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Das Team von SpotAR war vergangenen Herbst in der Academy und trieb seine Idee des Augmented Reality-Shoppings voran. Das Startup nutzt die Technologie der Smartphone gestützten „erweiterten Realität“, um kostengünstige Angebote von Einzelhändlern durch die Handy-Kamera anzeigen zu lassen. Die App soll vor allen Dingen für Einzelhändler der Innenstädte angeboten werden, eine Branche, die aktuell auf Innovationsschübe angewiesen ist.

Viktor, der im Interview Rede und Antwort steht, hatte die Idee mit seinen Co-Founder bereits vor einigen Jahren. Damals war unter Augmented Reality jedoch unausgereifte Cyber-Technik zu verstehen, in der man für Endkonsumenten keinen Nutzen sah. Erst Pokemon Go legte den Grundstein und weitete das Verständnis der breiten Masse für AR.

1. Die Kernidee in max. 4 Sätzen.

Mit Hilfe von AR (Augmented Reality) Deals, Angebote und Events von Gastronomen und Einzelhändlern in der Nähe anzeigen. Man sieht direkt über das Smartphone Display wo und in welcher Richtung sich etwas befindet. Der Händler kann über ein simples Interface (App) die Angebote einstellen.

2. Wie kamt ihr darauf, euer Produkt zu erstellen, was ist die Entstehungsgeschichte?

Die Idee hatten wir schon vor 5 Jahren, mussten sie jedoch relativ schnell wieder verwerfen, da wir gemerkt haben, dass mit AR kaum jemand etwas anfangen kann. Durch den Erfolg von Pokemon Go ist der Begriff und die dahinter befindliche Technologie populär geworden und wir wussten direkt „lasst uns unsere Idee wieder auspacken“

3. Wie seid Ihr vorgegangen um mit eurem Produkt zu starten?

Wir haben einfach drauf losprobiert und einen Prototypen gebaut, erst für iOS, kurze Zeit später für die Android. Ansonsten haben wir die Idee immer wieder gepitched und uns Feedback eingeholt, welches uns beflügelt hat weiter zu machen und zusätzliche Ideen einzubinden.

4. Wie groß ist das Business-Potenzial für euer Produkt und wie habt ihr das herausgefunden?

Das Business-Potential ist ziemlich groß, da wir in der Idee einen wichtigen Baustein auf dem Weg zur Digitalisierung des Einzelhandels sehen. Wir haben das herausgefunden in dem wir die App verschiedenen Einzelhändlern vorgestellt haben. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing in Soest werden wir nun im März einen Workshop mit ca. 30 regionalen Einzelhändlern halten um den Umgang mit der App und der Erstellung von Angeboten zu üben.

5. Was ist das Business-Modell hinter Eurer App – wie werdet Ihr Geld verdienen?

Das Business-Modell ist ein monthly Subscription business model – Bei dem der Einzelhändler einen monatlichen Beitrag von 30,-€ im Monat bezahlt um in SpotAR seine Angebote bereit zu stellen. Für weitere Zusatzfeatures wie z.B. eine etwas präsentere Darstellung im Vergleich zum Standardangebot werden zusätzlichen Gebühren berechnet.

6. Wie seid Ihr auf die Mehrwert-Funktionen gekommen, die Euer Produkt von anderen hervorhebt?

Der Mehrwert liegt in dem Fokus auf AR – Die Nutzung von AR wird schon bald unseren Alltag beherrschen, so dass wir Event- oder Contextbasierte Informationen erhalten, je nachdem wo wir uns gerade aufhalten. Weiterhin ist AR definitiv die intuitivere Variante sich von seinem Smartphone navigieren zu lassen. Viele Menschen haben tatsächlich noch das Problem sich mit einer 2D Karte zurecht zu finden. Darüber hinaus macht es Spaß mit AR seine Umgebung „abzuchecken“ – so zumindest ist das Feedback unserer bisherigen Nutzer.

7. Für welche Technologie zur Umsetzung habt Ihr Euch entschieden und warum. Muss bei der Zielgruppe eine bestimmte Technologie oder Endgeräte eingesetzt werden?

Wir haben uns Entschieden direkt native Apps für iOS und Andorid zu entwickeln. Es wäre auch möglich gewesen eine einheitliche Entwicklunsgplatform zu nutzen, aber da für AR vielerlei Sensoren im Smartphone eine Rolle spielen um eine sog. „Sensor-Fusion“ zu erreichen, ist es besser native Apps zu entwickeln, da uns so mehr Flexibilität bleibt und beide Plattformen Eigenheiten aufweisen. Die Zielgruppe braucht lediglich ein modernes Smartphone ab iOS 9 oder Android 4.0

8. Könnt Ihr erzählen, welche Schritte als nächstes kommen?

Als nächstes kommt wie schon erwähnt der Workshop mit den Soester Einzelhändlern und weiterer Pitch beim Einzelhandelslabor in Lippstadt zum Thema „Lokale Shoppingplattformen“ – Zielgruppe Einzelhändler und Wirtschaftsförderer aus mehr als 30 Städten in der Region Südwestfalen.

9. Was hat Euch die Founders Academy gebracht?

Die Founders Academy hat uns vor allem Mut gebracht. Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben ein wichtiger Bestandteil der Digitalisierung im Einzelhandel zu werden und dem Einzelhändler eine Frequenzsteigerung zu verschaffen. Weiterhin haben die super organisierten Workshops und viele hilfreiche Insights verschafft und uns gefordert die Learnings direkt in die Praxis umzusetzen.

10. Welche Tipps würdet Ihr Gründern aus eurer bisherigen Erfahrung mitgeben?

Einfach machen! Es war noch nie so einfach das notwendige Wissen und Know-How für die Umsetzung der Idee zu beschaffen. Alle wichtigen Informationen lassen sich heute überall finden. Es gibt viele tolle Bücher wie z.B. „Lean Startup“ „Kopf schlägt Kapital“ uvm. Oder Podcasts auf iTunes „Startup Erfolg“ „OMR Podcast“ baut ein MVP und probiert es an Eurer Zielgruppe aus.

11. Wo könntet Ihr noch Unterstützung gebrauchen, was sucht Ihr gerade (Personal, Ressourcen, Investoren), worauf wir im Artikel hinweisen können?

Wir suchen noch Unterstützung im Bereich Design, wir könnten noch jemanden kreatives gebrauchen, der uns bei UX/UI unterstützen kann. Ansonsten werden wir vorerst weiterhin Bootstrappen und mit wenig Kapitaleinsatz starten. Ein Investment ist noch etwas zu früh – nach unserem Betatest und Workshop in Soest möchten wir die KPI auswerten und mal schauen inwiefern sich das Modell skalieren lässt, dann könnte auch ein Investment spannend werden.

 

Kontakt:

SpotAR
Viktor Waal
Stemweg 1b
59494 Soest

 

Titelbild: (v.l.) Viktor Gottfried, Dennis Wiosna, Viktor Waal, Rudolf Ermantraut