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Innerhalb so kurzer Zeit habe ich selten soviel Kreativ- und Umsetzung-Power erlebt, wie am letzten Wochenende im Pioneers Club. Hier habe ich euch ein paar Beobachtungen vom Hackathon zusammen gestellt, die euch im Startup-Alltag nützlich sein können.

Eines vorweg: Wie der FoundersHack mit großer Pitch Session endete lest Ihr drüben bei StartupValley.

Der Founders Hackathon war in seiner Form der erste Industrie 4.0 Hackathon, bei dem 6 Unternehmen vorab ganz gezielte Aufgaben gestellt haben. Eine einmalige Gelegenheit für Gründer, ein Team aufzubauen und in direkter Zusammenarbeit mit dem ersten Kunden ein Produkt zu entwickeln. Der Fokus lag vor allem auf besonderer Gründerfreundlichkeit. Die Challenges, die den Teilnehmern von den ostwestfälischen Weltunternehmen Alpecin, Benteler, Boge, Claas, Miele und Wortmann gestellt wurden, könnt ihr euch hier noch einmal in einzelnen Videos rein ziehen.

Hackathon Facilitator, Motivator und Hygge-Hacker Lasse Chor

Laut dem World Happiness Report leben in Dänemark und Norwegen die glücklichsten Menschen der Welt. Die Dänen haben für ihren relaxten, glücklichen und angenehmen Lebensstil ein eigenes Wort: Hygge – hier von bento genauer erklärt. Was Hygge mit einem Hackathon und Startups zu tun hat? Der Däne Lasse Chor hat als Facilitator durch die drei Tage geführt. Er bezeichnet sich selbst als den glücklichsten Menschen der Welt und hat bereits über 200 Hacks begleitet.

Lasse Chor in Hackathon Aktion

Lasse Chor in Hackathon Aktion

Lasse hat von der ersten Minute an eine unglaubliche Stimmung verbreitet, die irgendwo zwischen dem genannten hyggelig, competitive, freundschaftlich, hoch konzentriert und wahnsinnig positiv angesiedelt war. Bereits 2 Minuten nach seinem Intro hat der gesamte Raum gehighfived und sich gegenseitig angefeuert.

Ein Hackathon in 20 Minuten durchlebt

Richtig gelesen. Innerhalb von gerade einmal 20 Minuten simulierte Lasse mit den Teilnehmern wie ein Hackathon im Schnelldurchlauf funktioniert. Und das geht so:

  • Bisher einender unbekannte Menschen als Team zusammen bringen
  • 3 Gemeinsamkeiten im Team finden
  • Team-Kapitän wählen
  • Team Namen aus 20 Zufalls-Begriffen auswählen
  • Innerhalb 5 Minuten Konzept, Produkt, Marketing-Strategie, Business-Model und Customer Segments festlegen
  • Team-Konzept pitchen

Ich saß zwischen zwei Teams während dieser Einstiegs-Übung und war vollkommen geflasht, was da in so kurzer Zeit an Kreativität und Umsetzung zwischen Leuten freigesetzt wurde, die vor 5 Minuten nichtmal ihre Namen kannten. Insgesamt wurden in 5 Minuten 11 Business-Models entwickelt und anschließend in jeweils 60 Sekunden gepitcht. Zwischen ernsthaften Ansätzen wie einem Unfall-Bus der eine Luxus-Pannenhilfe darstellt und Lösungsideen für die kommenden Hack-Challenges wie ein CSR-Programm für Miele, gewann eine kreativ-unterhaltsame Improvisation die Runde: Sauerkrautfisch.

Danach gab Lasse den frisch zusammen gestellten Teams noch einige wertvolle Tipps mit auf den Weg:

Think BIG – act small. Ziel des Wochenendes sollte sein, Prototypen für die Unternehmens-Challenges zu machen. Das bedeutet schnelle Entwicklung in kleinen Iterationen, ohne sich zu lange mit umfangreichen Konzepten und Planung aufzuhalten.

„Wenn ein Bild 1000 Worte wert ist. Dann ist ein Prototyp 1000 Meetings wert.“

Lasses Ansage für das Hackathon-Wochenende:

„Findet einfache, clevere Lösungen für die Probleme, die Ihr entdeckt. Baut daraus ein MVP um Eure Vermutungen zu testen und geht RAUS! Fragt echte Menschen nach Eurer Meinung. Drüben in der Fußgängerzone oder am Telefon, wenn Ihr fachliche Meinungen von Experten braucht. Und ganz wichtig: Es ist OK wenn etwas nicht funktioniert oder fehl schlägt. Wenn Ihr keinen einzigen Fehlschlag an diesem Wochenende produziert, dann seid Ihr noch nicht innovativ genug. Wenn etwas nicht funktioniert, dann haben wir zumindest etwas gelernt“

Die Fragestellung für alle Teams lautete: Wie machen wir etwas wirklich aufregendes und interessantes für die Nutzer, in dem wir industrielle Produkte nehmen und mit unseren Ideen etwas großartiges drum herum bauen?“

When the worlds of corporate and startup collide

Ein wichtiger Hinweis war: Die Partnerunternehmen Alpecin, Benteler, Boge, Claas. Miele und Wortmann waren vor Ort, um offen für Neues mit den Teams zu arbeiten. Die frachtschiffartige Schwerfälligkeit, die großen Unternehmen oft nachgesagt wird, wurde am Eingang des Pioneers Club abgegeben.

Um den Status quo der Unternehmen zu herauszufordern bekamen die Teams noch den Tipp des:

3 X Why

Wann immer einer der Unternehmensvertreter sagt: „Das geht nicht.“ oder „das können wir nicht machen.“ sollen die Teilnehmer drei Mal fragen: Warum?. Und die Antwort noch einmal mit Warum hinterfragen. Und dann noch ein drittes Warum hinterher jagen. Wenn der Widerstand dann immer noch besteht, sollen sie ihn ernst nehmen und akzeptieren. Aber erst dann.

Die Ziele für das FoundersHack Wochenende lauteten:

  • Create something awesome
  • Have fun!
  • Positive Attitude

Dann startete der FoundersHack und die Teams arbeiteten sich durch das Wochenende. Wie gesagt: Über das Ergebnis und einige Stimmen der Teilnehmer, Unternehmen und Mentoren lest Ihr drüben bei StartupValley.

Den Sieger seht ihr hier:

Und weitere Eindrücke vom FoundersHack findet ihr auch auf Twitter unter dem gleichnamigen Hashtag.

Hier könnt ihr Lasses Intro zum Hackathon noch einmal in der Aufzeichnung des Facebook Live Streams anschauen:

Und? Wie sieht’s nun aus: Seid ihr beim nächsten Hackathon dabei?