Bist du ein Mensch? 7   +   1   =  

Wie Du ein Startup-Team zusammen stellst, haben wir vor gut zwei Wochen schon beleuchtet. Heute soll es darum gehen, wie Du die passenden Menschen findest, aus denen Du Dein Team zusammen setzt.

Stell Die Dein Team wie eine Fußballmannschaft vor. Du kannst mit 11 Torwarten genauso wenig anfangen, wie mit 11 Stürmern oder 11 Trainern. Die richtige, sinnvolle Mischung macht’s. Neben Programmierern, Designern und einem Geschäftsführer, der die Verantwortung übernimmt, benötigst Du über kurz oder lang auch noch Leute, die Aufgaben wie Vertrieb, Buchhaltung, Personal, Service und und und übernehmen. Aber in den meisten Fällen nicht alles sofort und auch nicht in so starker Ausprägung, dass damit eine volle Arbeitskraft ausgelastet wird.

Wenn Ihr Euch im Kernteam klar geworden seid, welche Aufgaben es zu besetzen gilt und damit wisst, was und wen Ihr überhaupt sucht, dann stellt sich die Frage: Wie findest Du nun die richtigen Leute? 

Hier einige Vorschläge, wo es sich hinzuschauen lohnt:

Kollegen

Gerade was die fachlichen Kompetenzen angeht, ist es in vielen Fällen so, dass Du die passenden Partner und Mitarbeiter in einem kollegialen Umfeld findest. Das kann in der Firma sein, in der Ihr zusammen arbeitet. Das können aber auch Kommilitonen, Vereins-Kollegen oder sogar Ansprechpartner bei Partnerunternehmen und Lieferanten sein, mit denen Ihr regelmäßig zusammen arbeitet. Einerseits hast Du dann schon ein Gefühl dafür, wie Ihr zusammen arbeiten könnt, andererseits kannst Du auch einschätzen was die Personen drauf haben. Es sind schon Geschäftsideen und neue Unternehmen aus der Zusammenarbeit von Kunde und Dienstleister bzw. Zulieferer entstanden, einfach weil man gemeinsam ein Problem erkannt und sich an die Umsetzung der Lösung gemacht hat.

Freunde und Familie

Klar, am liebsten würde man immer mit den Menschen zusammen arbeiten, die man mag. Wenn das passt und Ihr Euch sicher seid, dass die grundlegenden Anforderungen für eine Zusammenarbeit erfüllt sind, kann das eine gute Idee sein.

Aber:
Holt keine Leute in Euer Team, nur weil Sie Euch nahestehen oder Ihr sie gerne um Euch habt. Wenn die fachlichen Qualitäten einfach nicht ausreichen oder die Arbeitsmoral nicht zu dem ambitionierten Vorhaben eines Startups passt, kann das ganz schwer nach hinten losgehen. Spätestens, wenn Ihr Investoren ins Boot holt und die sich Eure Personalstruktur anschauen und ganz klar sagen, dass sie nicht bereit sind Mitarbeiter durchzufüttern, die nicht performen. Leider kann die Welt in diesem Zusammenhang sehr hart sein. Sowohl einen nahestehenden Menschen dann zur entsprechenden Leistung zu bringen oder aber aus dem Team entlassen zu müssen, wird Euch möglicherweise emotional schwer belasten. Von daher ist es in vielen Fällen ratsam, Familie und auch meistens Freunde aus dem professionellen Startup-Team raus zu lassen.

Empfehlungen

Besonders für Empfehlungen sind Freunde und Familie aber sehr hilfreich. Dieses Menschen können Euch meist recht gut einschätzen und in ihrem erweiterten Bekanntenkreis nach potentieller Verstärkung Ausschau halten, die zu Euch und Eurem Team passt.

Die besten Quellen für Empfehlungen sind natürlich eigene oder ehemalige Mitarbeiter. Leute, die genau wissen, wie Euer Unternehmen funktioniert und tickt. Das Bauchgefühl ob und wie jemand in ein Team passt, ist neben der fachlichen Quali der wichtigste Indikator. Ohne diese Einschätzung geht nur Trial and Error. Und das ist nicht nur beim Aufbau eines Teams, sondern auch im Personalbereich eines etablierten Unternehmens eine teure Angelegenheit.

Meetups und Events

Veranstaltungen sind nicht nur eine tolle Möglichkeit, sein Netzwerk zu erweitern, sondern auch um nach potenziellen Mitarbeitern Ausschau zu halten. Mehr noch: Besonders Startup-Events bieten die Möglichkeit zu kurzen Vorstellungen und Pitches der Gründungen und hier kann man natürlich auch immer die Suche nach bestimmten Mitarbeitern unterbringen.

Beispiel Startups Bielefeld bei der Pitchingrunde stellte sich ein Team bestehend aus Gründer und 2 Entwicklern vor. Neben des Elevator-Pitches wurde auch gezielt nach einem Designer für den Online-Auftritt gesucht.

Presse und Social Media

Erzählt Eure Geschichte so oft und so weit rum wie möglich. Nicht nur um Euer Produkt bekannt zu machen, sondern auch um Euer Team vorzustellen. Vermittelt den Leuten da draußen, wer Ihr seid, was Ihr wollt, warum Ihr tut was ihr tut. Presse und externe Kanäle sind dabei hervorragend geeignet, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Eigene Social Media Auftritte, Webseite, Blog, YouTube Kanal sind hervorragende Tools damit potenzielle Mitarbeiter Euch auf passive Weise kennen lernen können. Seht die Öffentlichkeitsarbeit als Werkzeug, um Euch Zeit zu sparen. Je besser man Euch da draußen kennen lernen und erfahren kann, ohne direkt mit Euch in Kontakt zu treten, desto schneller könnt Ihr im persönlichen Kontakt zu den wesentlichen Punkten kommen.
Persönlicher Kontakt kostet Zeit und skaliert nicht. Alles, was Ihr automatisieren könnt, bzw. zum selbstständigen erfahren der möglichen Startup-Team Verstärkung anbieten könnt, verschafft Euch etwas von Eurer wichtigsten Ressource: Zeit.

Stellenanzeigen

Der Klassiker. Kannnatürlich auch für Startups funktionieren. Insbesondere für die sehr konventionellen Stellenbeschreibungen, die jedes Unternehmen früher oder später besetzen muss. Zudem sind Stellenanzeigen auch immer eine Form von PR, die – ausgefallen und kreativ gestaltet – einiges an Aufmerksamkeit generieren können.

Am Rande möchte ich noch zwei Themen erwähnen, auf die ich noch einmal gesondert eingehen werde, da sie ebenfalls abendfüllend sind:

Outsourcen

Oft ist es ja gerade in der Gründungsphase der Fall, dass bestimmte Aufgaben zwar erledigt werden müssen, aber nie und nimmer eine volle Stelle ausfüllen werden. Nun kann man als Termin versuchen, diese Aufgaben zu verteilen und irgendwie erledigt bekommen. Wenn aber noch niemand im Team Erfahrung mit den Tätigkeiten sammeln konnte und sich erst einarbeiten muss, sind Frustration, Zeitverlust und vor allem Fehler oft vorprogrammiert. Buchhaltung, Office-Management, Marketing sogar Produktion und Programmierung lassen sich an Dienstleister auslagern und bei entsprechendem Wachstum wieder eingliedern und an feste Mitarbeiter vergeben. Ich kenne sogar Fälle, in denen die Dienstleister, an die vorher outgesourced wurde, später fest eingestellt wurden, da sie das Startup und seine Aufgaben aus dem Effeff kannten.

Prozesse

Voraussetzung für ein erfolgreiches Outsourcing (aber auch für ein erfolgreiches Unternehmen) sind wasserdichte, effiziente und v.a. gut dokumentierte Prozesse, die abgegeben werden können. In diesen Prozessen sollte jeder Verantwortliche seine Arbeitsschritte kennen und so gut beschreiben, dass sie ohne weiteres von Fachkräften ausgeführt werden können, falls mal jemand ausfällt.

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