oder Nutzerverhalten zum Teil gar nicht wiederfinden können. Aus diesen Erfahrungen entstand die Idee mit sentibar eine entsprechende Lösung anzubieten.

3. Ein gutes Team ist meist wichtiger als die Idee. Wer hat sentibar gegründet und wie habt ihr euch kennengelernt?
Uli Schoof und Tobias Pfaff kennen sich seit 2008 und haben bereits vorher an anderen komplexen Datenprojekten gearbeitet. Uli kam Ende 2013 mit der Idee von sentibar auf Tobias zu und in 2014 begann dann die Arbeit an dem Projekt. Fahad Siddiqui, unser Lead Developer, stieß in 2015 über eine Empfehlung zum Team und ist der dritte Co-Founder im Bunde.

4. Was unterscheidet euch zu anderen Ideen in diesem Bereich und was sind eure USPs?
Unsere USPs sind ganz klar Aktualität, Schnelligkeit und Vollständigkeit. Wenn man eine repräsentative Meinungsumfrage auf sentibar nicht sofort findet, gibt es sie entweder nicht oder wir haben etwas falsch gemacht.

5. Erzählt uns etwas über euer Business-Modell. Wie funktioniert es?
Momentan ist die Basis-Suche nach aktuellen Umfragen kostenlos und das wird auch so bleiben. Später werden gegen Bezahlung Premium-Features und zusätzlicher Content angeboten werden. (Native) Advertising und Affiliate-Marketing z. B. mit Marktforschungsfirmen sind weitere Umsatzquellen, die wir aktuell eruieren.

6. Wie finanziert ihr euch?
Im vergangenen Jahr über ein EU-Förderprogramm und momentan aus eigener Tasche sowie über Family & Friends. Wir sind aber bereits auf Investorensuche.

7. Ihr seid mit einer Persönlichkeit aus der Startup-Branche zum Essen verabredet. Wer darf es sein und warum?
Es muss keine große Persönlichkeit sein. Wirklich smarte Growth Hacker wie Sean Ellis (ex. Dropbox & Qualaroo), Andrew Chen (Uber) oder auch Ryan Hoover (Producthunt) wären top.

8. Habt ihr Vorbilder?
Nicht wirklich aber sehr inspirierend für unsere Arbeit bisher waren vor allem die Tech- und Gadget-Seite producthunt.com sowie die Rezept-Seite yummly.com. Hier gefallen uns die Einfachheit in Design und Usability. Yummly hat Zudem eine Taxonomie entwickelt, um Rezepte algorithmisch verstehen zu können. Und damit ist es unser Vorbild für die Entwicklung von Algorithmen, die Umfrageergebnisse schneller verstehen und einordnen können.

9. Was sind eure Pläne mit sentibar für 2016?
Unsere Crawling- und Filtering- Mechanismus weiterentwickeln und automatisieren, sentibar für UK und die USA öffnen und einen Investor finden.

10. Ihr werdet von Founders Foundation unterstützt. In welchem Rahmen?
Sebastian Borek, der Co-Founder und CEO der Founders Foundation hat uns immer wieder motiviert, angespornt und mit neuen Ideen versorgt. In Zukunft würden wir gerne im neuen Co-Working Space arbeiten, um von dem Know-how zu profitieren, was sich gerade rund um die Founders Foundation versammelt.

11. Was sind die Vorteile von OWL für Gründer und warum habt ihr hier gegründet?
Wir leben einfach gerne in der Region und wir haben Familie hier. Zudem ist die Startup-Szene überschaubar, was auch ein Vorteil sein kann, da die Beziehungen über persönliche Kontakte meist ehrlicher und intensiver sind.

Foto © sentibar

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